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Grevesmühlen Vater kritisiert Zustände auf der Kinderstation in Wismar
Mecklenburg Grevesmühlen Vater kritisiert Zustände auf der Kinderstation in Wismar
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00:00 01.07.2016

„Für Wismar ist das blamabel!“, urteilt Christian Krüger über das Sana Hanse-Klinikum – zumindest über die Kinderstation. „Die ärztliche Kompetenz war gut, doch die Zustände auf der Station waren unwürdig.“ Mit einem Magen-Darm-Infekt suchte Familie Krüger im Klinikum Hilfe für ihren anderthalb Jahre alten Sohn. „Er hatte zu viel Flüssigkeit verloren.

Deshalb sind wir mit ihm ins Krankenhaus“, erklärt der Vater. „Unser Kind musste aufgrund seiner Erkrankung isoliert werden, das kann ich ja auch nachvollziehen.“ Der Sohn wurde in einem Einzelzimmer untergebracht, was er sich jedoch mit einem neun Jahre alten Mädchen – ebenfalls mit einem Magen-Darm-Infekt – teilen musste. „Der Raum war gefühlt zwei mal fünf Meter groß.“ Anscheinend seien nicht genügend Zimmer frei gewesen. Zu seinem Erstaunen entdeckte Krüger jedoch am nächsten Tag ein Drei-Bett-Zimmer auf der Station, was leer war.

„In dem kleinen Zimmer war es zudem brütend heiß“, schildert der Vater aus Züsow. „Doch die Kinder durften es nicht verlassen.“ Auch Spielzeug sei verboten gewesen. Grund: die Bakterien. „Das verstehe ich noch. Doch wir durften nicht einmal unsere eigenen Spielsachen mitbringen.“ Damit es in dem Raum überhaupt auszuhalten gewesen sei, sei die Tür zum Lüften offen gewesen. „Unser Sohn schrie fast die ganze Zeit apathisch, weil er keine Ruhe finden konnte“, sagt Christian Krüger.

Auch der Gang auf die Toilette sei wegen der Ansteckungsgefahr verweigert worden. „Die Kinder mussten ihre Notdurft auf dem Zimmer machen. Auf einem normalen Stuhl wurde dafür eine Bettpfanne zur Verfügung gestellt“, erzählt Krüger weiter. „Warum stellt man Kindern mit solch einer Erkrankung nicht ein Zimmer mit Bad zur Verfügung? Lediglich ein Waschbecken an der Wand gab es.“

Für den Vater steht jedenfalls fest: „Sollte jemals wieder etwas mit unserm Sohn sein, dann fahren wir mit ihm nach Rostock oder Lübeck.“ Auf eigenes Risiko hat das Ehepaar Krüger seinen Sohn nach einer Nacht vorzeitig aus der Klinik geholt. „Das war für uns schlichtweg nicht hinnehmbar, wie mit den Kindern umgegangen wurde!“

„Wir bedauern, dass der Vater des Jungen mit der Unterbringung seines Sohnes nicht zufrieden war. Wir haben derzeit auf der Station noch einige Zimmer dieser Größe, die allerdings nur noch in Ausnahmefällen belegt werden. Dies war leider nicht zu vermeiden, weil beide Kinder mit einem Magen-Darm-Infekt isoliert werden mussten. Durch regelmäßiges Öffnen des Fensters war für eine Lüftung des Zimmers gesorgt“, erklärt Ingrid Mühlnikel, Sprecherin der Sana Kliniken AG für die Region Nordost. „Im Herbst dieses Jahres wird die Kinderklinik umgebaut: Die Kinderstation wird dann mit deutlich geräumigeren Zimmern – alle mit eigener Toilette – ausgestattet sein.“

Unter anderem für solche Probleme wurde am Hanse-Klinikum die Stelle des Patientenfürsprechers eingerichtet. „Ich bin Ansprechpartner für die Angehörigen und Patienten“, erklärt Detlef Schmidt, der diesen Posten seit gut einem Jahr ehrenamtlich innehat. Der beschriebene Fall sei ihm nicht bekannt. „An vielen Stellen im Klinikum, auf Flyern oder im Patienten-Fernsehen ist meine Telefonnummer veröffentlicht“, erklärt der Wismarer. „Zudem bin ich immer dienstags von 14 bis 15 Uhr im Klinikum.“ Er biete den Patienten die Möglichkeit, sich vertrauensvoll auszusprechen. „Ich garantiere auch, dass Probleme oder Kritik mit Nachdruck an die richtigen Stellen kommen“, betont Schmidt. Das Angebot werde gern genutzt, Probleme aus der Kinderstation seien ihm bisher jedoch noch nicht zugetragen worden.

Vanessa Kopp

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