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Grevesmühlen Upahl und Plüschow haben Ja gesagt
Mecklenburg Grevesmühlen Upahl und Plüschow haben Ja gesagt
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13:59 29.09.2018
Stoßen auf die vollzogene Hochzeit zwischen den Gemeinden Plüschow und Upahl auf Schloss Plüschow an (v.l.): Kerstin Weiss, Landrätin von Nordwestmecklenburg, Hans-Peter Voß, stellvertretender Bürgermeister Upahl, Steve Springer, Bürgermeister Upahl, Christian Baumann, noch bis zu 1. Januar 2019 offiziell Bürgermeister von Plüschow, Stefanie Bräsch, stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Plüschow. Hinterher gab es noch einen kleinem Imbiss im Schloss. Quelle: Annett Meinke
Plüschow

Nein, geküsst haben sie sich nicht, nachdem Steve Springer, Bürgermeister von Upahl, und Christian Baumann, Bürgermeister von Plüschow, den Ehevertrag am Freitag auf Schloss Plüschow unterschrieben hatten. Ein allerdings ausgesprochen herzliches Händeschütteln musste ausreichen – und das gemeinsame Anstoßen mit einem Glas Sekt mit ihren Stellvertretern, der Landrätin Nordwestmecklenburgs, Kerstin Weiss (SPD), und den zahlreich erschienenen Gästen. Zur Unterzeichnung des „Gebietsänderungsvertrags zum Zusammenschluss der Gemeinden Upahl und Plüschow“, wie es im Amtsdeutsch heißt, kamen unter anderem die Vertreter der Gemeinden, Lars Prahler, Bürgermeister der Stadt Grevesmühlen, Jürgen Ditz, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Grevesmühlen und Fusionsbeauftragter des Landkreises, Pirko Scheiderer, Leiterin des Haupt- und Ordnungsamtes Grevesmühlen, Udo Rathke und Miro Zahra vom Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow.

Tatsächlich wirkt die Metapher einer Hochzeit angemessen, nicht nur wegen des feierlichen Unterschreibens der Urkunde. Es herrschte auf Schloss Plüschow am Freitag tatsächlich eine gerührte und freudig zuversichtliche Stimmung, so, wie man sie von Eheschließungen eben kennt. Es wurden zu Ehren der beiden fusionswilligen Partner Reden gehalten und immer wieder wurde von allen Seiten betont, wie gut der rund anderthalb Jahre andauernde Prozess der Vorbereitung auf die Fusion beider Gemeinden gelaufen ist.

Wirtschaft und Kulturergänzen sich

Wie Landrätin Weiss sagte: „Es gibt immer viele gute Gründe, die gegen oder für eine Fusion sprechen. In diesem Fall treffen sich allerdings wirklich zwei Partner auf Augenhöhe. Es kommt etwas zusammen, das sich ergänzt. So, wie es in einer guten Ehe eben auch laufen sollte.“ Tatsächlich finden sich mit Upahl und Plüschow zwei Gemeinden zusammen, die jeweils etwas in die Gemeinschaft mit einbringen, was den jeweils anderen um einiges bereichert. Upahl steht als Wirtschaftsstandort von Landesbedeutung finanziell sicher da und Plüschow ist als Gemeinde, die mit ihrem Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow und der Friedrichshagener Kirche unter anderem kulturell weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Impressionen von der Hochzeitsfeier aus Schloss Plüschow

Der Plüschower Bürgermeister Christian Baumann erinnerte noch einmal daran, dass bereits der 2015 verstorbene Erhard Bräunig, ehemaliger Landrat von Nordwestmecklenburg und langjähriger Bürgermeister in Plüschow, zu seinen Lebzeiten bereits immer wieder über eine Fusion nachgedacht hatte. „Entweder mit der Stadt Grevesmühlen oder der Nachbargemeinde Upahl.“ Doch nun kann man vielleicht annehmen, dass Bräunig mit dem, was nun in Plüschow passiert, vollkommen einverstanden gewesen wäre.

Die renommierte Plüschower Künstlerin Miro Zahra, die in den vergangenen Jahren das Mecklenburgische Künstlerhaus Schloss Plüschow leitete, äußerte anlässlich der Unterzeichnung der Fusionsvereinbarung die Hoffnung, „dass sich das Zusammenwachsen unserer beider Gemeinden, so wie es sich jetzt im Prozess der Gespräche zur Fusion angedeutet hat, weiter so entwickelt“.

„Jetzt gibt es kein

Zurück mehr“

Doch letztlich haben die beiden Gemeinden nun auch keine Wahl mehr – denn das ist der einzige Unterschied zu einer Hochzeit zwischen zwei Menschen. Während da Scheidung meist möglich ist, ist dies für Upahl und Plüschow keine Option. Das jedenfalls meinte Landrätin Kerstin Weiss, die zu guter Letzt ihre Unterschrift unter den Vertrag setzen musste. „So, jetzt ist es amtlich, jetzt gibt es kein Zurück mehr!“

Doch wer sich die lachenden Gesichter der Gemeindevertreter beim „Hochzeitsfoto“ auf der Schlosstreppe, auf der bereits viele andere Hochzeitspaare gestanden haben, einmal genau betrachtet, hat das sichere Gefühl: Das wird schon gut gehen! Ab dem 1. Januar 2019 ist es dann ganz offiziell – Plüschow gehört ab dann zu Upahl.

Annett Meinke

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