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„Unverdient verloren, aber großes Kompliment“

Neustrelitz „Unverdient verloren, aber großes Kompliment“

Regionalliga-Mannschaft des FC Schönberg macht im Landespokalfinale gegen den Drittligisten FC Hansa beste Werbung in eigener Sache

Neustrelitz. Das war beste Werbung für den FC Schönberg 95. Der Regionalliga-Aufsteiger hat das Landespokalfinale gegen Drittligist FC Hansa Rostock zwar unglücklich mit 3:4 im Elfmeterschießen verloren, dafür aber mit Sicherheit die Herzen vieler Zuschauer gewonnen. In erster Linie natürlich wegen des beherzten Auftritts der Grün-Weißen gegen den klaren Favoriten aus der 3. Liga. Aber auch dank der ARD. Die zeigte am Sonnabend 17 Landespokalendspiele in Konferenzschaltungen live, acht Stunden lang. Beim NDR war die Partie Schönberg gegen Hansa im Livestream zu sehen. Die letzten Minuten der regulären Spielzeit, die Verlängerung und das Elfmeterschießen zeigte die ARD ausschließlich das Duell im Neustrelitzer Parkstadion. Die Spieler des FC Schönberg nutzten die besondere Bühne, präsentierten sich vor einem Millionenpublikum von ihrer besten Seite.

Kommentator Wilfried Hark lobte Marcel Kunstmann, auch Rico Gladrow, später Mann of the Match, erwähnte Hark mehr als einmal positiv, genauso Keeper Jörg Hahnel, der sich noch vor der Siegerehrung mit dem Auto Richtung Aue auf den Weg machte (seine Schwester heiratete an diesem Tag), Abwehrchef Daniel Halke oder Maximilian Rausch. Bürgermeister Lutz Götze ist stolz auf die Leistung der Grün-Weißen. Er schrieb dem Vereinsvorsitzenden Wilfried Rohloff unmittelbar nach nach Abpfiff eine SMS und gratulierte zu einer außergewöhnlichen Leistung. Auch die mitgereisten Fans waren begeistert. Rund 300 hatten sich auf den gut drei Stunden langen Weg nach Neustrelitz gemacht. Viele mit dem Pkw, 50 mit einem Fanbus. Sie erlebten einen tollen Nachmittag, applaudierten ihrer Mannschaft bereits beim Warmmachen. „Es ist wichtig, dass Schönberg lange die Null hält“, so Dirk Sahm. „Dann wird es für Hansa schwer und für uns rückt die Sensation näher.“ Ein Riesenraunen ging erstmals durch den FC-Block, als Lukas Scherff nach elf Minuten nur die Latte trifft. Auch nach etwas mehr als einer halben Stunde beste Laune bei den Grün-Weißen Fans. Nach Marcel Kunstmanns Kopfball, den Hansa-Keeper Marcel Schuhen gerade noch hält, meldeten sich die 300 FC-Anhänger erneut lautstark im Parkstadion, feuern ihre Mannschaft an. Auch nach 45 Minuten rundum zufriedene Gesichter. „Wahnsinn, wie Schönberg hier mithält. Man sieht nicht, wer 3. Liga und wer 4. Liga spielt“, so Sahm zur Pause. Nachdem die Rietentiet-Schützlinge auch in Halbzeit zwei mutig nach vorne spielen, werden die Grün-Weißen Fans noch mutiger, singen: „Ohne Schönberg, wär hier gar nichts los.“ Herzrasen dann gegen Ende der Partie. Die Sensation ist nahe. Schönberg spielt nach wie vor mit, nach 90 Minuten steht es 0:0. Fanbeauftragter Thorsten Lenz hält es zu Beginn der Verlängerung kaum noch aus. „Jetzt wird es schwer. Wir hätten eine der vielen Chancen reinmachen müssen.“ Er und andere Fans hüpfen in der Verlängerung von einem Bein aufs andere, können schon lange nicht mehr still stehen. Beim Schlusspfiff Riesenjubel. Der Regionalligist schafft es gegen Drittligist Hansa Rostock bis ins Elfmeterschießen. Jetzt steigt die Anspannung ins Unermessliche. Jubel brannte auf, als Torhüter Hahnel einen Elfmeter pariert. Am Ende reicht die Super-Leistung an diesem Nachmittag nicht, um den Landespokal mit nach Schönberg zu nehmen. „Unverdient, aber Riesenkompliment an die Mannschaft“, so Dirk Sahm. Thorsten Lenz „fehlen die Worte“ nach der unglücklichen 3:4-Niederlage im Elfmeterschießen. Harald Knauer spricht trotz des „ärgerlichen Ergebnisses“ von einem Supertag. Die Mannschaft bedankt sich vor dem Block bei den mitgereisten Fans. Tränen fließen, wie zum Beispiel bei Lukas Scherff oder Daniel Halke, der zu den Schönberger Pechvögeln im Elfmeterschießen gehörte, aber auch bei dem ein oder anderen Anhänger, auch wenn sich die Mannschaft in die Herzen vieler Fußballfans gespielt und beste Werbung in eigener Sache gemacht hat.

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