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Grevesmühlen Traum von den eigenen vier
Mecklenburg Grevesmühlen Traum von den eigenen vier
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18:24 15.05.2018
Rostock: Die Hansestadt hat kaum noch Flächen für Wohngebiete. In Diedrichshagen gibt es Planungsrecht für 20 weitere Einfamilienhäuser. Quelle: Foto: Sander
Rostock/Bad Doberan/Wismar/ Grevesmühlen

Grundstücke sind in Rostock heiß begehrt. Für Einfamilienhäuser gibt es aktuell jedoch keine verfügbaren Flächen mehr, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Den Schwerpunkt legen die Stadtplaner derzeit auf den Bau von Mehrfamilienhäusern. 120 000 Wohnungen gibt es in Rostock, davon sind nur 13 000 in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Bis 2023 könnten insgesamt 9600 neue Wohneinheiten entstehen, davon 6710 im Rahmen der Bebauungspläne, knapp 2000 auf kommunalen Flächen im unbebauten Innenbereich und etwa 1000 Wohnungen auf Privatflächen im unbeplanten Bereich, heißt es von der Stadt. Das bedeutet aber nicht, dass in den kommenden Jahren keine Einfamilienhäuser mehr gebaut werden. So gibt es momentan Planungsrecht für insgesamt 120, davon 20 in Diedrichshagen, 50 im Dorf Toitenwinkel und 50 im Wohngebiet Kalverrad. „Wir gehen davon aus, dass diese Häuser auch 2018 fertiggestellt werden“, sagt Kunze. Nach Angaben des Stadtplanungsamtes könnten im kommenden Jahr noch je 50 Einfamilienhäuser in der Neubrandenburger Straße und im Kiefernweg entstehen, 2020 weitere 200 Einfamilienhäuser im Kiefernweg und 150 im Melkweg.

„Für 2021 rechnen wir derzeit mit weiteren 80 Einfamilienhäusern an der oberen Warnowkante in Gehlsdorf und 100 weiteren im Melkweg“, verrät der Stadtsprecher. Die Pläne für einen neuen Stadtteil mit dem Namen „Groß Biestow“ mit viel Platz für Häuslebauer verschwanden erst einmal wieder in der Schublade.

Sehr zum Unwillen von Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) planen die Nachbargemeinden indes neue Wohngebiete. Erst Anfang des Jahres hatte Methling Klage gegen die Gemeinden Rövershagen und Nienhagen eingereicht, die an ihren Plänen zur Erschließung neuer Baugebiete festhalten. Der Gang zum Oberverwaltungsgericht war die Eskalation eines lange schwelenden Streits zwischen Rostock und 17 Umlandgemeinden. Methling wollte den Gemeinden untersagen, neue Baugebiete auszuweisen – ohne Ausgleichszahlungen an die Hansestadt. Der Grund: Die Einwohner des Umlandes würden viele Einrichtungen der Stadt nutzen, die Kosten würden aber lediglich Rostocker Steuerzahler tragen.

Der bisherige Raumentwicklungsplan sieht vor, dass einige Gemeinden bis 2021 ohne die Zustimmung Rostocks nur bis zu drei Prozent wachsen dürfen. Allerdings wird an dieser Klausel seit Wochen heftig gebastelt.

In anderen stadtnahen Gemeinden wird unterdessen fleißig gebaut. In Sanitz beispielsweise werden bis 2021 vier Wohngebiete mit etwa 140 bis 150 Grundstücken erschlossen und zur Vermarktung angeboten, teilt Ralf Höring, Fachbereichsleiter der Bau- und Grundstücksverwaltung der Gemeinde mit. Aktuell entwickelt wird das Wohngebiet „Sülzer Straße“ in Sanitz. Erschließungsträger ist die Stäbelower Entwicklungsgesellschaft. Die insgesamt 47 Grundstücke werden zwischen 600 und 800 Quadratmeter groß.

Ein knappes Jahr hat die Stadt Tessin für die Erschließung ihres jüngsten Wohngebietes benötigt. Ende Mai wird „Am Spälbarg“ an die Häuslebauer übergeben. 42 Baugrundstücke entstehen auf dem 3,6 Hektar großen Gelände. 21 sind bereits verkauft, neun reserviert. Der Preis für das voll erschlossene Bauland beträgt 90 Euro pro Quadratmeter. Tessins Bürgermeisterin Susanne Dräger freut sich über die große Nachfrage. „Wir haben Rückkehrer, junge Familien, die sich nach Ausbildung und ersten Berufsjahren wieder in Tessin ansiedeln wollen.“ Aber auch ältere Menschen würden in der Recknitzstadt mit guter Infrastruktur in Wohneigentum investieren.

Bentwisch plant ein Wohngebiet mit 50 Grundstücken, auch Kritzmow hat fertige Pläne in der Schublade. In der Stadt Schwaan gibt es derzeit keine erschlossenen Baugrundstücke. Im Moment werde das Baugebiet Vorbecker Landweg West/Böhlenrade überplant, sagt Bürgermeister Mathias Schauer. Die Erschließung solle voraussichtlich 2019 beginnen, „sodass dann wieder etwa 50 Baugrundstücke in Schwaan zur Verfügung stehen“.

XXL-Wohngebiet in Doberan

250 neue Grundstücke entstehen aktuell auf dem erweiterten Kammerhof in Bad Doberan – sie sind fast alle verkauft. Die Grundstückspreise bewegen sich zwischen 120 und 140 Euro pro Quadratmeter. Damit leben in der Münsterstadt künftig gut 13 000 Einwohner – Rekord.

Der Bedarf an Wohnraum ist damit noch längst nicht gedeckt. Deshalb sucht die Stadt weiter nach geeigneten Flächen – und ist offenbar an der Nienhäger Chaussee fündig geworden. Demnach könnten auf der aktuell noch unbebauten, etwa 2,5 Hektar großen Ackerfläche 24 Grundstücke für Einfamilienhäuser entstehen.

„Diese Parzellen haben eine Größe zwischen 500 und 700 Quadratmetern“, erklärt Norbert Sass, Leiter im Amt für Stadtentwicklung. „Der Bebauungsplan sieht hier eine ein- oder zweigeschossige Bauweise vor – Ferienwohnungen sind ausgeschlossen.“

Baugenehmigungen

2338 Baugenehmigungen für neue Einfamilienhäuser wurden laut Statistik 2017 in Mecklenburg-Vorpommern erteilt. Das ist ein neuer Rekord. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Baugenehmigungen stetig gestiegen. Zum Vergleich: 2007 wurden 1974 Genehmigungen für Neubauten mit einer Wohnung im Nordosten erteilt.

Bauboom und Lohnkosten treiben die Preise nach oben. Rund 30 Prozent mehr werden Bauherren in MV nach Schätzung des Landesbauverbandes in den kommenden Jahren bezahlen müssen.

Christina Milbrandt, Heiko Hoffmann, Lennart Plott

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