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Verbraucherzentrale warnt vor Anlageberatung

Grevesmühlen Verbraucherzentrale warnt vor Anlageberatung

Kritik an gesetzlich geforderten Beratungsprotokollen.

Grevesmühlen. Er hat geklagt und vor Gericht verloren, dennoch will Klaus K* (71) nicht aufgeben. Einen mittleren fünfstelligen Eurobetrag hat er vor Jahren in verschiedene Geldanlagen investiert. Etwa die Hälfte davon verlor er, auch durch die Bankenkrise 2008. K. fühlte sich falsch beraten. Das Landgericht sah das anders, lehnte seine Schadenersatzklage ab. Nun geht K* in die Offensive, sucht die Öffentlichkeit. Mit einer Protestinitiative will er auf Missstände bei der Beratung bei seiner Bank hinweisen. Und dafür sucht er Mitstreiter.

Denn Klaus K. ist kein Einzelfall, wie die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Finanzexperte Axel Drückler: „Wir werden regelmäßig von Kunden aufgesucht, die sich um ihr Geld geprellt fühlen.“ Oftmals sei es dann jedoch bereits zu spät. Verbraucher müssten sich schon im Vorfeld intensiv und kritisch mit dem Thema Geldanlage auseinandersetzen. Man solle der Bank nicht zu viel vertrauen. So wie Klaus K. Der sagt über seine Beraterin: „Wir kannten uns ja schon eine Weile. Sie hat immer gesagt, dass sind gute Anlagen.“ Er habe eine sichere Anlage gewünscht, behauptet K.

Bekommen habe er risikoreiche. So steckte er sein Geld beispielsweise in einen asiatischen Immobilienfonds.

Seine Bank, die unter anderem eine Filiale in Wismar betreibt, führte ihn unter der sogenannten Produktrisikokategorie E. Das ist die fünfthöchste Stufe bei der Bewertung der Kenntnisse des Kunden, die die Bank vergibt. „Ich weiß gar nicht, was das bedeutet“, sagt K. Auch seine Anwälte zweifelten an, dass er Kenntnisse über den Aktienmarkt in diesem Ausmaß besitzt. Zudem ist der 71-Jährige schwerbehindert und verfügt nur noch über fünf Prozent seiner Sehkraft.

Laut Verbraucherzentrale liege das Problem bei Anlageprodukten darin, dass die Beweislast beim Kunden liege. Er müsse nachweisen, dass er falsch beraten wurde. „Müsste die Bank stattdessen beweisen, dass sie richtig beraten hat, hätten wir eine ganz andere Beratungskultur“, sagt Axel Drückler. Beratungsprotokolle, wie sie die Banken seit 2010 anfertigen müssen, seien kaum eine Hilfe für Kunden.

Sie seien ebenfalls oftmals undurchsichtig.

• Infos zu Geldanlagen gibt es unter www.nvzmv.de.     *Name geändert

OZ

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