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Strafanzeige gegen Tafel-Vorsitzenden in Grevesmühlen

Grevesmühlen Strafanzeige gegen Tafel-Vorsitzenden in Grevesmühlen

Die Mitgliederversammlung in dieser Woche eskalierte / Claus Adamoschek wirft Jürgen Schulte unflätiges Verhalten vor

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Turbulent ging es auf der Mitgliederversammlung in dieser Woche bei der Grevesmühlener Tafel zu.

Quelle: Fotos: Dirk Hoffmann

Grevesmühlen. Starker Tobak auf der Mitgliederversammlung der Grevesmühlener Tafel. Lautstark, teilweise auch unter der Gürtellinie, wurden die Meinungsverschiedenheiten ausgetragen. Sie reichten von Beschimpfungen bis hin zu zwei Strafanzeigen von Claus Adamoschek gegen den Vorsitzenden Jürgen Schulte.

 

OZ-Bild

Jürgen Schulte

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Eine Anzeige hat Adamoschek bei der Staatsanwaltschaft bereits gestellt, wie er auf der Versammlung erklärte. Darin wirft er Schulte vor, Menschen beschimpft und teilweise sogar bedroht zu haben, wenn sie Waren abholen wollten. Andere Mitglieder wollten das so nicht bestätigen und wiesen die Vorwürfe zurück. Zwar würde Schulte manchmal etwas lauter werden, aber das wäre nun einmal sein Naturell. Von Bedrohungen oder sogar Schlägen wüssten sie nichts.

Fest entschlossen ist Adamoschek auch, am Montag Schulte beim Finanzamt anzuzeigen. Zum einen wären unter anderem die Kassenbelege nicht korrekt gegengezeichnet worden, und er habe trotz Nachfrage auch keine Einsicht in das Fahrtenbuch erhalten. Nach der ersten Kassenprüfung am 5. Januar mit den von Adamoschek angebrachten Beanstandungen war am 3. Februar eine Nachprüfung angesetzt worden.

Dieser Termin platzte, da die Kassenwartin Manina Plate-Evert einen Arzttermin hatte und nicht erscheinen konnte. Für Adamoschek war damit das Maß voll. „Ich stelle den Antrag, dem Vorstand nicht die Entlastung zu erteilen“, erklärte er auf der Versammlung.

„Darüber können nur die Mitglieder entscheiden“, entgegnete Martin Bauer, der die Versammlung leitete, dabei immer wieder um Ruhe und Sachlichkeit warb. Die Arbeit würde ehrenamtlich durchgeführt, teilweise sogar von Menschen, die selbst bedürftig sind. Da könne man nicht die gleichen Maßstäbe wie in einem Geschäft ansetzen, so Bauer. Er machte den Vorschlag, einen Buchprüfer hinzuzuziehen, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Bei zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen stimmte die Mehrheit der 24 anwesenden Mitglieder einer Entlastung des Vorstands mit der Einschränkung zu, dass bis zum 30. April eine Nachprüfung durch einen Buchprüfer zu erfolgen hat. Bei diesen Misstönen gerieten die Erfolge der Tafel an diesem Abend fast zur Nebensache. Im Juni 2016 war sie in Grevesmühlen ins Leben gerufen worden. Bis zu 15 bedürftige Menschen kommen nach Aussage des Vorsitzenden Jürgen Schulte regelmäßig in die Wismarsche Straße, um dort in der Ausgabestelle Lebensmittel in Empfang zu nehmen. Mit Waren und Menschen, die bei der Ausgabe helfen, sei man derzeit gut aufgestellt. Das würde auch die Finanzen betreffen, wie Schulte weiter ausführte. Die vorgetragenen Zahlen der Kassenwartin Manina Plate-Evert bestätigen das. In ihrem Bericht sprach sie von einem Kassenbestand von 1369 Euro zum 31. Dezember 2016. Martin Bauer warnte allerdings davor, diese Zahlen überzubewerten. Zwar würde man damit einen zweimonatigen Vorlauf haben, um die Aufwendungen deckeln zu können. Man sei aber nach wie vor auf Spenden angewiesen.

Unerwähnt hatte Schulte indes in seinem Bericht auch nicht die Einrichtung weiterer Ausgabestellen der Tafel in Schönberg und Klütz gelassen. In Schönberg würde es einen massenhaften Andrang geben, in Klütz war die Stelle erst in der vergangenen Woche eingerichtet worden.

Nach dem gut angenommenen Bastelnachmittag für Kinder in Vorbereitung des vergangenen Weihnachtsfestes sind nach Aussage der Kassenwartin für 2017 Wiederholungen zu Ostern und Weihnachten vorgesehen.

Dirk Hoffmann

OZ

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