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Unter die Lupe genommen: Bestnoten für Wälder

Everstorf/Grevesmühlen Unter die Lupe genommen: Bestnoten für Wälder

Das Forstamt Grevesmühlen wurde einer Prüfung unterzogen / Das Urteil: Die Wälder werden ordnungsgemäß bewirtschaftet – die Revierförster machen ihre Arbeit sehr gut

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Gemeinsamer Prüfgang durch die Wälder (hier im Everstorfer Wald): Auditor, Revierförster und Forstamtsleiter.

Quelle: Fotos: Jana Franke

Everstorf/Grevesmühlen. Er schreitet Waldwege ab, geht schmale Pfade und kreuzt dabei Brennnesseln und Pflanzen mit Dornen. Er schaut sich gestapelte Holzstämme an, ebenso bestehende alte und junge Bäume. Letztere untersucht er vor allem auf Zerstörung durch Wild. Und immer wieder zückt er seinen Kugelschreiber, um sich Notizen auf seinem nach und nach abzuarbeitenden Papier zu machen. Ab und an stellt er Fragen, die die jeweiligen Revierförster oder der Forstamtsleiter Peter Rabe beantworten. Sie kennen die Prozedur, sie kennen Dr. Karl Gruss. Als sogenannter Auditor war er bereits vor einigen Jahren hier im Everstorfer Wald. Heute nun wieder.

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Das Forstamt Grevesmühlen wurde einer Prüfung unterzogen / Das Urteil: Die Wälder werden ordnungsgemäß bewirtschaftet – die Revierförster machen ihre Arbeit sehr gut

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PEFC

PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem.

Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

29 Forstämter gibt es in der Landesforst, Grevesmühlen ist eines davon. Es betreibt insgesamt etwa 16000 Hektar Wald zwischen Lübeck, Wismar und Schwerin. Stichprobenartig werden diese regelmäßig nach einem bestimmten Zertifizierungsverfahren für nachhaltige Waldbewirtschaftung – PEFC – geprüft.

„Die zu prüfenden Gebiete werden per Zufallsgenerator aus einer Adresskartei im Computer gezogen“, erläutert Dr. Karl Gruss während des Marsches durch den Wald. Die Zertifizierungsstelle, für die er hier ist, hat ihren Sitz in Hamburg und agiert weltweit. Acht bis zehn Tage im Jahr ist er in Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns unterwegs und schätzt diese auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit ein.

Bevor es heute über Waldwege, durch Brennnesseln und über Dornen hinweg geht, sind die Unterlagen des Forstamtes mit Sitz im Forsthof Gostorf unter die Lupe genommen worden. „Die Landesforst ist ein großer Arbeitgeber und hat das Ausbildungsmonopol bei Forstwirten“, fachsimpelt der Auditor und will damit sagen, dass dabei gewisse Standards eingehalten werden müssen.

„Wir sind mit einem guten Gewissen in die Prüfung gegangen“, erklärt Forstamtsleiter Peter Rabe und legt damit die Hand für seine Mitarbeiter ins Feuer. „Bei der vergangenen Prüfung ist die überhöhte Wilddichte kritisiert worden. Die haben wir daraufhin in den vergangenen vier Jahren deutlich reduziert“, sagt er. Ein Grund, die Zertifizierung für nachhaltige Waldbewirtschaftung, die das Forstamt seit 2003 hat, abzuerkennen, war das damals aber nicht. Dafür muss schon einiges passieren. „In Mecklenburg-Vorpommern war das noch nicht der Fall, in anderen Bundesländern schon“, erinnert sich der Prüfer. Einige Beispiel: Kahlschlag im großen Stil von Bäumen, die das entsprechende Alter noch nicht erreicht haben. Der Waldbesitzer weiß um den erhöhten Wildbestand und tut nichts dagegen.

Pflanzenschutzmittel werden vermehrt eingesetzt und Forstmaschinen jagen kreuz und quer durch den Wald.

Der verminderte Wildbestand im Everstorfer Wald ermöglicht das Wachstum von neuen Mischbeständen Bäume betreffend. „Douglasien im Everstorfer Wald wären vor 20 Jahren undenkbar gewesen“, sagt Revierförster Dirk Meierfeldt und zeigt auf das Kieferngewächs. In der Nähe stehen auch 75 Jahre alte Fichten, daneben Buchen. Besonderes Augenmerk legt Dirk Meierfeldt auf die Naturverjüngung – also quasi eine Walderneuerung zum Nulltarif. Soll heißen: Aus der selbstständigen Saat umstehender Bäume entwickelt sich ein neuer Jungbestand – aber auch nur, wenn genügend Licht vorhanden und nicht zu viel Damwild im Wald unterwegs ist.

Auditor Dr. Karl Gruss folgt den Ausführungen der Revierförster und des Forstamtsleiters, macht immer wieder Notizen auf seinem nach und nach abzuarbeitenden Zettel, nickt anerkennend. Sein abschließendes Fazit: „ Hier im Forstamt Grevesmühlen sehe ich keine Veranlassung zu reagieren. Das Ergebnis ist zufriedenstellend.“

Jana Franke

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Gemeinsamer Prüfgang durch die Wälder (hier im Everstorfer Wald): Auditor, Revierförster und Forstamtsleiter.

Das Forstamt Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) wurde einer Prüfung unterzogen. Das Urteil: Die Wälder werden ordnungsgemäß bewirtschaftet – die Revierförster machen ihre Arbeit sehr gut.

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