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Supermarkt am Bahnhof: Plan wird weiter verfolgt

Grevesmühlen Supermarkt am Bahnhof: Plan wird weiter verfolgt

Nach langer Diskussion im Ministerium für Infrastruktur hat die Stadt Grevesmühlen es erreicht, weiter am Bau eines Einkaufsmarktes auf dem ehemaligen Güterbahnhof planen zu können.

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„Es war ein sachlicher Termin. Wir konnten unsere Standpunkte darlegen. Aber das Ergebnis ist nichts Fassbares.“ Karin Krüger, Bügerinitiative Südstadt

Grevesmühlen. Es war ein richtig zähes Ringen: Allein drei Stunden brauchten gestern die Grevesmühlener Stadtverwaltung und das Ministerium für Infrastruktur in Schwerin, um eine gemeinsame Pressemitteilung zum Mediationsverfahren in Sachen Bahnhofsgelände herausbringen. Einen Tag lang hatten alle Beteiligten an dem Verfahren zuvor zusammengesessen, um einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu finden.

Und viel ist es nicht, was auf der halben DIN A 4-Seite steht. Immerhin: Die Planungen für den Supermarkt auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofes werden fortgesetzt. „Ergebnisoffen“, wie Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz es formuliert. „Aber es geht weiter, das ist ein Fortschritt.“ Im Gegenzug hat der Investor bei der Größe des geplanten Marktes Abstriche gemacht. Ursprünglich war von 2500 Quadratmeter plus einer Einkaufsmeile, in der weitere Läden untergebracht werden sollen. Diese zusätzlichen Flächen wird es nun in den Planungen nicht mehr geben. „Der Knackpunkt war auch nicht so sehr die Größe des Vorhaben, sondern die Innenstadtverträglichkeit“, so Ditz. Aus Schwerin kommt die klare Ansage, dass das Vorhaben nur dann eine Chance hat, wenn die Nahversorgung anderer Stadtteile nicht gefährdet wird.

Gleichzeitig gibt es Gespräche zur Nachnutzung des Markant-Marktes in der Innenstadt. Einen Umzug, so heißt es in der Mitteilung, wird es erst geben, wenn das Planungsverfahren abgeschlossen ist.

Heißt: Solange Markant nicht neu gebaut ist, bleibt die Versorgung in der Innenstadt gewährleistet. Ebenfalls Bedingung für eine eventuelle Umsiedlung von Aldi: Der Standort am Grünen Weg wird für den Einzelhandel ausgeschlossen.

Einen weiteren Mediationstermin wird es nicht geben. „Es ist alles besprochen worden“, teilte Jürgen Ditz mit. Über den Ablauf der Mediation haben alle Beteiligten Stillschweigen vereinbart. „Es war eine sehr sachliche Veranstaltung“, so Marlis Scholz, Fraktion Die Linke in der Stadtvertretung. „Ich jedenfalls habe mich gut aufgehoben gefühlt.“ Mit einem guten Gefühl ist auch Roland Anderko, Fraktionschef der CDU in Grevesmühlen aus dem Verfahren herausgegangen. „Es wird mit einem Kompromiss enden“, sagte Anderko gestern. „Es gibt einen Beschluss der Stadtvertretung, das Gelände zu entwickeln, und daran halten wir auch fest.“ Allerdings müssten alle Seiten einen Schritt aufeinander zu machen. Und das ist zumindest in Ansätzen auch geschehen. „Trotzdem bin ich der Meinung, dass es noch keine endgültige Entscheidung gibt“, so Jörg Bibow von den Freien Wählern. „Denn auch wenn wir das Thema wieder auf den Tisch bekommen, es gab in der Vergangenheit einige neue Aspekte, die wir berücksichtigen müssen.“ Seiner Ansicht nach müsse man die Innenstadt im Auge behalten. „Positiv ist, dass alle Beteiligten an einem Tisch saßen.“

Wenig Aussichten auf eine schnelle Lösung sieht Karin Krüger von der Bürgerinitiative Südstadt durch die Mediation. „Es ist nichts Fassbares“, sagte sie gestern. Sie hatte zusammen mit anderen Vertretern von Initiativen am Donnerstagnachmittag ihren Standpunkt öffentlich vertreten. Sie fordert nach wie vor eine Versorgung der Anwohner in der Südstadt. „Ob man dafür unbedingt einen Rechtsanwalt braucht, ist allerdings die Frage. Wir sind alles erwachsene Menschen, da sollte es doch möglich sein, dass die Stadt zusammen mit dem Land eine Lösung hinbekommt.“

Das hofft auch Gert Bentin von der Bürgerinitiative Pro Innenstadt. Er sammelt seit Wochen Unterschriften, um den Markt in Stadtzentrum zu erhalten. „Ich hoffe wirklich, dass uns das gelingt.“ An eine schnelle Lösung glaubt Bentin allerdings auch nicht. „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen Weg finden. Ob damit am Ende alle zufrieden sein werden, ist eine andere Frage.“ Er hofft darauf, dass die Versorgung der Innenstadt erhalten bleibt.

Über den zeitlichen Ablauf der weiteren Planungen gibt es bislang keine Informationen. Der ursprüngliche Plan des Investors, im Herbst 2014 den Supermarkt zu eröffnen, ist allerdings nicht einzuhalten.

Chronologie
Anfang Dezember 2012 wird den Stadtvertretern in Grevesmühlen das Konzept vorgestellt, dass den Neubau eines Supermarktes auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes in Grevesmühlen vorsieht. Bauherr ist die Markant-Gruppe, Aldi soll ebenfalls mit an den Standort im Süden der Stadt umziehen. Zur Begründung heißt es, dass der aktuelle Markant-Markt in der Innenstadt eine zu kleine Verkaufsfläche besitze. Ein Ausbau sei kaum umzusetzen. Aldi will ebenfalls weg vom Grünen Weg, der Discounter lebt davon, dass Supermärkte in der direkten Umgebung Kunden anlocken.
Den Standort am Grünen Weg hatte Aldi vor über zehn Jahren gewählt, da damals noch Pläne existierten, ein Einkaufszentrum in der Umgebung zu errichten.
Die Obdachlosenunterkünfte am Bahnhof sollen an die Sandstraße umgesiedelt werden, da im Zuge der Entwicklung des Geländes auch der Straßenverlauf geändert werden muss. Erste Proteste werden laut, als deutlich wird, dass es keinen Nachmieter für Markant in der Innenstadt gibt.
Bauausschuss und Stadtvertretung stimmen Anfang 2013 der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gelände am Bahnhof zu. Als Fertigstellungstermin für den Supermarkt ist Herbst 2014 im Gespräch. Der Widerstand, vor allem unter den Einzelhändlern in der Innenstadt gegen das Projekt wächst.
September 2013 sickert die Nachricht durch, dass das Landesamt für Raumplanung die Aufstellung des B-Planes gestoppt hat mit der Begründung, die anvisierte Fläche des neuen Marktes sei zu groß. Markant verlängert den Mietvertrag am alten Standort. Am 20. März beginnt die Mediation zu diesem Thema in Grevesmühlen.

 



Michael Prochnow

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