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Treffen der Junggebliebenen

Grevesmühlen Treffen der Junggebliebenen

1. Grevesmühlener Seniorenkonferenz war gut besucht. Thema war unter anderem der Umgang älterer Menschen mit den digitalen Medien.

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Quelle: Annett Meinke

Grevesmühlen. Man hätte meinen können, das Motto der 1. Grevesmühlener Seniorenkonferenz sei vielleicht ein bisschen zu plakativ: „Jung bleiben in Grevesmühlen“. Doch angesichts der circa 140 geistig und körperlich überaus agilen Grevesmühlener, die gestern Nachmittag zur Veranstaltung im Rathaussaal auftauchten, war festzustellen, dass das der Realität vieler älterer Grevesmühlener offenbar ziemlich nah kommt.

So wunderte es kaum, dass der Vortrag des Greifswalder Universitätsprofessors Roland Rosenstock, der für einen aktiven und kreativen Umgang älterer Menschen mit Digitalität und Medien plädiert, bei den Grevesmühlener Senioren offensichtlich besonders gut ankam.

Laut Rosenstock kommt die ältere Generation um das Digitale nicht herum – zumindest dann nicht, wenn sie in lebendigem Kontakt mit den Enkeln bleiben will, wenn sie verstehen will, was die jungen Leute bewegt, aber auch dann nicht, wenn sie gesund bleiben will. „Wissen Sie, wie viele Gesundheit-Apps für das Smartphone es inzwischen gibt?“, fragte Rosenstock ins Publikum und beantwortete die Frage dann gleich selbst: „100 000!“

Das erstaunte die Grevesmühlener Senioren dann doch – allerdings gab es tatsächlich bereits ein paar unter ihnen, die am Handgelenk eine Fitness-Uhr trugen, die mit dem Smartphone verbunden ist und weitaus mehr kann, als Schritte zählen und Blutdruck messen.

Peter Neumann aus Grevesmühlen (70) überprüft damit sogar, wie er während der Kaffeepause verriet, seine Schlafphasen. Ganz genau kann er auf seiner Fitness-Uhr sehen, ob er tief und erholsam geschlafen hat oder nicht. Neumann gehört also defintiv nicht zu den Mecklenburger Senioren, die, wie der Greifswalder Uniprofessor erklärte, Angst vor der neuen Technik haben.

Laut Rosenstock nutzen in Mecklenburg-Vorpommern bisher nur ein Prozent der über 70-Jährigen Gesundheits-Apps auf Smartphones. Dennoch haben um die 70 Prozent der älteren Menschen in MV regelmäßig Kontakt mit dem Internet, die restlichen 30 Prozent demnach nicht.

Auf der 1. Seniorenkonferenz in Grevesmühlen, die von Sven Schiffner moderiert wurde, ging es aber nicht nur um das Digitale. Das Programm, das sich über drei Stunden erstreckte – samt Pause mit Kuchen und Kaffee, von Schülern des Gymnasiums angeboten, die damit ihren Abiball mitfinanzieren – war weit gefächert. Eine Tatsache – wie Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler erwähnte, der auch eine Fortsetzung des Formats Seniorenkonferenz versprach – die Dorina Reschke, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt geschuldet war, die das Programm auf die Beine gestellt hat.

Es ging um die allgemeinen Bedingungen des Älterwerdens in MV, um die konkrete Infrastruktur in Grevesmühlen, um Wohnen im Alter, um Partizipation und bürgerschaftliches Engagement und um die Möglichkeiten für Seniorensport in den Sportvereinen der Stadt.

Mit einer Vision von Grevesmühlen in zehn Jahren endete der Nachmittag. Einhellig war man der Meinung, dass die Einwohnerzahl der Stadt, die bisher der allgemeinen Statistik des Einwohnerschwunds in MV entgegenhält, was zum nicht unwesentlichen Teil mit der guten Lage von Grevesmühlen begründet wird, das nah an der Autobahn A20 liegt, weiter wachsen wird.

Annett Meinke

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