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Grevesmühlen Streit um Mitgliedschaft in einem Freizeit-Club
Mecklenburg Grevesmühlen Streit um Mitgliedschaft in einem Freizeit-Club
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00:00 18.06.2016

Das hatte sich Elke P. (53) aus Neu Degtow nicht träumen lassen – selbst einmal als Beschuldigte vor Gericht zu stehen. Die Krankenpflegerin hatte im Jahr 2013 Strafanzeige gegen die JFC-Julie GmbH Freizeitclub gestellt, die insgesamt viermal – im Jahr 2009 und 2013 – einen Betrag von jeweils 62,50 Euro von ihrem Konto abgebucht hatte. Der Club vermittelt Partnerkontakte.

Nun wurde Elke P. vorgeworfen, mit der Anzeige eine Straftat vorgetäuscht zu haben. Sie hätte, so lautete die Anklage, mit besagtem Club im Jahr 2009 einen Vertrag geschlossen. Richter Hinrich Dimpker wollte von Elke P. wissen: „Wieso haben Sie, wenn Sie tatsächlich nie Kundin des Clubs waren, nicht bereits in 2009 Strafanzeige gestellt? Zu dem Zeitpunkt als die ersten Beträge abgebucht wurden?“ Elke P. erklärte: „Ich habe damals nicht mitbekommen, dass diese Beträge von meinem Konto gingen.“

Als Beweis für die Mitgliedschaft von Elke P. hatte der Club einen Vertrag mit ihr vorgelegt und die Vereinbarung zur Zahlung von 24 Monatsraten, inklusive bereits von Elke P. unterschriebener Überweisungsscheine. Außerdem ein Foto aus der Kundendatei, das die Beschuldigte im Profil zeigen soll.

Der Rechtsanwalt von Elke P. erklärte, dass der Vertrag von seiner Kundin nicht abgeschlossen worden sei. Strittig sei zudem, ob es sich bei dem Foto wirklich um Elke P. handele. „Es gibt keine gutachterliche Aussage dazu“, führte er aus, „ob die Unterschriften von meiner Mandantin stammen oder nicht.“ Richter Dimpker wies darauf hin, dass „durchaus noch die Möglichkeit besteht, ein Gutachten anfertigen zu lassen.“

Eine ehemalige Außendienstmitarbeiterin des Freizeitclubs erklärte dem Gericht Dienstleistungen und Geschäftsbedingungen der JFC-Julie GmbH. Der Club schaltet Partnerschaftsanzeigen in kostenlosen Wurfblättern. Meldet sich ein Interessent unter der in der Annonce angegebenen Telefonnummer, vereinbart ein Außendienstmitarbeiter des Clubs einen Termin. Die Vermittlung an einen Kunden des Freizeitclubs erfolgt nur dann, wenn derjenige, der auf eine Anzeige reagieren will, selbst Kunde im Club wird. „So sind wir immer vorgegangen“, erklärte die Zeugin. „Erst wurde ein Vertrag ausgefüllt und unterschrieben und dann die ausgefüllten Überweisungen.“

Der Richter fragte Elke P. nachdrücklich: „Sind das Ihre Bankdaten im Vertrag, die eingetragen wurden?“ Die Beschuldigte nickte. Ihr Rechtsanwalt warf ein, dass das kein eindeutiger Beweis sei.

Kontodaten könne man kaufen. Letztlich jedoch waren er und seine Mandantin mit der Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld gegen die Zahlung einer Auflage von 400 Euro an den Förderverein Kirche Klütz einverstanden.

Annett Meinke

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