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Trotz Trauer arbeitet der Behindertenverband weiter

Grevesmühlen Trotz Trauer arbeitet der Behindertenverband weiter

Uta Seidel, langjährige Vorsitzende des Grevesmühlener Behindertenverbands, ist Anfang Dezember

verstorben. Ihre Stellvertreterin wird die Nachfolge antreten.

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Ein Stuhl bleibt leer. Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter des Behindertenverbandes bei der Sitzung: Sylvia Rau (von links), Angelika Ruhnke, Stefanie Sahmkow, Birgit Sahmkow, Ronny Kaßner, Monika Kebschull und Heidrun Lange.

Quelle: Fotos: Wilfried Erdmann, Annett Meinke

Grevesmühlen. Vor einer Woche wurde Uta Seidel, die Vorsitzende des Grevesmühlener Behindertenverbandes, in Grevesmühlen beigesetzt. Am 6. Dezember vergangenen Jahres war sie im Hospiz Schloss Bernstorf verstorben. Der Schock und die Trauer über den Verlust sind den Vorstandsmitgliedern des Behindertenverbandes immer noch deutlich anzumerken. Obwohl der Tod ihrer Vorsitzenden, die an Krebs litt, nicht unerwartet kam.

Heidrun Lange, stellvertretende Vorsitzende des Behindertenverbandes, die zurzeit die Geschäfte führt: „Wir wussten, dass es kommen wird. Aber die Hoffnung stirbt ja doch zuletzt.“ Sie sagt auch, dass Uta Seidel für den Verband nicht zu ersetzen sei. „Ihre Art von Präsenz, ihre Durchsetzungskraft, das Netzwerk, das sie zum Wohl der behinderten Menschen über die vielen Jahre aufgebaut hat — es kann und wird keine zweite Uta Seidel geben. Es sind riesige Fußstapfen, in die ein Nachfolger treten muss. Das wird nicht einfach.“ Und Heidrun Lange weiß genau, wovon sie spricht. Nicht nur, weil sie Uta Seidel in der gemeinsamen Arbeit über viele Jahre aus direkter Nähe erleben konnte. Auch, weil klar ist, dass die Vorstandsmitglieder sich einhellig wünschen, dass sie es ist, die die Nachfolge von Uta Seidel antritt.

„Wir wissen Niemanden, der dazu besser geeignet wäre als Heidrun“, bekräftigt Birgit Sahmkow, die zum erweiterten Vorstand des Verbandes gehört. Auch Uta Seidel hat das offensichtlich so gesehen. Die Frau, die vor ihrem Tod alles bis ins Detail regelte, selbst die Blumenarrangements für ihre Beerdigung, wollte auch die Geschäfte des Verbandes nach ihrem Weggang in den richtigen Händen wissen: „Du gehst doch jetzt in Altersteilzeit“, hatte sie zu Heidrun Lange gesagt, als diese sie im Hospiz besuchte. „Da hast du doch dann mehr Zeit, und du kennst dich aus.“ Eigentlich hatte Heidrun Lange vor, das Leben etwas ruhiger angehen zu lassen. Doch andererseits war ihr klar: „Der Behindertenverband, das ist ‘Utas Baby‘, darum müssen wir uns kümmern. Grevesmühlen ist eine soziale Stadt, in der Menschen mit Handicap mittlerweile ihren respektierten Platz haben. Und das soll so bleiben. Also werde ich den Vorsitz des Verbandes nach der Wahl Ende März übernehmen.“

Trotz großer Trauer um Uta Seidel bleibt keine Zeit, um bis zur Wahl tatenlos zu bleiben.Vieles ist nahtlos weiter zu organisieren. Zum Beispiel die Freizeitangebote im Clubraum des Museums- und Vereinshauses. An jedem Montag, Donnerstag und Sonnabend erhalten behinderte Menschen — die zum Teil in häuslicher Pflege leben, zum Teil im St. Georg-Stift — die Möglichkeit, miteinander Karten zu spielen, zu malen oder zu basteln. „Diese Angebote“, sagt Monika Kebschull, Mitglied des Vorstandes und Leiterin des St.-Georg-Stiftes, „wollen wir erweitern. Wir wollen es einigen unserer Mitglieder zum Beispiel ermöglichen, regelmäßig in Wismar zu bowlen.“ Hinzu kommen die Höhepunkte der Verbandsarbeit: Fasching, Tanztee, das Sommerfest, ein Ausflug im Jahr, eine Gala und die Weihnachtsfeier. Die Vorbereitung und Organisation dieser Veranstaltungen erfordert auch logistische Fähigkeiten, handelt es sich doch bei 70 bis 80 Prozent der Verbandsmitglieder um geistig behinderte Menschen. Auch die Verwaltung der Belange des Verbandes nimmt Zeit in Anspruch. In vieles muss sich Heidrun Lange nun noch tiefer hineindenken. Zunächst einmal geht es darum, dafür zu sorgen, dass sich die Anzahl der Mitarbeiterinnen — derzeit vier — nicht verringert. Dazu sind Anträge auf Lohnkostenzuschuss bei der Stadt und beim Landkreis zu stellen. Im März und April müssen beim Jobcenter zudem neue Anträge auf „Ein-Euro-Jobber“ gestellt werden. Zur Zeit sind es zwei, die für den Verband arbeiten. Verwendungsnachweise von Geldern müssen geführt werden, Sachkostenabrechnungen erstellt werden. Etwas liegt Heidrun Lange noch am Herzen: „Wir suchen dringend ehrenamtliche Unterstützung bei der Organisation und gerne auch im Vorstand. Auch unsere Homepage muss aktualisiert werden. Wir freuen uns über jeden, der ein wenig Zeit hat und sich bei uns im Vereinshaus meldet.“

„Heidrun Lange hat das Vertrauen des Vorstandes.“

Monika Kebschull, Vorstandsmitglied

 



Annett Meinke

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