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Streitpunkt Kurt-Bürger-Stadion: Was hat Priorität?

Wismar Streitpunkt Kurt-Bürger-Stadion: Was hat Priorität?

Stadt Wismar und Kreissportbund wollen einen trockenen Rasen, der FC Anker neue Umkleidekabinen und eine Flutlichtanlage

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Dass der derzeitige Zustand des Kurt-Bürger-Stadions katastrophal ist, darüber sind sich alle Seiten einig. Jahrelang wurde in die Wismarer Sportstätte nicht investiert, mit dem Resultat eines Sanierungsstaus.

Quelle: Fotos: Vanessa Kopp (2), Oz (3)

Wismar. Fluchtlichtanlage oder trockener Rasen? Neue Umkleidekabinen oder eine ordentliche Laufbahn? Dass im Wismarer Kurt-Bürger-Stadion dringend etwas gemacht werden muss, darüber herrscht Einigkeit. Streitpunkt ist nun, wie die Prioritäten gesetzt werden. In einer außerordentlichen Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport, Jugend, Bildung und Soziales haben sich Stadt, Kreissportbund, Schulen und der FC Anker zu diesem Thema beraten – ohne einen Konsens zu finden. Der Stadt steht eine Förderung von 1,3 Millionen Euro für das Stadion zur Verfügung – angesichts der Mängelliste ein Tropfen auf den heißen Stein.

OZ-Bild

Stadt Wismar und Kreissportbund wollen einen trockenen Rasen, der FC Anker neue Umkleidekabinen und eine Flutlichtanlage

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Angespannte Stimmung im Senatszimmer des Rathauses, die Fronten verhärtet, die Diskussion emotional. „Wir wissen, dass das Geld knapp ist. Doch wir dachten, als Hauptnutzer des Stadions dürfen wir mitreden“, so Reinhart Kny, Vizepräsident des Oberligisten FC Anker Wismar. „Über Jahre ist im Stadion nichts gemacht worden. Wir haben mehr als 600 Vereinsmitglieder und rund 200 Kinder, die bei uns trainieren.“ Die Zustände in den Umkleidekabinen seien katastrophal, auf den Tribünen hätten bereits Generationen gesessen und die Katakomben seien nicht mehr sicher, schildert Kny. Drei Wünsche hat sich der Fußballverein überlegt, die bei der Sanierung Priorität haben sollten: Eine Flutlichtanlage, um das Stadion besser in den Trainingsbetrieb miteinzubeziehen. Die Sanierung der sozialen Räume der Kinder – besonders auch aus hygienischen Gründen. Und vernünftige Sitzplätze.

Das sehen die weiteren Beteiligten anders. „Das Stadion ist eine Katastrophe, wie alle Sportstätten in Wismar“, lautet das Urteil von Mirko Gärber, Schatzmeister der Kreissportbundes Nordwestmecklenburg. Er unterstütze grundsätzlich alle Aktivitäten, der wichtigste Punkt sei jedoch eine Dränage zur Entwässerung des Platzes. Dem stimmt auch Uwe Möller, Schulleiter der Tarnow-Schule zu. „Das Stadion ist für den Schulsport eine wichtige Größe. Doch in der Vergangenheit mussten immer wieder Sportfeste abgesagt werden. Regnet es einige Tage zuvor, steht der Platz unter Wasser.“ Und ist es lange trocken, würde die Laufbahn für die Sportler unbrauchbar. „Wird das gemacht, könnten die Schulen das Stadion besser nutzen.“

Bausenator Michael Berkhahn (CDU) gibt zu: „In der Tat ist in der Vergangenheit zu wenig passiert, deshalb haben wir einen Sanierungsstau.“ Von den 1,3 Millionen Euro an Fördergeldern werden rund 500000 Euro für die Sanierung der seit 2012 gesperrten Treppenanlage verwendet. Bleiben 800000 Euro. „Damit ist eine Erneuerung der Umkleidekabinen nicht leistbar“, betont Berkhahn. „Auch eine Flutlichtanlage bringt nichts, wenn der Platz nass ist.“ Für die Wünsche des Fußballvereins reiche derzeit das Geld nicht. „Dafür müssen wir uns eben für die Zukunft überlegen, wie wir das in den kommenden Haushalt einbringen könnten“, lautet Berkhahns Vorschlag. Vorerst sollte das gemacht werden, was finanziell geleistet werden könne und allen Beteiligten nutze: Treppenanlagen, Dränage, Laufbahn. Für Reinhart Kny nicht zufriedenstellend: „In den letzten dreieinhalb Jahren ist ein Spiel wegen Nässe ausgefallen. Wo ist da bitte die Notwendigkeit?“, fragt er. „Rechtfertigen drei bis vier Sportfeste im Jahr diese Dränage?“

Für den Einbau der Entwässerungsanlage würde das Stadion maximal eine Saison als Spielstätte ausfallen. „Wenn das passiert, dann werden wir unsere Sponsoren verlieren“, prophezeit Vereinspräsident Stefan Säuberlich. Der Verein würde daran zerbrechen. Die Stadtverwaltung verspricht jedoch, in diesem Fall Ausweichmöglichkeiten zu finden, beispielsweise auf dem Jahnsportplatz. Wie die Fördermittel schlussendlich eingesetzt werden, darüber entscheidet die Bürgerschaft Ende September.

Vanessa Kopp

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