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Uwe Blaumann verabschiedet sich aus dem FC 95-Vorstand

Schönberg Uwe Blaumann verabschiedet sich aus dem FC 95-Vorstand

Der Hautsponsor und Unterstützer des Vereins reduziert sein Engagement beim Regionalligisten / Hintergrund sind Unstimmigkeiten über die Informationspolitik

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21 Jahre nach der Gründung des FC Schönberg 95 verabschiedet sich Uwe Blaumann aus dem Vorstand des Vereins.

Quelle: Frank Söllner

Schönberg. Uwe Blaumann ist nicht mehr Mitglied im Vorstand des FC Schönberg 95. Der Geschäftsführer des Büromöbelherstellers Palmberg ist von seinem Posten als Schatzmeister des Regionalligisten zurückgetreten. Eine Pressemitteilung des Vereins, der regelmäßig über die Neuigkeiten bei den Grün-Weißen berichtet, gab es zu Blaumanns Rücktritt bislang nicht.

OZ-Bild

Der Hautsponsor und Unterstützer des Vereins reduziert sein Engagement beim Regionalligisten / Hintergrund sind Unstimmigkeiten über die Informationspolitik

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Uwe Blaumann will zu seiner Entscheidung nicht viel sagen: „Ich bin jetzt Vorstands-Pensionär. Für mich gibt es auch kein Zurück mehr.“ Hauptgrund für Blaumanns Rücktritt sollen nach OZ-Informationen nicht eingehaltene Zusagen des Vorstandes sein. Während der Sitzung am 24. Februar hatte das Gremium einstimmig entschieden, dass die Mannschaft von Trainer Axel Rietentiet auch in der nächsten Saison in der vierten Liga spielt, wenn sie die Klasse hält.

Uwe Blaumann soll seine Zustimmung dafür aber nur unter einer Bedingung gegeben haben: Dass der Vorstand den Mitgliedern, Fans und der Öffentlichkeit reinen Wein über die Zukunft des Vereins einschenkt. Der Palmberg-Geschäftsführer hat den anderen Vorstandsmitgliedern bei der Sitzung mitgeteilt, dass er sein finanzielles Engagement beim FC 95 in der kommenden Saison halbiert – von 240000 auf 120000 Euro.

Für einen konkurrenzfähigen Etat in der vierthöchsten Liga sollen den Grün-Weißen dadurch zwischen 50000 und 80000 Euro fehlen. Dieses Loch wollen die Verantwortlichen versuchen zu stopfen.

Sollte das dem Vorstand um Wilfried Rohloff nicht gelingen, hält Blaumann „ein weiteres Mal seinen Kopf dafür hin“. Das hat er bereits vor Wochen angekündigt. Eine öffentliche Mitteilung des Vereins, in dem der Vorstand mit offenen Karten spielt und mitteilt, dass die nächste Saison für den Verein möglicherweise die letzte in der vierthöchsten Liga sein könnte, wie von Blaumann gefordert, gab es zunächst allerdings nicht. Die OSTSEE-ZEITUNG hatte als erstes über die Kürzung des Budgets und deren mögliche Folgen durch den Hauptsponsor berichtet. Der FC Schönberg 95 hat auf die OZ-Veröffentlichung zwei Tage später reagiert. In einer Pressemitteilung teilte der Vorstand mit, dass „der Vereins-Etat sowie der Etat für die Regionalligasaison 2016/17 durch die Unterstützung unserer bereits bestehenden Partner sowie neuer Sponsoren gesichert ist“.

Blaumanns Forderung, mit allen Zahlen und Fakten offen umzugehen, wird in der Mitteilung jedoch mit keinem Wort erwähnt. Für den Palmberg-Geschäftsführer ein Vertrauensbruch.

Wenige Tage nach dieser aus Uwe Blaumanns Sicht offenbar „fragwürdigen Pressemitteilung“

legte der Hauptsponsor seinen Posten als Schatzmeister des Vereins nieder und trat damit nach mehr als 20 Jahren aus dem Vorstand aus.

