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Grevesmühlen Verein feiert Erntedankfest in Wotenitz
Mecklenburg Grevesmühlen Verein feiert Erntedankfest in Wotenitz
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01:18 29.08.2016
Das „Nagelstudio“ erfreute sich bei den männlichen Gästen großer Beliebtheit. Ein Nagel musste schnell im Stamm versenkt werden.

Feierstimmung in Wotenitz: Auf dem ehemaligen LPG-Gelände im Grevesmühlener Ortsteil hat am Sonnabend das alljährliche Dorf- und Erntedankfest stattgefunden.

Mehrere hundert Besucher auf dem Gelände der Interessengemeinschaft / Umzug mit geschmückten Traktoren

Hunderte Besucher strömten über das Areal. Im Festzelt wurde erst in gemütlicher Runde gegessen und später am Abend getanzt. Kinder konnten sich auf der Hüpfburg austoben. Die Tombola hielt für alle Teilnehmer Preise bereit.

„Dieses Fest wird sehr gut angenommen und stärkt die Gemeinschaft im Dorf“, sagt Jörn Bols, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Wotenitz, Büttlingen und Questin. Der Verein, der seit 1998 eingetragen ist, veranstaltet das Fest mittlerweile jedes Jahr zum Abschluss der Erntezeit. „Die meisten Dörfler stammen aus der Landwirtschaft. Für sie ist mit der Ernte jetzt der wichtigste Teil des Jahres geschafft. Nun wird gefeiert“, erklärt Bols. Das Fest zeichne sich dabei vor allem dadurch aus, dass es gemütlich und familiär gehalten wird. „Wir brauchen kein großes Trara“, so der Vereinschef.

Die Feierlichkeiten hatten am frühen Samstagnachmittag mit dem Festumzug begonnen. Ausgehend vom Gelände der Interessengemeinschaft im Fliederweg bewegten sich rund 25 geschmückte Fahrzeuge durch die Ortschaften Wotenitz, Questin und Büttlingen. Viele Zuschauer am Straßenrand begrüßten die Traktoren und andere landwirtschaftliche Maschinen während der etwa einstündigen Runde. „Das war toll. Mir haben die dekorierten Fahrzeuge sehr gut gefallen“, war Annelies Müller begeistert. Die 77-Jährige aus Grevesmühlen besuchte das Fest in Wotenitz zum ersten Mal und brachte sich auch gleich aktiv ein. Sie bot auf dem kleinen Flohmarkt an ihrem Stand Puppen und passendes Zubehör sowie selbstgestrickte Babybekleidung und Kuscheltiere an. „Es ist sehr angenehm unter Menschen zu sein“, meinte Müller.

Regelmäßig dabei ist Wolfgang Schmidt. „Ich bin jedes Jahr hier. Mir gefällt, dass man zusammenkommt und dabei die Hinzugezogenen kennenlernt, aber auch die alten Gesichter wiedersieht“, meint der Wotenitzer. Bei der veranstalteten Tombola im Festzelt räumte er ordentlich ab. Mit seinen Losen sicherte er sich Zollstock, Plüschtiere, einen Wecker, Lego und Buntstifte. „So ein Glück habe ich nicht immer“, sagte er schmunzelnd.

Verantwortlich für die Tombola waren Helgrit Ertel, Sindy Oelschlägel und Sindy Kranich. Sie haben das Gewinnspiel zum zweiten Mal organisiert. Die zurückliegenden Monate hatten sie dafür fieberhaft nach Sponsoren gesucht, die die Preise zur Verfügung stellen. „Das war ein großer Aufwand, hat aber auch Spaß gemacht. Wir möchten uns herzlich bei den Gewerbetreibenden bedanken, die uns dabei unterstützt haben“, meinte Helgrit Ertel. Denn die Besucher konnten mit dem Kauf von Losen rund 1000 verschiedene Preise gewinnen. „Und jedes Los gewinnt“, betonte Ertel. Nieten gab es nicht.

Dementsprechend groß war der Andrang. Neben Schlüsselanhängern und Plüschtieren gab es auch Fußbälle, eine Handtasche und Gutscheine zu gewinnen. Die Einnahmen der Tombola fließen in die Vereinskasse der Interessengemeinschaft. „Mit diesem Geld können weitere Veranstaltungen finanziert werden“, sagt Ertel. Denn neben dem Dorf- und Erntedankfest organisiert der Verein über das Jahr auch ein Osterfeuer, das Aufstellen eines Maibaums, eine Frauentagsfeier, ein Laternenfest sowie eine zweitägige Kanutour für Schüler auf der Warnow. Auch die Senioren treffen sich alle zwei Wochen zur gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen. „Wir verstehen uns als Traditionsverein“, fasst es Vereinsvorsitzender Bols zusammen.

Großer Beliebtheit erfreute sich am Sonnabend das sogenannte „Nagelstudio“ vor dem Festzelt. Für einen Euro konnten Gäste teilnehmen. Bei dem Spiel ging es darum, einen Nagel mit möglichst wenig Hammerschlägen in einem Baumstamm zu versenken. „Die Teilnehmerzahl steigt im Tagesverlauf mit dem Durst“, meinte Bolz mit einem Grinsen. Auch Gerhard Kaiser versuchte sich und machte trotz seiner 87 Jahre eine gute Figur. Er war schneller als so manch jüngerer Kandidat. „Das ist ein tolles Fest. Hoffentlich hält diese Gemeinschaft noch lange an“, sagte Kaiser. Er hatte das Erntedankfest Mitte der Neunziger Jahre zusammen mit seiner Frau Margrit wiederbelebt. Vor dem Mauerfall hatte die damalige LPG die Feier ausgerichtet, mit der Wende endete diese Tradition für einige Jahre.

Daniel Heidmann

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