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Von San Francisco nach Plüschow

Plüschow Von San Francisco nach Plüschow

Künstler aus den USA, Frankreich, Österreich und Deutschland arbeiten derzeit im Künstlerhaus

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Zwei Künstler-Generationen: Jeffrey Martin (v.l.), Dorothea Schubert, Florian Voggeneder, Nadine Monnin auf der Veranda des Schlosses. FOTOS (3): ANNETT MEINKE

Plüschow. Am Ostersonntag ist Kunsthandwerker-Markt im Mecklenburgischen Künstlerhaus Schloss Plüschow. Gelegenheit, nicht nur das regionale Kunsthandwerk in Augenschein zu nehmen, sondern auch, das eine oder andere Gespräch mit den noch bis Ende April im Schloss weilenden Kunststipendiaten zu führen – und dabei vielleicht ein wenig sein Englisch und Französisch aufzupolieren.

OZ-Bild

Künstler aus den USA, Frankreich, Österreich und Deutschland arbeiten derzeit im Künstlerhaus

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Mit Jeffrey Martin (62), Buchautor, Filmemacher, Fotograf und Illustrator aus San Francisco, könnte man sich darüber unterhalten, was es für ihn bedeutet, aus einer wahren Metropole in die vergleichsweise einsame Weite nordwestmecklenburgischer Landschaft verschlagen zu sein. Man könnte ihm zuhören, wenn er berichtet: „Es amüsiert mich schon, zu bemerken, wie ich auf einmal auf sozialen Kontakt angewiesen bin, den ich in San Francisco oft meide. Weil es hier so wenige Menschen rundherum gibt, freue ich mich tatsächlich über jedes mögliche Gespräch.“ Martin arbeitet in Plüschow unter anderem an einem Gedichtband für Kinder – und dafür hat er einen klaren Zeitplan: Zeichnen an den Illustrationen für die Gedichte von morgens neun Uhr bis mittags um eins, von eins bis drei Uhr Arbeiten an den Gedichten, von drei Uhr nachmittags bis abends um sechs fotografieren.

Ähnlich konzentriert geht Nadine Monnin (67) aus dem französischen Vendeuvre/Barse ihren Arbeitsaufenthalt im Schloss an. „Die Ruhe in Plüschow macht es für mich einfach. Ich brauche nur einen Stift in die Hand nehmen, meine Umgebung beobachten und loslegen“, sagt die Künstlerin – die auf dem Gebiet der Fotografie, ebenso als Malerin und Zeichnerin unterwegs ist. Ein wenig mag Monnins hohe Konzentration auf die Arbeit auch der Tatsache geschuldet sein, dass sie nur ihre Muttersprache und nur ein ganz klein wenig Englisch spricht. Jeffrey Martin hingegen hat das Glück, sich mit seinen beiden jüngeren Mitstipendiaten Dorothea Schubert (28) aus Nürnberg und Florian Voggeneder (30) aus dem österreichischen Linz in seiner Muttersprache verständigen zu können. Doch ganz ohne Kontakt bleibt auch Monnin nicht – wozu gibt es Gesten, Hände und Füße? Und so kommt es immer wieder zu Begegnungen der vier Künstler – zum Beispiel auf der hölzernen Veranda des Schlosses.

Dorothea Schubert ist eigentlich fast eine Einheimische, könnte man sagen – zumindest wurde sie in Rostock geboren. Sie ist allerdings ab ihrem sechsten Lebensjahr in der Nähe von Frankfurt am Main aufgewachsen und hat an der Nürnberger Kunstakademie Visuelle Kommunikation studiert. Demnächst wird sie in den Schwarzwald ziehen. Auch Schubert nutzt unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen, fühlt sich unter anderem von Malerei, Fotografie, Poesie angezogen. „Ich mag Gegensätze“, sagt sie, „zurzeit liebe ich einfache Formen und knallige, bunte Farben. Dann wieder kann es auch sehr dokumentarisch oder fast schon minimalistisch im Ausdruck werden.“

Der Österreicher Florian Voggeneder bewegt sich im Bereich Medienkunst, Installation, Fotografie. „Ich interessiere mich für Menschen und die Signale, die sie miteinander austauschen.“ Eine besondere Faszination geht für Voggeneder dabei von dem Thema „Interferenzen“, also Signale oder Systeme, die sich überlagern, aus. Dabei experimentiert der junge Linzer unter anderem mit analoger Radio- oder Kameratechnik. „Es geht mir dabei aber nicht um ein Nostalgiegefühl oder etwas Ideologisches, im Sinne von ,früher war alles besser’“, sondern eher darum, den Raum sinnlicher Erfahrungen auszuloten, indem ich zum Beispiel ein analog gemachtes Foto digital bearbeite“, erklärt er.

Ostermarkt im Künstlerhaus Schloss Plüschow

Seit 22 Jahren ist

der Kunsthandwerkermarkt, der traditionell am Ostersonntag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr im Schloss Plüschow stattfindet, der Auftakt zur Veranstaltungssaison des Mecklenburgischen Künstlerhauses.

Mit dabei sind auch in diesem Jahr Kunsthandwerker aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sie präsentieren verschiedene kunsthandwerkliche Sparten: von Keramik, Glas- und Holzgestaltung bis hin zu ausgefallenem

Textildesign. Für das leibliche Wohl wird

mit kleinen Speisen und Getränken in der Schlossklause gesorgt.

Schloss Plüschow,

Am Park 6,

23936 Plüschow

Annett Meinke

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