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Grevesmühlen Schüler lernen Umweltschutz am Strand
Mecklenburg Grevesmühlen Schüler lernen Umweltschutz am Strand
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13:53 25.09.2018
Wellen bei Windstärke sechs machten den Ausflug der 8b des Ernst-Barlach-Gymnasiums aus Schönberg zum Abenteuer. Quelle: MALTE BEHNK
Groß Schwansee

Der Naturraum an der Küste der Ostsee hat es den Mitgliedern des Vereins „Naturraum Klützer Winkel“ angetan. Ausgehend von ihrer Station in einem Bauwagen am Strandzugang 5 in Groß Schwansee bieten sie regelmäßig Bildungsveranstaltungen für Kitas, Schulen oder auch für Familien an. Am Montag war die Klasse 8b des Ernst-Barlach-Gymnasiums in Schönberg zu Gast, um mit den Natur- und Landschaftsführern Elke Hohls und René Beutekamp den Küstenbereich vom Flachwasser bis zu den ersten Bäumen zu erkunden.

„Wir wollen neugierig machen und dadurch Menschen dazu bringen, sich für den Naturraum und die Lebewesen einzusetzen“, sagte Elke Hohls. „Was man mag, das schützt man auch“, sagte sie. Neugierig waren die Achtklässler, die erst Proben aus der Ostsee gefischt hatten und die dann untersuchten. Spannend aber für die Schüler auch etwas eklig, war zum Beispiel eine Feuerqualle, die die erste Gruppe der Klasse aus der Ostsee gefischt hatte. Elke Hohls erklärte, dass sie sich von anderen Quallen ernährt und dass die Feuerqualle an der Ostseeküste nicht immer vorkommt.

Beim Verein Naturraum Klützer Winkel erleben Schüler und Kitakinder die Natur zwischen Flachwasser und Bäumen hautnah. Sie können Tiere und Pflanzen genau unter die Lupe nehmen.

Mit Binokularen, die ähnlich wie Mikroskope aufgebaut sind, konnten die Schüler auch kleine Muscheln und winzige Wassertiere untersuchen. In der großen Runde vor dem Bauwagen der Naturstation beschäftigten sich die Schüler mit verschiedenen Fragen zum Lebensraum Ostseeküste in der Lübecker Bucht. „Es gibt Tiere und Pflanzen, die sandigen Boden oder Hartboden bevorzugen“, erklärte Elke Hohls und verteilte Karten mit Bildern und Namen unterschiedlicher Lebewesen, die die Schüler dem Sand oder den Steinen zuordnen sollten. Dabei lernten sie, dass Blasentang sich an Steine heftet und Seegras im Sand wurzelt. „Auch Miesmuscheln brauchen etwas Festes. Sie können sich aber auch im Sand an andere Muscheln heften“, so Hohls.

Verein bietet Umweltbildung seit Mai an

Der Verein „Naturraum Klützer Winkel“ hat sich im Dezember 2017 gegründet. Die Mitglieder betreiben die Naturstation in Groß Schwansee und betreuen den Natura 2000-Raum an der Küste ab Rosenhagen.

Jetzt endet das Bildungsprogramm für dieses Jahr. „Das Wetter wird schlechter, es gibt am Strandzugang leider keine Wetterschutzhütte“, sagt Landschaftsführerin Elke Hohls. Für nächstes Jahr können sich jetzt schon Schulen anmelden. Das ist möglich per Mail an: naturstation@web.de oder telefonisch unter 038827/7748.

Nach der Tier- und Pflanzenkunde verteilte Elke Hohls Gegenstände, wie eine Plastikflasche, ein Knäuel aus Fäden, einen Spielzeugtraktor und einen Sonnenschirm. Das Fadenknäuel entlarvten die Schüler schnell als Fischernetz. „Wenn so ein Netz verloren geht, nennt man es Geisternetz“, sagte sie. „Sie treiben im Meer und es können sich Tiere, wie zum Beispiel der Schweinswal drin verfangen.“ Der Traktor war ein Symbol für die Landwirtschaft, die durch den Einsatz von Gülle und anderem Dünger für einen Nährstoffeintrag ins Meer sorgt. „Wenn dadurch die Pflanzen im Meer wachsen, wird das Wasser trübe und für Seegras und Blasentang kommt nicht genug Licht durch. Dazu nimmt auch der Sauerstoffgehalt ab“, erklärte Hohls und berichtete, dass bereits ein Viertel der Ostsee als tot gilt, weil es zu wenig Sauerstoff gibt.

„Das Angebot macht viel Spaß“, sagt Astrid Golla, Klassenlehrerin der 8b. „Es sollte viel öfter von Schulen genutzt werden“, sagte die Lehrerin. Sie lobte, wie Elke Hohls und René Beutekamp ihr breites Wissen über die Tier- und Pflanzenwelt trotz Windstärke sechs und herbstlichen Temperaturen weitergeben.

Malte Behnk

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