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Grevesmühlen Statt Geschenken: Geburtstagsgäste spenden 3100 Euro
Mecklenburg Grevesmühlen Statt Geschenken: Geburtstagsgäste spenden 3100 Euro
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00:21 16.05.2018
Sven Schiffner von der VR Bank in Grevesmühlen freut sich, die 3100 Euro an Norbert Koschmieder von bleib.mensch zu überreichen. Quelle: Foto: Annett Meinke
Grevesmühlen/Warnow

Erhard Bräunig, ehemaliger Landrat Nordwestmecklenburgs, später Bürgermeister von Plüschow, war ein Freund des Warnowers Andreas Krolow. Als dieser im vergangenen Jahr den ersten runden Geburtstag, seinen 60., ohne seinen langjährigen Freund feiern musste, dachte er sich etwas Besonderes aus:„Ich brauchte keine Geschenke, also bat ich meine Gäste, im Gedenken an Erhard zu spenden.“

Im Jahr 2016 – Bräunig war August 2015 bei einem Unfall verstorben – war zum ersten Mal der Erhard-Bräunig-Preis für besonderes ehrenamtliches Engagement im Landkreis vergeben worden. Ins Leben gerufen hatte ihn die Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank Mecklenburg.

Sagenhafte 3100 Euro spendeten Andreas Krolows Geburtstagsgäste – die nun von Sven Schiffner von der Bürgerstiftung an den Grevesmühlener Flüchtlingshilfeverein bleib.mensch übergeben wurden.

„Wir haben uns für diesen Verein entschieden, weil auch Erhard Bräunig sich vor seinem Tod für Flüchtlinge engagiert hat“, so Schiffner.

Norbert Koschmieder vom Grevesmühlener Flüchtlingshilfeverein nahm das Geld im Beisein von Andreas Krolow – der ansonsten aber lieber im Hintergrund blieb – entgegen. Krolow drückte bei dem Termin seine Hoffnung aus, dass den Menschen aus Syrien und Eritrea, die der Verein vor allen Dingen bei der Integration unterstützt, „auf fördernde und fordernde Weise begegnet wird.“

Bräunig, der vor seinem Tod Deutsch für Flüchtlinge unterrichtet hatte, sei jemand gewesen, der viel gegeben hätte, aber von anderen eben auch viel verlangt habe, so Krolow. Erhard Bräunig, so der Warnower weiter, sei der Ansicht gewesen, dass das gute Beherrschen der deutschen Sprache, die grundlegende Voraussetzung dafür sei, um in Deutschland zurechtzukommen und der Gemeinschaft vielleicht irgendwann einmal das zurückgeben zu können, was gegeben wurde.

Koschmieder bedankte sich für die Spende und erklärte, dass es dem Verein immer um Hilfe zur Selbsthilfe gehe. „Allerdings“, so Koschmieder, „wichtig ist auch, dass die Menschen, die zu uns kommen, ihre Identität behalten dürfen. Es geht nicht um Assimilation, sondern um Integration.“

Sven Schiffner und Susanne Peters von der Bürgerstiftung der VR Bank fanden die Idee, Jubiläen zu nutzen, um Geld im Namen des Bräunig-Preises zu sammeln, wegweisend. „Wer das Bedürfnis hat, diesem Beispiel zu folgen“, so Schiffner, „kann sich vertrauensvoll an uns wenden. Wir wissen genau, welche ehrenamtlich Tätigen dringend Unterstützung brauchen.“

Annett Meinke

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