Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Viele junge Leute nutzen Fifty-Fifty-Taxen
Mecklenburg Grevesmühlen Viele junge Leute nutzen Fifty-Fifty-Taxen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
04:42 09.03.2013
Claudia K�hler, Anke Reich und Virginia Marmetschke (v.l.) vom Service-Center der AOK in Grevesm�hlen zeigen Flyer zum Taxiticket. Quelle: Malte Behnk

Junge Erwachsene und Jugendliche, die nachts am Wochenende nach dem Discobesuch Opfer eines Verkehrsunfalls werden, sind der Graus einer jeden Unfallstatistik.

Unter anderem mit Discotaxis oder Jugendtaxis — der Name variiert — soll die Zahl dieser meist schweren und oft tödlichen Unfälle verringert werden. Aus Kostengründen hat die Hansestadt Rostock ihr eigenes Projekt eines Jugendtaxis jetzt eingestellt. Die bereitgestellten Finanzmittel waren aufgebraucht.

Dabei gibt es bereits seit 15 Jahren ein landesweites Projekt mit dem Namen Fifty-Fifty-Taxi, das vom Landesverkehrsministerium, dem Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes, der Krankenkasse AOK und Antenne MV organisiert wird, und das auch für Rostock gilt. Mit dem 1. März hat das Ministerium erneut 90 000 Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt.

Auch in Nordwestmecklenburg wird das Fifty-Fifty-Taxi gern von den jungen Leuten genutzt. „Wir haben inzwischen recht konstante Kundenzahlen beim Fifty-Fifty-Taxi“, sagt Erich Schneider, der in der Zentrale von Funktaxi Grevesmühlen die Bestellungen entgegen nimmt. „Wir wollen wie die anderen Partner, dass Unfälle der jungen Leute nach dem Feiern verhindert werden.“ Oft würden Taxifahrer die Unfallstellen am Wochenende sehen, an denen junge Menschen schwer verletzt wurden oder gar umkamen.

„Das Projekt funktioniert gut. Die Zahl der Unfälle von jungen Leuten am Wochenende ist dadurch zurückgegangen“, ist sich Taxiunternehmer Hans-Dieter Schrade sicher. Er befördert jedes Wochenende Fahrgäste mit den Fifty-Fifty-Tickets nach Grevesmühlen — auch die Hinfahrt zur Party kann mit den Rabatt-Tickets bezahlt werden — oder bringt sie nach dem Feiern nach Hause. „Für den halben Fahrpreis muss ich nicht bei Meier oder Müller ins Auto steigen, von dem ich nicht weiß, ob er getrunken hat“, sagt Schrade, der als einer von acht Unternehmern für das Funktaxi Grevesmühlen fährt.

Sobald die jungen Fahrgäste das einmal ausprobiert hätten, würden sie das Fifty-Fifty-Taxi regelmäßig nutzen. Dabei ist der Anteil der jungen Frauen immer noch höher, weiß Schrade. Er betont, dass die Zusammenarbeit mit den Betreibern der Disco K2 in Grevesmühlen sehr zum Gelingen des Fifty-Fifty-Taxi beiträgt. „Wir haben dort schon gemeinsam mit der AOK über das Projekt informiert, was wieder neuen Schwung gegeben hat. Am 23. März gibt wieder eine Taxi-Party dort“, sagt Schrade. So soll das Projekt weiter beworben werden.

Im Service-Center der AOK in Grevesmühlen werden die Rabattscheine für Taxen von jungen Leuten gut angenommen. „Wir bekommen ein Jahreskontingent von 700 Tickets, die auch alle weggehen“, sagt Virginia Marmetschke. „In Gadebusch und Wismar wird das Projekt nicht ganz so gut angenommen. Vermutlich liegt es daran, dass sich in Grevesmühlen alle Taxiunternehmen beteiligen“, sagt Claudia Kähler von der AOK in Grevesmühlen.

Landesweit sind es sogar 36 000 Tickets, die von der AOK ausgegeben werden. „Allein im Dezember waren es 4200, was im Vergleich zu anderen Monaten mit etwa 2800 Tickets sehr viel ist“, sagt Markus Juhls von der AOK Nordost. Das liege unter anderem daran, dass auch Eltern oder Großeltern die Tickets kaufen und dann an Jugendliche oder junge Erwachsene verschenken.

Juhls hat viele Geschichten von übermütigen jungen Menschen gehört, die mit schweren Verletzungen und Toten endeten. „Da wollte jemand ganz viel Mut zeigen und ist mit dem Auto nach einer Party auf die Seebrücke gefahren. Anstatt kurz vor dem Ende zu bremsen, rutschte das Auto aber ins Meer und zwei Mädchen auf der Rückbank starben“, schildert er einen der Fälle, wegen denen das Fifty-Fifty-Taxi 1998 initiiert worden war.

Trotz dieser Bemühungen starben laut der Landesstatistik bei sogenannten Disco-Unfällen 2011 elf Verkehrsteilnehmer. Das waren vier mehr als 2010. Die Zahl der Schwerverletzten bei Discounfällen dagegen sank um neun.

Seit 1998 ist aber die Zahl der getöteten Personen bei Verkehrsunfällen im Land von 364 auf 143 gesunken.

Regeln und Ausgabestellen der Fifty-Fifty-Tickets
Die Taxi-Tickets gelten jeden Freitag und Sonnabend von 20 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages sowie vor und an gesetzlichen Feiertagen. Zusätzlich auch in der Silvesternacht von 20 Uhr bis 12 Uhr am Neujahrstag.


Fahrgäste dürfen zwischen 16 und 25 Jahre alt sein und müssen Fifty-Fifty-Tickets dabei haben. Ausgangs- oder Zielpunkt der Fahrt müssen innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern liegen.

Für 2,50 Euro kann eine Strecke für eigentlich 5 Euro gefahren werden. Die andere Hälfte der Fahrtkosten bringt das Land Mecklenburg-Vorpommern mit Unterstützung von Sponsoren auf.

Für Nordwestmecklenburg sind die Ausgabestellen der Fifty-Fifty-Tickets in den AOK-Servicecentern in Grevesmühlen, Wismar und Gadebusch.

Ein Rechenbeispiel: Die Fahrt von Wismar zur Disco in Grevesmühlen kostet laut Tarifpreis 30 Euro. Für ein Fifty-Fifty-Ticket wird der Fahrpreis halbiert. Bei sechs Fahrgästen im Großraumtaxi kostet die Fahrt, wenn jeder ein Rabatt-Ticket hat, nur noch 2,50 Euro pro Person.

• Infos zu den Fifty-Fifty-Tickets

gibt es online auf:

www.taxiticket.de www.funktaxi-grevesmuehlen.de.

Malte Behnk

Am Montag, 11. März, ist das Gesundheitsmobil des Landkreises Nordwestmecklenburg wieder unterwegs.Am Montag, 18. März, sind Eltern willkommen, die Fragen zur altersgerechten Entwicklung ihrer Kinder haben.

09.03.2013

St.-Thomas-Kirche: 10 Uhr; DASSOW St.-Michael-Kirche: 10.30 Uhr Wort-Gottes-Feier; St.Turmraum: 9.30 Uhr; GREVESMÜHLEN Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde: 9.30 Uhr; Neuapostolische Kirche: 9.30 Uhr; Niels-Stensen-Kirche: 8.45 Uhr Heilige Messe; St.

09.03.2013

Sparsam und defizitär: Roduchelstorf kommt mit den Einnahmen nicht mehr aus.

09.03.2013
Anzeige