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Tolle Moral: FC Schönberg erkämpft zu neunt einen Punkt

Schönberg Tolle Moral: FC Schönberg erkämpft zu neunt einen Punkt

Anton Müller sieht Ampelkarte (30.), Nico Matern glatt Rot (56.) — Joker Bastian Henning gelingt in der Nachspielzeit gegen Viktoria Berlin der 1:1-Ausgleich

Schönberg. Was für eine Moral des FC Schönberg gestern Nachmittag. Trotz zweier Spieler weniger auf dem Rasen und einem 0:1-Rückstand reichte es für die Mannschaft von Trainer Axel Rietentiet noch zu einem Punkt gegen Viktoria Berlin. Der eingewechselte Bastian Henning traf in der Nachspielzeit zum vielumjubelten 1:1-Ausgleich. Nach seinem feinen Heber bedankten sich die Grün-Weißen Spieler, Trainer, Fans und Betreuer aber nicht nur bei dem 32-jährigen Stürmer, sondern auch bei Torwart Jörg Hahnel. Es läuft die 90. Minute. Schönberg wirft seit gut zehn Minuten alles nach vorne. Immer wieder lange Bälle. Schönbergs Abwehr steht fast an der Mittellinie. Hinten spielt der Aufsteiger bedingungslos auf abseits. Auch diesmal. Linienrichter Andy Stolz lässt die Fahne jedoch unten. Viktorias Stürmer Martin Zurawsky läuft alleine auf Torwart Jörg Hahnel zu. Der bleibt lange stehen, verkürzt den Winkel geschickt und wirft sich anschließend wagemutig in den Ball, der vom Schienbein Zurwaskys ins Toraus rollt. Den anschließenden Abstoß führt der FC-Keeper schnell aus. Der Ball wird im Mittelfeld verlängert und kommt zu Bastian Henning, der in seinem ersten Auftritt im Palmbergstadion nach seiner langen Verletzung das fast nicht mehr möglich gehaltene 1:1 macht. Unglaublicher Jubel unter den 412 Zuschauern. Torwart Jörg Hahnel liegt auf den Knien, ballt die Fäuste. Überall strahlende Gesichter. Was für ein Fight, was für eine Moral, was für ein Comeback vor heimischem Publikum von Bastian Henning.

Trainer Axel Rietentiet und sein Co-Trainer Axel Giere lagen sich sekundenlang in den Armen. Schönbergs Trainer wischte sich anschließend ein paar Tränen aus den Augen, sagte später: „Da ist eine ganze Menge Last abgefallen.“ Denn nach dem 1:1 bleibt Schönberg in der Rückrunde zu Hause weiter ungeschlagen. Viel wichtiger aber: Der Abstand gegenüber Abstiegskandidat Viktoria Berlin bleibt bei acht Punkten, der Klassenerhalt ist ein großes Stück näher gerückt. „Das ist einfach geil. Ich glaube, das Positive ist, dass wir nie den Kopf in den Sand gesteckt und immer an das Tor geglaubt haben“, sagte Schönbergs Torschütze Bastian Henning.

„Für uns fühlt sich das Unentschieden wie ein Sieg an“, strahlte Axel Rietentiet bei der Pressekonferenz. Zufrieden war der 46-Jährige trotz des Punktgewinns aber nicht mit der Leistung seiner Elf sein. Sie ließ gut 60 Minuten alles vermissen. Keine Leidenschaft, kein Biss. Statt Kampf, nur Krampf. „Das war schlecht, einfach nur schlecht. Von der ersten Minute an“, so das Fazit von Bastian Henning. Hinzu kamen dumme Fouls. Gleich zwei davon leistete sich Routinier Anton Müller, für den die Partie nach 30 Minuten beendet war. „Das darf so einem erfahrenen Spieler wie Anton nicht passieren. Da muss er cleverer sein", haderte Axel Rietentiet. Neun Minuten später musste Masami Okada verletzt raus. Für ihn kam Lukas Scherff zu seinem Schönberg-Debüt. Nach 59 Minuten waren die Schönberger nur noch zu neunt auf dem Platz. Denn auch Nico Matern hatte sich nicht im Griff, holte Abdulkadir Beyazit im Mittelfeld von den Beinen und sag glatt rot. Das Kuriose: Erst jetzt wachten die Gastgeber auf - nach 60 Minuten und nachdem die Grün-Weißen durch einen Treffer von Mittia Trianni in der 42. Minute mit 0:1 hinten lagen. „Wir haben mit neun Mann taktisch besser gespielt als vorher“, sagte Jörg Hahnel. „Und wir haben endlich die Räume eng gemacht und nicht mehr viel zugelassen.“ Trotz der Euphorie nach dem späten Ausgleich machte Hahnel deutlich: „Wir müssen das Spiel kritisch auswerten, weil wirklich nicht viel gepasst hat.“ Auch Axel Rietentiet gab unumwunden zu: „Die Art und Weise, wie wir heute Fußball gespielt haben, das hat mir absolut nicht gefallen. Das war nicht mein FC Schönberg."

 



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