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Grevesmühlen TSG besiegt Spitzenreiter BFC und ist Meister der Herzen
Mecklenburg Grevesmühlen TSG besiegt Spitzenreiter BFC und ist Meister der Herzen
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00:26 07.05.2018
Die Wismarer TSG-Handballerinnen feiern den Wiederaufstieg in die 3. Liga. Sie mussten einen Konfettiregen – bestehend aus roten Herzen – über sich ergehen lassen. Quelle: Fotos: Daniel Koch (2), Peter Preuss (2).
Wismar

Die Wismarer TSG-Handballerinnen haben sich mit einem 28:18-Sieg gegen Spitzenreiter BFC Preussen Berlin aus der Oberliga Ostsee-Spree verabschiedet. Schon vor dem Anpfiff des Saisonfinales standen Meister und Aufsteiger fest. Die Berlinerinnen hatten den Titel bereits sicher, verzichten aber aus Kostengründen auf den Aufstieg in die 3. Liga. Somit rückt der Tabellenzweite TSG Wismar nach und wird nach einem Jahr Pause wieder in der dritthöchsten Liga des Deutschen Handballbundes (DHB) vertreten sein.

Wismarer Handballerinnen verabschieden sich mit einem 28:18-Erfolg gegen BFC Preussen Berlin und dem Aufstieg aus der Oberliga Ostsee-Spree

Obwohl dem Team der Titelgewinn versagt wurde, feierten die 600 Zuschauer in der Sport- und Mehrzweckhalle die TSG-Handballerinnen als Meister der Herzen. Bei der anschließenden Ehrung mussten sie einen Konfettiregen – bestehend aus roten Herzen – über sich ergehen lassen.

Die Entscheidung über diesen Meisterschaftsausgang ist allerdings am Grünen Tisch gefällt worden, denn den Wismarerinnen wurden wegen eines Formfehlers zwei Punkte abgezogen. Das gewonnene Spiel gegen den Absteiger Berliner TSC (35:9) wurde gedreht und als verloren gewertet. Somit waren die Wismarerinnen um zwei Punkte ins Hintertreffen gegenüber dem Spitzenreiter BFC Preussen geraten. Im direkten Vergleich mit den Berlinerinnen war das Team von TSG-Trainer Christoph Nisius zweimal erfolgreich. Das Hinspiel hatten die Hansestädterinnen mit 21:20 Toren gewonnen.

BFC-Coach Tobias Meyberth gab ehrlich zu, dass sein Team mit Glück den Meistertitel erkämpft hat. „Tut mir leid für die Mannschaft von Wismar. Sie hätte es sportlich verdient, Erster zu werden. Aber wenn der Verein nicht in der Lage ist, die Regularien der 4. Liga einzuhalten, dann hat er es selbst verbockt“, sagte Meyberth. „Im Endeffekt haben es die Wismarerinnen verdient, hochzugehen. Sie waren die beste Mannschaft“, ergänzte er.

Doch der Wermutstropfen störte am Sonnabend beim Saisonfinale niemand mehr. Das TSG-Team bot eine tolle spielerische und kämpferische Leistung, die von den Zuschauern auf den Rängen mit viel Beifall quittiert wurde. Die Schützlinge von Trainer Nisius legten los wie die Feuerwehr. Jennifer Kriegsmann eröffnete den Torreigen für die Gastgeberinnen. Schnell zogen sie davon und lagen nach gut 15 Minuten bereits mit 10:3 in Führung. Beim 14:8 zur Halbzeit waren die Fronten geklärt. Die Einheimischen machten wenig Fehler und konnten die Bälle auch platziert im gegnerischen Gehäuse versenken.

Vor allem Vivien Bartlau zeigte sich vom Siebenmeterpunkt treffsicher, verwandelte alle drei Strafwürfe und erzielte aus dem Spiel heraus noch weitere drei Tore.

Mit viel Beifall wurde auch Torjägerin Vivien Millrath auf dem Parkett von den Zuschauern begrüßt. Ihr Einsatz entschied sich erst kurz vor Spielbeginn. Sie laborierte die ganze Woche an einer Rippenprellung, die sie sich vor einer Woche bei Peffersport Berlin nach einem Zusammenprall zugezogen hatte. Millrath biss die Zähne zusammen und steuerte sogar ein Tor zum umjubelten 28:18-Erfolg bei. „Ich wollte unbedingt im letzten Spiel dabei sein“, freute sie sich, dass es geklappt hat.

Trainer Christoph Nisius war am Ende mit der Leistung seines Teams mehr als zufrieden, auch wenn die Gäste auf drei ihrer Stammspielerinnen verzichteten. „Es war von Anfang bis Ende eine Freude, den Mädels beim Spielen zuzusehen. Die Abwehr hat unfassbar und motiviert gearbeitet. Es ist ein schöner Saisonabschluss. Wir haben gezeigt, dass wir verdient aufgestiegen sind“, lobte der TSG- Trainer sein Team.

Neben der Freude gab es aber auch Tränen. Mit Emilie Krohn, Melanie Tegler, Jennifer Kriegsmann, Julia Wilhelm und Eleni Evangelidou verabschiedeten sich fünf Spielerinnen aus unterschiedlichen Gründen von der TSG. Sie erhielten ein Erinnerungsbild von ihrem Team. „Es war eine tolle Zeit, die ich hier in Wismar erleben durfte“, sagte Evangelidou mit feuchten Augen. Die 28-jährige Rückraumspielerin wechselt zum Ligakonkurrenten Grün-Weiß Schwerin.

Anschließend feierten die TSG-Spielerinnen, die für das Saisonfinale Kuchen gebacken und ihren Fans kostenlos angeboten hatten, noch lange in und vor der Sport- und Mehrzweckhalle. Drinnen gab es Freibier.

„Ende gut, alles gut“, war TSG- Geschäftsführer Klaus-Dieter Soldat erleichtert. TSG-Präsident Torsten Wehr versicherte, dass alle Weichen für die kommende Saison in der 3. Liga gestellt sind. „Es ist alles klar, die Mannschaft steht. Es kann also losgehen“, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Doch auf den Start müssen die Wismarer Handballfans noch ein wenig warten. Die Saison in der 3. Liga beginnt erst im September – vielleicht sogar mit einem Heimspiel.

Statistik

TSG Wismar: Steiner, Schultz – Krohn 3, Tegler, Kriegsmann 4, Bibow 1, Wilhelm, Dürl 1, Pinkohs 5, Powierski 2, Bartlau 6, Evangelidou 4, Misevska 1.

BFC Preussen: Skrzypczak, Ktretschmer – Ewert, Leder 3, Schidlewski, Obermann 1, Löchel, Schnitzer 4, Hamann 3, Kieschke 1, Linke 1, Fechner, Barthel 5.

Siebenmeter: TSG 6/5, BFC 5/3.

Strafminuten: TSG 14, BFC 6.

Spielfilm: 1:0 (1.), 4:1 (11.), 10:3 (16.), 13:6 (24.), 14:8 (28.), 17:10 (36.), 20:11 (39.), 23:13 (47.), 27:15 (57.) 28:18 (60.).

Peter Preuß

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