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Sportarena in Wismar steht auf der Kippe

Wismar Sportarena in Wismar steht auf der Kippe

Das Finanzierungskonzept liegt noch nicht vor / Externes Unternehmen überprüft die Wirtschaftlichkeit / Mit dem Ergebnis wird nächste Woche gerechnet

Wismar. Hinter der geplanten Multifunktionsarena stand von Anfang an ein Fragezeichen. Jetzt wird es noch ein Stück dicker. Seit der öffentlichen Präsentation der 63 Millionen teuren Investition im Februar ist es ruhig geworden. Im März sollte das Finanzierungskonzept bei der Stadt vorliegen. Doch Fehlanzeige. „Der Finanzplan liegt noch nicht vor“, so Marco Trunk, Pressesprecher der Stadt.

Für 63 Millionen Euro will die Fox & Friends Ltd. & Co. KG aus Ludwigsburg, Baden-Württemberg, in Wismar eine überdachte Multifunktionsarena bauen. Mit 10000 Sitzplätzen und einem angrenzenden Sportcenter (1500 Plätze). Geschäftsführer Waldemar Vogt sagte gestern auf OZ-Nachfrage: „Wir haben ein externes Unternehmen eingeschaltet, dass das gesamte Vorhaben am Standort Wismar noch mal prüft. In der nächsten Woche haben wir eine abschließende Sitzung.“

Zu den Hintergründen sagt Vogt, dass die Ziel-Investitionssumme zunächst bei 35 Millionen Euro gelegen habe. Bei der öffentlichen Präsentation im Februar war dann von 63 Millionen Euro die Rede. Laut Generalunternehmer, wie Vogt hinzufügt. Weiter sagt er: „Aus diesem Grund haben wir ein externes Unternehmen beauftragt, um zu überprüfen, ob sich die mittlerweile sehr hohen Investitionskosten in Wismar noch lohnen.“

Auf die Frage, ob das Projekt bei 63 Millionen Euro gestorben ist, sagt der Geschäftsführer: „So meint es die externe Gesellschaft. 63 Millionen wären zu hoch für den Standort Wismar.“ Die externen Berater sehen das Vorhaben bei unter 50 Millionen Euro. Letztlich spiele es auch eine Rolle, ob Fördermittel des Landes fließen oder nicht. Zuletzt wurden 16,5 Millionen Euro erhofft.

Bei der Präsentation im Februar hatte Vogt von Absichtserklärungen von zwei Investoren aus den USA und von einer deutschen Versicherung gesprochen. Gestern hieß es: „Wir haben ein konkretes Investitionsangebot über die Höhe von 63 Millionen Euro.“ Auch dies liege der externen Prüfungsgesellschaft vor.

Am Rande des Fußballspiels zwischen Anker Wismar und dem Hamburger SV (0:2) am Sonntag vor 3100 Zuschauern wurde angesichts der Zustände im Kurt-Bürger-Stadion auch immer wieder von der neuen Arena gesprochen. An der grundsätzlichen Haltung der Stadt, dass es sich um ein „potenziell interessantes Projekt handelt, hat sich nichts geändert“, sagt Pressesprecher Marco Trunk, und schiebt die harten Fakten hinterher: „Allerdings sind bei solchen Projekten die zentralen Fragen natürlich die Finanzierung und die Wirtschaftlichkeit.“

Der für April ins Auge gefasste vorhabenbezogene Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan ist jedenfalls in weite Ferne gerückt. Zu diesem Zweck würden Stadt und Investor einen städtebaulichen Vertrag abschließen. Für die Stadt hätte das den Vorteil, dass die Planungskosten der Investor trägt. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) hatte schon im Februar gesagt: „Spätestens dann ist erkennbar, wie viel Kraft dahinter steht.“

Fakt ist, der anvisierte Baubeginn 2017 und die Fertigstellung 2019 sind utopisch.

Die Hansestadt Wismar müsste sich finanziell nicht direkt an dem Vorhaben beteiligen. Sie würde aber die Fläche über einen Erbbaurechtsvertrag zur Verfügung stellen. Zu klären wären Straßenanbindung, Parkplätze und die Kosten für das Kurt-Bürger-Stadion, das in die Arena-Planung einbezogen werden soll(te). Die geschätzten Kosten von fünf Millionen Euro sind nicht Bestandteil der 63-Millionen-Euro-Investition. Offenbar woll(t)en sich Stadt und Investor diese Kosten teilen.

Heiko Hoffmann

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