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Grevesmühlen Syrischer Anwalt will zurück ins Gericht
Mecklenburg Grevesmühlen Syrischer Anwalt will zurück ins Gericht
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07:44 20.03.2017
Verstehen sich gut: Der Syrer Mohammed Alsaleh und Anwalt Mathias Landmann aus Grevesmühlen mit dem Willkommenslotsen Thomas Glaubitz (v.l.). Quelle: privat
Grevesmühlen

Auf den ersten Blick wirken Mohammed Alsaleh und Mathias Landmann wie ein eingespieltes Anwaltsteam. Sie sitzen vor einem Aktenordner, kennen sich mit Rechtswissenschaften aus, tragen Anzug und Krawatte. Doch Mohammed Alsaleh stammt aus Syrien. Und syrische Anwälte dürfen im deutschen Rechtssystem nicht praktizieren.

Deswegen hat sich Thomas Glaubitz des 30-jährigen Flüchtlings angenommen – als Willkommenslotse. 150 solcher Lotsen gibt es bundesweit. Ihre Aufgabe: die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

Mohammed Alsaleh hat mehrere Jahre als Anwalt für Strafrecht in seiner Heimat gearbeitet. Doch wegen des anhaltenden Bürgerkrieges macht er sich auf den Weg nach Deutschland. Seit anderthalb Jahren lebt er in Wismar. „Ich würde gern wieder als Anwalt arbeiten, aber dafür müsste ich mein Studium wiederholen“, bedauert der Syrer. Statt noch mal jahrelang die Schulbank zu drücken, würde er lieber für international tätige Organisation arbeiten. Dafür braucht er neue berufliche Erfahrungen.

Die sammelt er gerade – dank Thomas Glaubitz. Der Willkommenslotse hat den Syrer vom Integrationsservice des Jobcenters vermittelt bekommen und nimmt Kontakt zu Mathias Landmann in Grevesmühlen auf. Der Anwalt für Verkehrs- und Arbeitsrecht bietet dem Syrer ein Praktikum an. Zwei Monate sind sie zusammen unterwegs.

Gefördert wird das Lotsen-Programm vom Bundeswirtschaftsministerium. Seit dem Start – im März 2016 – sind deutschlandweit 3350 Flüchtlinge in Betriebe vermittelt worden: in Praktika, Ausbildungs- und Beschäftigungsverhältnisse. Wie viele es in Mecklenburg-Vorpommern bislang gewesen sind, kann auf Anfrage nicht mitgeteilt werden.

Etwa 15 Lotsen sind im Nordosten im Einsatz, in Wismar und Nordwestmecklenburg zwei: Jolanta Klein von der Kreishandwerkschaft Nordwestmecklenburg-Wismar und Thomas Glaubitz von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. Sie beraten kleine und mittlere Unternehmen und versuchen, Flüchtlinge und Unternehmen nachhaltig zusammenzubringen.

Kerstin Schröder

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