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Stadion spaltet die Bürgerschaft

Wismar Stadion spaltet die Bürgerschaft

Die CDU-Fraktion fordert, den Fokus auf die maroden Umkleideräume zu legen

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Die Mängelliste am denkmalgeschützten Kurt-Bürger-Stadion ist lang. Jahrelang wurde nichts gemacht, das führte zum Sanierungsstau.

Quelle: Fotos: Heiko Hoffmann (1), Oz (3)

Wismar. Streitpunkt: Kurt-Bürger-Stadion. Steht der Zustand der Wismarer Sportstätte auf der Tagesordnung, wird die Diskussion emotional, teils wirr und lang. So auch bei der vergangenen Bürgerschaftssitzung am Donnerstag. Aufhänger für die Debatte war ein Antrag der CDU-Fraktion. Dieser sollte den Bürgermeister beauftragen zu prüfen, ob im laufenden Haushalt 2016/17 noch Gelder zu akquirieren sind für die Sanierung beziehungsweise einen Neubau der Umkleidekabinen. „Ist das nicht möglich, sollte das für den Haushalt 2018 eingeplant werden“, forderte Tom Brüggert (CDU). Der Antrag scheiterte knapp: 16 Ja-Stimmen, 16 Nein-Stimmen, eine Enthaltung. Die Linke wie auch die SPD sprachen sich dagegen aus.

 

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So lange wie wir schon diskutieren, habe ich Angst, dass das Kurt-Bürger- Stadion mittlerweile zusammenfällt.“René Domke (Fraktion FDP/Grüne)

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Bis Ende 2017 sollen die Ergebnisse des Entwicklungs- konzepts vorliegen. Rechtzeitig für die Haushaltsplanung 2018.“Michael Berkhahn (CDU), Bausenator

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Wir müssen nach Dringlichkeit entscheiden. Und nicht danach, welcher Verein die stärkste Lobby hat.“Christa Hagemann (Fraktion Die Linke)

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Die Stadt hat bereits ein Konzept zur Entwicklung der Sportstätten extern in Auftrag gegeben (die OZ berichtete). 2016 und 2017 wird dieses erstellt, bis zur Haushaltsplanung 2018 sollen die Ergebnisse den Bürgerschaftsmitgliedern vorliegen. „Dann wissen wir, wo wir ansetzen müssen“, erklärte Bausenator Michael Berkhahn (CDU). Denn das Kurt-Bürger-Stadion ist nur eine der Wismarer Sportstätten, die dringend saniert werden müssen. Das Konzept beschäftigt sich mit allen Baustellen. „Ja, wir haben einen Nachholbedarf“, räumte Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) ein. „Was aber auch daran liegt, dass es in der Vergangenheit zahlreiche Förderprogramme gab, jedoch kaum welche für den Sport.“

Für Christa Hagemann (Linke) kommt der Antrag der CDU schlichtweg zu früh. „Wir wollen allen Sportvereinen und -verbänden gerecht werden“, sprach sie für ihre Fraktion. „Es muss nach Dringlichkeit abgearbeitet werden. Nicht danach, welcher Verein die stärkste Lobby hinter sich stehen hat.“ Und dafür seien die Ergebnisse des Entwicklungskonzepts notwendig.

René Domke (Fraktion FDP/Grüne) bemängelte die fehlenden Informationen. „Ich kenne beispielsweise gar nicht den Zustand aller Gebäude und weiß nicht, ob die Umkleidekabinen überhaupt zu erhalten sind oder ein Neubau mehr Sinn macht.“ Eine weitere Frage, die für ihn ungeklärt bleibt: „Was ist mit Sponsoring? Wurde das auch geprüft?“ Ihn würde es nicht stören, wenn das Kurt-Bürger-Stadion künftig einen anderen Namen trägt. „Wir reden nun schon jahrelang über dieses Thema. Es kann nicht sein, dass wir wieder keinen Schritt weiterkommen.“

1,3 Millionen Euro Fördermittel für die Sanierung des Stadions kann die Stadt bereits einplanen. Wofür dieses Geld ausgegeben wird, steht jedoch schon fest: die marode Treppenanlage wird erneuert, der Rasen entwässert und die Laufbahn verbessert. Entgegen den Wünschen des FC Anker Wismar, Hauptnutzer des Stadions. Der Verein setzt seine Prioritäten bei einer Flutlichtanlage, einer vernünftigen Tribüne und der Sanierung der Umkleidekabinen. „Wir wollen mit unserem Antrag dem Verein entgegenkommen, auch wenn Anker zu diesem Thema in der Vergangenheit nicht immer fair diskutiert hat. Doch so können wir ein Zeichen setzen“, begründete Tom Brüggert den Antrag. Für die SPD nicht genug. Die Fraktion forderte, den Fokus nicht nur auf die Umkleidekabinen zu legen, sondern alle Sporteinrichtungen im laufenden Haushalt zu berücksichtigen. Doch auch dieser Änderungsantrag wurde abgelehnt. „Mehr Geld, als für die drei Maßnahmen, die wir umsetzen werden, ist derzeit schlichtweg nicht da“, betonte der Bausenator. Eine Sanierung der Umkleidekabinen koste nach ersten Rechnungen ungefähr zwei Millionen Euro. „Für dieses Geld könnten wir auch neu bauen“, sagte Berkhahn. Eine Entscheidung, über die die Bürgerschaft sich dann einigen muss.

Vanessa Kopp

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