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TSG-Damen rupfen „Raubmöwen“

TSG-Damen rupfen „Raubmöwen“

Wismarer Drittliga-Handballerinnen mit wichtigem 30:26-Erfolg gegen TSV Travemünde

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Jubel und die Hände zur Faust geballt: So freuen sich die TSG-Damen über den Sieg gegen den TSV Travemünde. FOTOS (3): DANIEL KOCH

Wismar. Riesenjubel bei den Wismarer Handballerinnen: Völlig geschafft, aber überglücklich lagen sich Spielerinnen und Trainerteam nach dem Abpfiff in den Armen. Nach 60 nervenaufreibenden Minuten war es endlich geschafft und die zwei überlebenswichtigen Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gegen den unmittelbaren Konkurrenten TSV Travemünde eingefahren.

Statistik

TSG Wismar: Steiner – Krohn, Kriegsmann 1, Tegler 3, Bibow 3, Martin 1, Dürl 1, Pinkohs 7, Powierski 2, Lück 2, Erdmann 10/3.

Siebenmeter: Wismar 3/3, Travemünde 9/5.

Strafminuten: Wismar 8, Travemünde 8 + Disqualifikation Riesner (60.).

Zuschauer: 630.

Restprogramm TSG Wismar: VfL Oldenburg II (H), HG OKT (A), Buxtehude SV II (H).

Durch den verdienten 30:26 (15:12)-Erfolg zogen die Wismarerinnen an den selbsternannten „Raubmöwen“ ebenso vorbei wie am HSV Minden Nord und liegen nun wieder auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. „Uns sind heute natürlich ein paar Steine vom Herzen gefallen. Alle Spielerinnen haben Verantwortung übernommen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt, genauso haben wir uns das vorgenommen“, lobte Trainer Jörn Harder sein Team auf der obligatorischen Pressekonferenz.

Schon rund 90 Sekunden vor dem Ende der Partie erhoben sich die 630 Wismarer Zuschauer von ihren Plätzen und zollten dem Wismarer Team mit stehenden Ovationen auch noch Minuten nach dem Abpfiff ihren Respekt für die unglaubliche Energieleistung im Abstiegskrimi. Die Ausgangslage war für die Wismarerinnen vor dem Spiel alles andere als rosig: Während Travemünde mit der Empfehlung von 7:3-Punkten aus den letzten fünf Spielen und zwei Siegen gegen Minden und Oldenburg nach Wismar gereist war, hatten die TSG-Damen noch an der Niederlage in Minden zu knabbern und mussten kurzfristig auch noch auf Aufbauspielerin Juliane Wieck verzichten. Ihr Comeback nach 111 Tagen Verletzungspause feierte hingegen Henrike Bibow, und diese wichtige Personalie sollte einer der Trümpfe der Wismarerinnen an diesem Nachmittag werden. Wie die Hansestädterinnen mit dem immensen Druck umgegangen sind, der auf ihren Schultern lastete, war schon aller Ehren wert, zumal schon die Anfangsphase nicht optimal verlief. Nach sechs Minuten lagen sie das erste Mal mit zwei Treffern (1:3) zurück und „überzeugten“ zunächst nur mit technischen Fehlern.

Mit zunehmender Spielzeit wurden die Wismarer Aktionen dann aber sicherer und erfolgreicher. Zwar dauerte es noch bis zur 17. Minute und einem 6:9-Rückstand, bevor die Gastgeberinnen endgültig aufwachten, dann aber langten sie mal so richtig hin. Innerhalb von nur sechs Minuten drehten sie die Partie und zogen durch sechs Treffer in Folge auf 12:9 davon. Bis zur Pause hielt der Vorsprung, doch nach dem Wechsel folgte die nächste Schwächephase der TSG. Statt den Vorsprung auszubauen, verschlief die Sieben den Wiederbeginn und sah sich plötzlich einem knappen Rückstand (17:19/41.) gegenüber. Doch anstatt in Hektik zu verfallen, zogen die Gastgeberinnen ihr Spiel konzentriert durch und wurden belohnt. Mit der Unterstützung des Publikums verwandelten die TSG-Spielerinnen den Rückstand in einen Vorsprung und die Wismarer Sporthalle in einen Hexenkessel.

Martin Nowack

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