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Grevesmühlen Städtepartner: Jeder versteht die Sprache der Musik
Mecklenburg Grevesmühlen Städtepartner: Jeder versteht die Sprache der Musik
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00:18 04.05.2018
Die Percussiongruppe „Nagymarosi Ütösök“ während ihres Auftrittes in der Sport- und Mehrz- weckhalle.
Grevesmühlen

Die Städtepartnerschaft zwischen dem ungarischen Nagymaros und Grevesmühlen wird getragen auch von Musik. Denn: Ihren Ursprung haben diese freundschaftlichen Bande schon Ende der 1960er Jahre, als der Männerchor aus Nagymaros und der Grevesmühlener Lehrerchor zueinanderfanden. Daraus resultierende Kontakte haben sich bis heute gehalten und ziehen neue nach sich. Seit Wochenbeginn nämlich weilt die Percussiongruppe „Nagymarosi Ütösök“ der Grund- und Kunstschule Kálmán Kittenberger aus der ungarischen Partnerstadt in Grevesmühlen.

Zu einem ersten Höhepunkt geriet Mittwoch ein kleines Konzert der acht- bis 16-jährigen Schüler, mit denen auch ein Mädchen musiziert. Unter der Leitung Norbert Olahs zündeten sie mit ihrer Musik in der Sport- und Mehrzweckhalle vor Fünft- und Sechstklässlern der Regionalen Schule „Am Wasserturm“ – dort nehmen sie auch am Unterricht teil – ein Feuerwerk der guten Laune. Mit südamerikanischen und arabischen Rhythmen wussten sie genauso zu begeistern, wie mit ungarischen Volksweisen. Lautstarker Beifall war der Lohn, manch einer fing sogar zu tanzen an und auch Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler saß mit wippenden Fußspitzen da. Besonders begeistert zeigte er sich über die Tatsache, dass die Gruppe aus dem Schulbetrieb heraus entstanden war. Er wisse, wie viel Engagement und Üben notwendig sei, um solche Ergebnisse präsentieren zu können. Der Schlagwerk-Lehrer Norbert Olah (34), der auch in einem Sinfonieorchester musiziert, hat die Gruppe 2010 gegründet. „Mit nur einem Xylofon haben wir einmal angefangen“, erzählte er. Eltern halfen dann bei der Finanzierung von Instrumenten. Die mitreisende Deutschlehrerin Katalin Heinczné Cserni (53) ergänzte, dass Geld auch über Konzerte eingespielt worden war.

Als Überraschung präsentierten die ungarischen Musiker zum Abschluss ihres Auftrittes dann „Brazil“ von Ary Barroso. Den Titel spielten sie zusammen mit Schülern der Wasserturmschule, bei denen die Ungarn für ihren Grevesmühlen-Aufenthalt Gasteltern gefunden haben. Josefin Bode (16) aus Bernstorf war fasziniert über das Einstudieren des Stückes: „Das hat total Spaß gemacht! Super, einfach nur schön!“ Die gut Deutsch sprechende Ágnes Horváth (17) wiederum war begeistert von Grevesmühlen und den Gastgebern. Mit Niki Bartz versteht sie sich gut. Die Zwölfjährige will es nun mit Ungarisch versuchen. Und Katalin Heinczné Cserni sagt: „Musik ist eine Sprache, die alle verstehen.“

Einladung: Heute um 16 Uhr treten die ungarischen Schüler im BürgerBahnhof öffentlich auf.

Kontakte nach Ungarn seit 1967

Das Schülertreffen endet Sonntag. Es ist eine Aktion von Wasserturmschule, Gasteltern, Jugendzentrum und Stadt. Schulsozialarbeiterin Doris Lobatz und Praktikant Florian Möller sind ständige Begleiter. Fahrten nach Schwerin und Boltenhagen gehören ebenfalls zum Programm. Ein Gegenbesuch in Ungarn ist geplant.

1967 reiste der Lehrerchor (später Liederkreis) das erste Mal nach Nagymaros. 2014 wurde die Partnerschaft dort vertraglich besiegelt. Das passierte während des In-Town-Projektes zum Thema Inklusion.

6700 Euro sind in Grevesmühlen für die Sanierung der Sporthalle in Nagymaros gesammelt und 2015 übergeben worden.

Cornelia Roxin

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