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Grevesmühlen Unmut über lange Wartelisten

Kreisbrandmeister Torsten Gromm unzufrieden mit Situation an der Landesschule in Malchow

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Sollte sich die Situation an der Landesschule in der nächsten Zeit nicht gravierend ändern, befürchte ich, dass es zu enormen Problemen bei der Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren kommt. Torsten Gromm, Kreisbrandmeister

Grevesmühlen. „Diesen Zustand kann und will ich nicht akzeptieren.“ Klare Worte von Kreisbrandmeister Torsten Gromm in Bezug auf die Situation um die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz. Auf der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Nordwestmecklenburg am Freitagabend im Kreistagssaal der Malzfabrik wurde einmal mehr deutlich, dass die Kapazitätsgrenze an der Ausbildungsstätte in Malchow längst erreicht ist. „123 Kameraden aus unserem Landkreis sind 2016 dort ausgebildet worden. Diese Anzahl der Lehrgangsplätze sind für unseren Kreisfeuerwehrverband entschieden zu wenig und decken den Bedarf nicht im Geringsten“, verdeutlichte Gromm. Auf der Warteliste für die Landesschule würden insgesamt 300 Kameraden aus dem Landkreis stehen. „Sollte sich die Situation an der Landesschule in der nächsten Zeit nicht gravierend ändern, befürchte ich, dass es zu enormen Problemen bei der Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren kommt“, führte er aus und fügte hinzu, dass schon heute in einigen Feuerwehren wichtige Funktionen nicht gesetzeskonform besetzt seien.

OZ-Bild

Kreisbrandmeister Torsten Gromm unzufrieden mit Situation an der Landesschule in Malchow

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Mit den Bedingungen an der Landesschule ist auch der Schulleiter selbst, Johannes Schuldt, unzufrieden. Mit der Sanierung sei zwar begonnen worden, aber „der jetzige Zustand ist noch nicht so, dass wir zufrieden sein können“, sagte er. Um mehr Platz für die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren zu schaffen, seien die Lehrgänge für Kameraden der Berufsfeuerwehren im Land Mecklenburg-Vorpommern bereits nach Schwerin und Rostock ausgelagert worden. „Die Ernsthaftigkeit der Problematik ist erkannt“, sagte Johannes Schuldt. Nicht nur im Hinblick auf die Kapazität, auch personell werde es künftig einige Veränderungen geben. Der Landesschule fehlen schlichtweg Lehrkräfte. Und diese sucht sie nun auch in den Reihen der freiwilligen Feuerwehren. Derzeit ist eine unbefristete Stelle an der Schule ausgeschrieben. Ein großer Schritt nach vorne, meinte Landesbrandmeister Hannes Möller. „Nun hoffe ich, dass sich auch Kameraden aus freiwilligen Feuerwehren bewerben“, sagte er.

Neben diesem zentralen Thema gab es aber auch erfreuliche Dinge, die verkündet werden konnten. So verriet Hannes Möller beispielsweise, dass es noch in diesem Jahr neue Uniformen geben wird.

Angepasst werden sollen sie an die Uniformtypen anderer Wehren in Deutschland, um ein einheitlicheres Bild zu schaffen. Für Hermann Prante eine erfreuliche Nachricht – und auf seine bisherige Laufbahn bei der Freiwilligen Feuerwehr Hornstorf geblickt ein Luxus, den er von früher nicht kennt. Seit 60 Jahren ist er Feuerwehrmann, wurde dafür am Freitagabend mit einem Orden ausgezeichnet.

„So lange im Dienst der Feuerwehr zu stehen und seine Freizeit für andere zu opfern, um zu helfen, ist in der heutigen schnelllebigen Zeit schon eine ganz besondere Leistung“, lobte Kreisbrandmeister Torsten Gromm. Seinen letzten Einsatz hatte der 80-jährige Hermann Prante 1996. Fortan half er gern bei gesellschaftlichen Ereignissen der Feuerwehr und ist noch heute bei den Vorbereitungen dabei.

1954 trat er in Hornstorf ein. „Zu der Zeit war die Feuerwehr schwach besetzt“, begründete er und erinnerte sich auch an die vorherrschenden Schwierigkeiten. „Wir haben die Löschteiche per Hand ausgeschaufelt, da keine Technik vorhanden war“, erinnerte sich der gelernte Landwirt, der lange Jahre als Hausmeister in einer Kindertagesstätte tätig war. Als seinen schlimmsten Feuerwehreinsatz beschrieb er einen schweren Verkehrsunfall in Warin mit einem schwer verletzten Fahrer eines Transporters.

Gewürdigt wurde auch Dieter Jürß, der seit 1957 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Dassow ist. Weil ihm seine Fachkompetenz als stellvertretender Amtswehrführer große Anerkennung in der eigenen Feuerwehr und auch innerhalb des ehemaligen Amtes Ostseestrand einbrachten, wurde er als Ehrenmitglied in den Kreisfeuerwehrverband aufgenommen.

Zahlen und Fakten

96 freiwillige Feuerwehren vertritt der Kreisfeuerwehrverband Nordwestmecklenburg. Hinzu kommen zwei

betriebliche Wehren,

eine Werkfeuerwehr und 79 Jugendfeuerwehren. Die freiwilligen Feuerwehren zählen 3346 Kameraden,

die Jugendwehren 1048 Mitglieder.

In Nordwestmecklenburg gab es 2016

insgesamt 2055 Einsätze, darunter 626 Brände und 1429 Technische Hilfeleistungen.

Ausgezeichnet wurde weiterhin Wilfried

Buchholz (Kirchdorf) für 50-jährige Mitgliedschaft. Roland Heinrich (Neuburg) erhielt die

Ehrennadel in Silber des Landesverbandes, Heinz Hinzmann (Utecht) die Ehrennadel in Gold.

Jana Franke

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