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Grevesmühlen Über Granit hinein in den Kirchhof
Mecklenburg Grevesmühlen Über Granit hinein in den Kirchhof
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14:26 01.08.2018
Freuen sich, dass die Kirche nach 13 Jahren wieder einen eigenen Zugang hat (v. l.): Sven Kutschera vom Kirchgemeinderat, Joachim Schünemann und Hans-Heinrich Dreves vom Förderverein mit Bauunternehmer René Brüsewitz oberhalb der neuen Treppe. Quelle: Haike Werfel
Friedrichshagen

Nach 13 Jahren hat die Dorfkirche in Friedrichshagen ihren eigenen Zugang zurückerhalten. 2005 musste er aus Sicherheitsgründen zurückgebaut werden. Nun werden die Besucher über eine repräsentative Freitreppe aus Granitblockstufen zum Kirchengelände gelangen. Noch ist sie nicht freigegeben.

Zwei historische Torbögen saniert

„Es sind noch Restarbeiten zu erledigen“, sagt René Brüsewitz, Inhaber der ausführenden Firma aus Neukloster. „Die Seiten müssen wir noch andecken und Rasen säen.“ Drei seiner Mitarbeiter haben in den vergangenen 14 Tagen nicht nur den Zugangsbereich rekonstruiert, sondern auch zwei historische Torbögen mit Klosterformatziegeln saniert und die Fugen ausgebessert sowie Kleinpflaster zwischen Treppe und Torbogen verlegt. Lediglich dessen Dach ist noch zu reparieren.

Feldsteinmauer erneuert

Außerdem erneuerten die Bauleute die Natursteinmauer, die den alten Kirchhof zur Straße hin abgrenzt. Auf rund 20 Metern Länge haben sie die Fragmente der Mauer bis auf die Gründungssohle abgetragen und Feldsteine neu aufgeschichtet.

Auftraggeber loben Bauarbeiter

„Da waren Experten am Werk“, lobten am Montag die Auftraggeber, die Kirchengemeinde Gressow-Friedrichshagen und der Förderverein zur Erhaltung der Kirche Friedrichshagen. Sie wollten ursprünglich die gesamte Mauer um den früheren Kirchhof ersetzen lassen. Dafür hat das Geld nicht gereicht.

In den zweiten Torbogen kehrt Mitte August das repräsentative, schmiedeeiserne Tor zurück. Es wird zurzeit in der Schlosserei von Ingo Oldenburg in Gressow aufgearbeitet.

47000 Euro aus EU-Programm

„Mit dieser Baumaßnahme ist dann wieder ein Stück zum Erhalt des historischen Ensembles geschafft“, sagt Joachim Schünemann, 1. Vorsitzender des Fördervereins. Verein und Kirchengemeinde sind dankbar für die 47000 Euro finanzielle Unterstützung aus dem EU-Leader-Programm sowie für die großzügige, fast fünfstellige Spende, die auf der Trauerfeier für Erhard Bräunig vor drei Jahren zusammenkam. Der frühere Landrat hatte den Förderverein in Friedrichshagen mitgegründet. Durch die Spende seiner Witwe konnte der Verein die 20000 Euro Eigenmittel aufbringen.

„Noch viel zu tun“

„Wir wollen aus diesem wunderbaren Ensemble mit Kirche und Freizeitheim, dem ehemaligen Pfarrhaus, wieder ein Kleinod machen. Das ist ein Großvorhaben und es gibt noch sehr viel zu tun“, sagt Joachim Schünemann. Auf Vorschlag des Fördervereins ist das Gotteshaus von Ostern bis zum Reformationstag täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet und außerdem als Radfahrerkirche anerkannt. Vor dem Backsteinbau führt der Kulturradweg von Schwerin zur Ostseeküste in Zierow vorbei.

Spenden aus Musikkonzerten

Bis zu 500 Besucher im Jahr kommen zu den Konzerten, die der Förderverein in der Kirche veranstaltet. Sie würden inzwischen als Geheimtipp gelten. „Manche Musiker traten schon zwei Mal bei uns auf, weil die Kirche eine so wunderbare Akustik habe“, erzählt Joachim Schünemann. Selbst US-Amerikaner waren schon hier auf der Suche nach ihren deutschen Vorfahren. Carl Ludwig Peter Sager und Dorothea Maria Elisabeth Reppenhagen haben am 6. Dezember 1866 in der Kirche zu Friedrichshagen geheiratet, wie dem Gästebuch zu entnehmen ist.

Kirchengemeinde froh über Förderverein

„Wir haben den Eindruck, dass die Spenden zum Erhalt unserer Kirche von Jahr zu Jahr steigen“, stellt Sven Kutschera, stellvertretender Kirchenratsvorsitzender, fest. Die kleine Kirchengemeinde mit nur 280 Gliedern und ohne Pfarrer ist in allen Dingen ehrenamtlich tätig. Sie sei froh und dankbar, seit 2011 den rührigen Förderverein zu haben, bekräftigt Kutschera.

Haike Werfel

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