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Grevesmühlen Starke Mädchen wollen Autos lackieren
Mecklenburg Grevesmühlen Starke Mädchen wollen Autos lackieren
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00:07 13.04.2018
Angehende Ergotherapeutin Sandra Mann (l.) und Lehrerin Ina Kleinfeldt, die Berufsorientierung unterrichtet

Dass sich Frauen in traditionellen Männerberufen behaupten wollen, ist nicht wirklich neu. In der ehemaligen DDR zum Beispiel gab es ganz selbstverständlich unter anderem Kranfahrerinnen oder jede Menge Ingenieurinnen. Auf dem „Lehrlingstag“, der in dieser Woche für die 7. bis 10. Klassen in der Regionalen Schule Schönberg in der Dassower Straße stattfand, waren Mädchen zu beobachten, die sich zum Beispiel für den Beruf einer Fahrzeuglackiererin interessierten. Wie ausschlaggebend Familie bei der Berufswahl ist, wurde an ihrem Beispiel auch klar.

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Auf dem „Lehrlingstag“ in der Regionalen Schule Schönberg wurde klar, dass sich die Zeiten wieder ändern

Eine von ihnen war Mia Amalia Teschner (12). Sie erkundigte sich bei Alexander Stephan (33) von der Firma Lau – den Karosserie- und Lackexperten aus Schönberg – über die Ausbildungsmöglichkeiten im Betrieb und sagte: „Ich bin durch meinen Onkel darauf gekommen. Er macht so etwas Ähnliches. Und das finde ich cool.“ Ihre Freundin Celina Breiser (12) meinte, dass für sie eigentlich schon immer klar war, dass sie später in keinem Büro arbeiten wird. „Ich will nicht vor einem Computer herumsitzen, ich will einen handwerklichen Beruf, will mich draußen bewegen.“ Und die Dritte im Freundinnenbunde, auch aus Klasse 7, Kim-Lara Jeschonnek (13) erklärte, dass es ihr Vater war, mit dem sie schon öfter an Dingen herumgebastelt hätte. Er habe den Ausschlag für ihre Überlegungen gegeben, vielleicht den Beruf einer Fahrzeuglackierin oder Karosserieinstandhaltungsmechanikerin zu erlernen. „Aber ganz sicher bin ich noch nicht“, meinte sie dann. „Ergotherapeutin finde ich auch interessant.“

In dem Fall allerdings würde Kim-Lara einen Beruf ergreifen, wie Sandra Mann (34) von der Schönberger Ergotherapie-Praxis Wegemann erklärte, der zurzeit zumindest noch mehr von Frauen nachgefragt wird. Obwohl ihn auch langsam Männer für sich entdecken – auch Jungs aus der Regionalen Schule erkundigten sich tatsächlich nach den Ausbildungsmöglichkeiten an Sandra Manns Stand.

So ganz zügig müssen sich zumindest die Schüler der 7. Klasse bezüglich ihrer Berufswahl auch noch nicht entscheiden. Sie haben schließlich noch einen weiteren Lehrlingstag an der Schule vor sich, der in zwei Jahren erneut stattfinden wird.

Hartmut Lange, stellvertretender Schulleiter, ist jedenfalls stolz auf die Veranstaltung, die von Ina Kleinfeldt, Lehrerin für das Wahlpflichtfach „Berufsorientierung“, an der Schule organisiert wird. „Wir haben einen guten Kontakt zu vielen Schönberger Firmen. Unsere Schüler absolvieren ihre Schulpraktika in der 9. und 10. Klasse oft in Schönberg und oft kommt dabei eine Lehrstelle heraus.“

Nicht so schlecht für die ansässigen Unternehmen, in Zeiten, in denen die Auszubildenden gut umworben werden müssen – und die Hansestadt Lübeck nicht weit weg liegt. Von den 20 Schülern der 10.

Klasse, sagt Lange, warten lediglich vier noch auf Bescheid. All anderen haben bereits einen festen Ausbildungsplatz.

Mit einem Stand dabei waren in diesem Jahr die Schönberger Firmen Metallbau GmbH (Mebak), TLB-Haustechnik, Pflanzenmarkt Rahlf und Söhne, Firma Lau, Ergotherapie Wegemann, Arztpraxis Matze und die IHK Schwerin.

Annett Meinke

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