Was Uwe Blaumanns Rückzug langfristig für den FC Schönberg 95 bedeutet, bleibt offen. Nach Informationen der OZ will der Palmberg-Geschäftsführer sein finanzielles Engagement beim FC 95 nach der Saison 2016/17 bis auf das Notwendigste herunterschrauben. Wichtig, das hat der gebürtige Schönberger mehrfach betont, sind ihm die Kinder und Jugendlichen im Verein, nicht die erste Männermannschaft.

Erst recht nicht, wenn sie in der Regionalliga spielt. Eine Klasse, so Blaumann vor Wochen, die für die Grün- Weißen „viel zu hoch ist, weil es das Umfeld gar nicht hergibt.“

Mit dem Rücktritt aus dem Vorstand endet die Liebesbeziehung zwischen Blaumann und dem FC Schönberg 95 abrupt und unschön. Der Palmbergchef hat den Verein mit seiner jahrelangen Unterstützung als Hauptsponsor zu dem gemacht, was er heute ist. Auf Druck von Blaumann wurde der Verein 1995 von der TSG Schönberg ausgegliedert. Was folgte, ist eine einmalige Erfolgsgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern. Der FC 95 gewann sechs Mal hintereinander den DFB-Landespokal – bis heute einmalig, feierte danach eine Oberligameisterschaft und noch einmal einen DFB-Landespokalsieg. Im vergangenen Jahr stiegen die Grün-Weißen erstmals in die Regionalliga auf, der bislang größte Erfolg des Vereins. Dank Blaumanns finanziellem und ehrenamtlichen Engagements machte Schönberg auch mehrfach deutschlandweit Schlagzeilen, als der FC 95 im damaligen Jahnstadion vor 15000 Zuschauern gegen den großen FC Bayern München und gegen weitere Bundesligisten wie den Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach, den VfB Stuttgart und den 1. FC Kaiserslautern in der ersten Runde des DFB-Pokals spielte.

Die Erfolgs-Geschichte des FC Schönberg 95

Mit sieben Landespokalsiegen und einer Oberligameisterschaft zählt der FC Schönberg 95 zu den erfolgreichsten Vereinen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Architekten des Schönberger Fußballmärchens heißen Uwe Blaumann und Schorsch Müller. Blaumann ist Geschäftsführer des Büromöbelherstellers Palmberg. Sein Ziel seit der Gründung des Vereins am 20. Juni 1995: Mit Werbung im Fußball seine Firma bekannter machen. Helfen soll ihm dabei der aus Ratekau bei Lübeck stammende Schorsch Müller. Die Konstellation ist einfach: Blaumann stellt das Geld, Müller setzt es ein.

Am 13. Mai 1999 gewinnt Oberligist FC Schönberg vor 1723 Zuschauern auf dem Grevesmühlener Tannenberg gegen FC Eintracht Schwerin zum ersten Mal den DFB-Landespokal. Sechsmal nacheinander holen die Grün-Weißen den Cup. Bis heute Rekord. Schönbergs erster Gegner im DFB-Pokal (7. August 1999) ist Zweitligist Waldhof Mannheim. Das Spiel endet 0:3. Ein Jahr später das Traumlos für Schönberg: FC Bayern München. Das Spiel findet am 26. August 2000 statt. 15000 Zuschauer sehen eine aufopfernd kämpfende Schönberger Mannschaft, die mit 0:4 durch Tore von Scholl, Zickler, Fink und Jancker verliert. Es folgen der VfB Stuttgart (2:4), der HSV (0:6), Borussia Mönchengladbach (0:3) und 1. FC Kaiserslautern (0:15). Den letzten Pokalsieg feiert Schönberg 2012.

Gegner ist anschließend der VfL Wolfsburg (0:5).

Steffen Oldörp

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