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Grevesmühlen Feuerteufel zündelte an 150 Strohballen
Mecklenburg Grevesmühlen Feuerteufel zündelte an 150 Strohballen
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14:21 25.10.2018
Und wieder ein Feuer in Grevesmühlen: Eine Strohmiete wurde am Mittwochabend vermutlich absichtlich in Brand gesteckt. Quelle: KARL-ERNST SCHMIDT
Grevesmühlen

Genau drei Wochen war Ruhe. Nach dem Brand am 3. Oktober auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes in der Klützer Straße in Grevesmühlen schlug der Feuerteufel am Mittwochabend offenbar erneut zu.

Am 3. Oktober brannten zwei Lagerhallen auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes ab. Quelle: KARL-ERNST SCHMIDT

Gegen 20 Uhr wurde der Rettungsleitstelle in Schwerin eine brennende Strohmiete gemeldet – wieder auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes. 150 Strohballen verbrannten vollständig. Der Schaden wird mit etwa 6000 Euro beziffert. Vor drei Wochen richteten das Feuer – die Polizei geht in beiden Fällen von Brandstiftung aus – einen Schaden von etwa 250 000 Euro an. Seinerzeit fielen zwei Lagerhallen den Flammen zum Opfer. Das Unternehmen setzte vor Kurzem eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro aus, die für sachdienliche Hinweise, die zur Aufklärung des Falles führen, ausgezahlt wird.

Kameraden unter Generalverdacht

Der Brand machte am Mittwochabend auch aufgrund einer Meldung der OZ auf Facebook schnell die Runde im Internet. Entsetzen, Wut und Mitgefühl mit den im Dauereinsatz befindlichen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grevesmühlen wurden verbreitet. User nutzten aber auch die Plattform, um einen Generalverdacht auszusprechen. So heißt es unter anderem: „Die (Feuerwehrleute, Anm. d. Red.) sollen in den eigenen Reihen nach dem Täter suchen!“ Das macht Grevesmühlens Wehrführer Steve Klemkow richtig wütend. „Klar kann ein Wehrführer seine Hand nicht für alle Kameraden ins Feuer legen. Es gab andernorts bereits genügend Fälle, in denen Feuerwehrleute Brände legten. Wir engagieren uns alle ehrenamtlich und lassen unsere Familien alleine zu Hause. Diese Diskussion nach diesem Brand finde ich unfair“, kommentiert er auf Nachfrage. Schützend vor die Feuerwehr stellen sich auch viele Facebooknutzer. Nur weil es leider schon in den eigenen Reihen vorgekommen sei, solle man nicht alle Feuerwehrleute über einen Kamm scheren, heißt es unter anderem. Und: „Diese Diskussion ist hier völlig daneben. Ich bin sehr froh, dass es immer noch die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren gibt, welche sich zu jeder Tageszeit völlig selbstlos dafür einsetzen, um anderer Leute Hab und Gut und oft auch deren Leben zu retten. Der Dank dafür lässt sich überhaupt nicht in Worte fassen. Mit dieser (...) Vermutung werden alle Feuerwehrleute unter Generalverdacht gestellt (...)“, schreibt eine Leserin.

So arbeiten Brandermittler

Herauszufinden, ob es sich bei Feuer um absichtlich gelegtes oder um einen Unfall handelt, ist Aufgabe von Brandermittlern. Einer von ihnen ist Peter Seeland aus Schwerin, der sich der komplexen Aufgabe stellt. „Wenn es in Gebäuden brannte, arbeite ich mich von außen nach innen“, beschreibt er. Zunächst dokumentiert er die Hinweise von Polizei und Feuerwehr: Wie stellt sich das Brandbild dar? Wie intensiv war das Flammenbild? Gibt es Auffälligkeiten? Wie hoch ist der Zerstörungsgrad? Gab es geöffnete Fenster? Wie ist der Zustand der elektrischen Geräte? „Vor Ort gleiche ich den von Polizei und Feuerwehr ermittelten Kenntnisstand mit dem Erscheinungsbild ab und nehme eine Gesamtbewertung vor“, resümiert Seeland, der seit 1982 in seinem Beruf tätig ist. Und er lokalisiert den Brandherd. Als Hinweise können zum Beispiel Metalle und deren Schmelzpunkte dienen. Zudem werden Brandproben im Labor untersucht. Dort lassen sich chemische Rückstände von brennbaren Flüssigkeiten nachweisen, die auf eine Brandstiftung hindeuten. „Jeder Brand ist etwas Spezielles“, sagt Peter Seeland, der in Mecklenburg-Vorpommern und auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen als externer Brandermittler im Einsatz ist und für Polizisten, Staatsanwaltschaft oder Versicherungen Gutachten erstellt.

Feuerwehrleute im Dauereinsatz

Mit Containerbränden hatte die Serie Ende August in Grevesmühlen begonnen. Quelle: KARL-ERNST SCHMIDT

Seit Längerem halten mehrere Feuer die Grevesmühlener Kameraden in Atem. Begonnen hatte die Serie Ende August mit Containerbränden. Nur einige Woche später brannte in der Wismarschen Straße ein Wohn- und Geschäftshaus. Das Gebäude mit zwei Wohnungen und einer Family-Filiale ist derzeit nicht nutzbar. Auch ein Nachbarhaus wurde beschädigt. Am 3. Oktober brannte es auf dem Gelände des Landwirtschaftsbetriebes.

Das Wohn- und Geschäftshaus in derzeit nicht nutzbar. Quelle: KARL-ERNST SCHMIDT

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