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Grevesmühlen Von Hotel, Kletterpark bis Aussichtsturm
Mecklenburg Grevesmühlen Von Hotel, Kletterpark bis Aussichtsturm
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00:00 19.10.2017
Die Insel Poel, im Vordergrund mit Gollwitz, will sich weiterentwickeln. Ein Rahmenplan mit Entwicklungszielen in den Bereichen Tourismus, Wohnen, kulturelles und soziales Leben sowie Natur liegt im Entwurf vor. Quelle: Foto: Uli Jahr
Kirchdorf

Wie soll sich die Insel Poel in den nächsten Jahren entwickeln? Antworten liefert ein Rahmenplan, der sich in der Diskussion auf der Zielgeraden befindet.

Im Bereich touristischer Unterkünfte lauten die Ziele: Errichtung eines Hotels (im Gespräch ist Timmendorf), einer Jugendherberge und neuer Wohnmobilstellplätze. Im Bereich Freizeitgestaltung geht es zum Beispiel um einen Kletterpark und um einen Aussichtsturm in attraktiver Lage – im Gespräch ist ein Feld zwischen Schwarzer Busch und Moorgebiet mit Blick über die Insel und Informationen zu Poel.

Kurs für die nächsten Jahre

Bürgermeisterin Gabriele Richter (ptl.): „Der Entwurf ist ein Plan der Poeler und nicht der Verwaltung. Er ist ein Plan, der aufzeigen soll, welchen Kurs die Gemeinde in den nächsten Jahren ansteuern will. Es ist auch ein Plan, der Chancen, Wege und Räume für Veränderungen schafft und die Herausforderung für eine nachhaltige und zukunftsweisende Entwicklung für die nächsten 10 bis 15 Jahre beschreibt.“

Die Gemeindevertreter hatten zunächst beschlossen einen Rahmenplan zu erstellen. Damit beauftragt wurde das Büro für Stadt- und Regionalplanung Wismar.

Bürger einbezogen

„Uns war es besonders wichtig, so viele Bürgerinnen und Bürger wie möglich in die Entscheidungen zur Entwicklung unserer Gemeinde mit einzubeziehen“, so die Bürgermeisterin. So wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet und die Vereine mit einbezogen. Ideen und Wünsche sind eingeflossen, am Ende geht es um Maßnahmen und Ziele. Der Entwurf liegt vor, soll diskutiert und beschlossen werden.

Wesentliche Punkte stellte Martin Hufmann vom Büro für Stadt- und Regionalplanung am Montagabend den Gemeindevertretern vor. „Es wird und kann nur funktionieren, wenn viele aktiv mitarbeiten“, warb Hufmann. Er stellte eine Reihe von Zielen vor, aus denen möglicherweise eine Prioritätenliste erstellt wird.

Gastronomie im Winter

Angestrebt wird beispielsweise eine Verbesserung der gastronomischen Versorgung in der Herbst- und Wintersaison. Das zählt zu den Dauerbrennern auf Poel. Weit oben bei den Zielen steht eine bessere Erlebbarkeit der Schlosswallanlagen in Kirchdorf.

Beim Thema Wohnen gibt es eine Reihe von Zielen: altersgerechter Wohnraum, attraktives Bauland im Bereich Kirchdorf, gestalterische Maßnahmen im Umfeld der Mehrfamilienhäuser in der Straße der Jugend in Kirchdorf.

Barrierefrei zum Strand

Im Bereich Kultur und Soziales wird zum Beispiel angeregt, eine Ortsgruppe für Rettungsschwimmer zu bilden und für barrierefreie Strandzugänge zu sorgen. Im Gespräch sind auch Gestaltungssatzungen in den bebauten Orten. Martin Hufmann: „Wir müssen jetzt vom Stadium Papier wegkommen und dazu übergehen, wie wir den Plan mit Leben erfüllen können.“

Viele Einflüsse

Was am Ende des Tages umgesetzt werden kann, hängt letztlich davon ab, was sich Poel finanziell leisten kann, welche Fördermittel aufgetrieben werden können, welche Investoren sich für Poel interessieren, wie sich die Insulaner einbringen und was erlaubt ist. Der Naturschutz (siehe Infokasten) setzt einige Grenzen. Aber nicht nur der. Ein Weitendorfer kritisierte am Montag, dass seine Kinder gerne im Ort bauen würden, dies aber bisher nicht dürfen. Für den Planer Martin Hufmann eine nachvollziehbare Kritik. Hintergrund sei das regionale Entwicklungsprogramm.

Begrenzter Spielraum

Dieses bevorteile Wismar als Zentrum und enge den Spielraum von Gemeinden ein. Hufmann spricht von Konkurrenzdenken. Die Gemeindevertreter Eike Peters, Bodo Köpnick („Man muss sich nicht alles gefallen lassen“) und Doris Hildebrandt kritisierten den engen Gestaltungsspielraum. „Es gibt eine Diskrepanz, mehr junge Leute auf der Insel haben zu wollen und keinen Wohnraum zu haben“, so Doris Hildebrandt.

So hat sich die Insel seit 1990 entwickelt

2497 Einwohner hatte die Insel Poel im Dezember 2015. Das sind 310 Einwohner weniger als 1990.

Älter wird auch die Poeler Bevölkerung. 1990 lag das Durchschnittsalter bei 35,7 Jahren, 15 Jahre später bei 48,6 Jahren.

Der Anteil der über 60-Jährigen stieg von 17 auf 38 Prozent. Bei Kindern und Jugendlichen gab es einen Rückgang von 34 auf 16 Prozent.

50 Prozent der Einwohner leben in Kirchdorf und Oertzenhof.

Hauptarbeitgeber sind der Tourismus, die Landwirtschaft und das Gesundheitswesen. 78 Prozent der Insel sind landwirtschaftliche Flächen.

Die Zahl der Tagesgäste lag im Jahr 2000 bei etwa 32 000, im Jahr 2016 bei etwa 94 000. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Touristen liegt bei 5 Tagen (Stand 2015).

Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gab es 618 im Jahr 1998, 575 waren es noch im Jahr 2013. Die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten sank von 1200 im Jahr 1998 auf 931 im Jahr 2013.

Poel zählt zum FFH-Gebiet „Wismarbucht“, zum EU-Vogelschutzgebiet „Wismarbucht und Salzhaff“ und zu den Naturschutzgebieten „Insel Langenwerder“ und „Fauler See – Rustwerder“.

Quelle: Büro für Stadt- und Regionalplanung

Heiko Hoffmann

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