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Grevesmühlen Vergnügen beim Pflügen mit alter Technik
Mecklenburg Grevesmühlen Vergnügen beim Pflügen mit alter Technik
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05:11 15.04.2013

Grevesmühlen, 9 Uhr: Stau vor der Tankstelle. Alte Traktoren stehen Schlange, um noch mal voll zu tanken vorm ersten Oldtimerpflügen in Naschendorf.

Mehrere Hundert Zuschauer werden die Premiere auf einem zwölf Hektar großen Acker erleben, den die Agrarproduktionsgenossenschaft Plüschow für das historisch-vergnügliche Pflügen zur Verfügung stellt. Als die Traktoristen ihre Maschinen anlassen, schwarzer Rauch aus den Auspuffrohren quillt und ein lautes Tuckern die Luft erfüllt, regnet es in Strömen und die häufigste Begrüßungsformel an diesem nass-kalten Frühlingsmorgen lautet: „Was hast du für ein Wetter mitgebracht“? Trotzdem lächelt fast jeder, der mitmacht oder zuschaut beim Oldtimerpflügen in Naschendorf. Am Ende wird auch einer der Hauptinitiatoren, der 42-jährige Michael Weiß, zufrieden feststellen, dass viel los gewesen war und: „Ich denke, es wird ein zweites Oldtimerpflügen geben.“

Mit der Startnummer eins ging am Sonnabend Michael Schmidt in den Wettbewerb, bei dem es vor allem um den Spaß und das Dabeisein ging „Bei so etwas muss man doch mitmachen“, sagt der Veranstalter von Kutsch- und Kremserfahrten. Vorgestern ließ der 54-Jährige seine Haflinger Vincent (21) und Blondie (12) einen Pflug aus den 30er-Jahren ziehen. Deutlich mehr PS leistet der 46 Jahre alte Famalus-Traktor, den Alfred Schröder aufgearbeitet hat — „so nach und nach“, wie der 80-Jährige erzählt. „Er war vom Schrott, den Motor musste ich wechseln, weil er kaputt war —

Kolbenfresser“, berichtet der Mann aus Hilgendorf.

Ältester Traktor am Sonnabend in Naschendorf: ein Lanz, Baujahr 1940. Wolf-Dieter Hey hat das gute Stück restauriert. „Ganz fertig bin ich noch nicht“, sagt der Schönberger. Beim ersten Oldtimerpflügen musste er sich aufs Zuschauen beschränken. Seinem Lanz fehlt noch eine Anschlussmöglichkeit für einen Pflug.

Die hat dagegen ein japanischer Hinomoto-Kleintraktor, der in Asien auf Reisfeldern zum Einsatz kommt. Mit einem 33 Jahre alten Exemplar fuhr Gerhard Weiß am Sonnabend in Naschendorf vor. Dem 71-Jährigen gefiel das Oldtimerpflügen. „Es ist wunderbar. Die Stimmung ist toll. Es sind richtig viele Leute da“, sagte Gerhard Weiß.

Gut gefiel‘s auch Hans-Martin Steffen (65), der aus Diedrichshagen kam, um das Oldtimerpflügen als Zuschauer zu verfolgen. Er sagte: „Ich bin erstaunt, wie viele Leute hier sind.“ Er interessiere sich für alte und neue Technik. Einige Traktoren, die gezeigt wurden, würden ihn an seine Kindheit erinnern.

„Sehr zufrieden“ war auch Erhard Bräunig (67), Bürgermeister der Gemeinde Plüschow. Bei der Eröffnung hob er das Engagement des vor drei Jahren gegründeten Dorfclubs hervor, der auch das vergnügliche Oldtimerpflügen maßgeblich mitveranstaltete. Bräunig sagte: „Ich bin erstaunt, dass dem Lockruf so viele Zuschauer gefolgt sind.“ Die Veranstaltung solle vor allem Spaß machen, aber auch zeigen, wie schwierig in früheren Zeiten die Arbeit in der Landwirtschaft gewesen sei.

„Es ist sehr schön hier. Vor allem die ZTS gefallen mir“, sagte Petra Knoop. Die 29-Jährige aus Sülsdorf war mit ihrem Sohn Tobias als Zuschauerin unterwegs. Ihr Freund fuhr einen ZTS-Traktor.

Fortschritt-ZT-Traktoren unterschiedlichster Baujahre waren in Naschendorf zu sehen. Ebenfalls dabei: ein Hanomag Granit Baujahr 62, Ein IHC Baujahr 77, zwei Belarus MTS Baujahr 75, ein Deutz D 40 Baujahr 64, ein Kramer KW 180 Baujahr 57 und viele mehr. 20 alte Traktoren zogen in Naschendorf ihre Furchen.

• Video:

Der Lokalredakteur bei der Arbeit

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Jürgen Lenz

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