Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grevesmühlen Vorwurf: Busfahrer lässt Flüchtling nicht einsteigen
Mecklenburg Grevesmühlen Vorwurf: Busfahrer lässt Flüchtling nicht einsteigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 27.02.2016
An dieser Bushaltestelle in Grevesmühlen soll sich nach Aussage der Schüler der Vorfall ereignet haben. Quelle: Fotos: Michael Prochnow, Oz

Eklat im Schülerverkehr: Ein Busfahrer soll sich in dieser Woche in Grevesmühlen geweigert haben, einen Flüchtling einsteigen zu lassen. Der Bus war im Rahmen des Schülerverkehrs am frühen Nachmittag zwischen Grevesmühlen und Wismar im Einsatz, als sich der Vorfall ereignet haben soll.

So berichten mehrere Schüler, die im Bus saßen davon, dass das Fahrzeug regulär an der Bushaltestelle in Höhe des Übergangs vom Grünen Ring zum Ploggensee an der B 105 in Grevesmühlen hielt, und der Fahrer die Tür öffnete. Als er den dunkelhäutigen Fahrgast erblickte, soll der Fahrer die Tür wieder geschlossen haben und losgefahren sein. Auf die Frage der Schüler, weshalb er den Mann nicht habe einsteigen lassen, soll der Fahrer erwidert haben: „Der steht morgen auch noch da.“

Die Schüler reagierten fassungslos auf den Vorfall und berichteten ihren Eltern von dem Verhalten des Fahrers. Die wiederum meldeten sich bei der OSTSEE-ZEITUNG. Jörg Lettau, Geschäftsführer der Nahbus GmbH, dem kreiseigenen Unternehmen, das für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständig ist, bedauerte den Vorfall, der, wenn er sich den so zugetragen habe, ein Einzelfall sei.

Bei dem Busunternehmen, das beschuldigt wird, handelt es sich um ein Subunternehmen aus Wismar. Dort weist Geschäftsführer Dieter Post die Vorwürfe entschieden zurück. Einen solchen Vorfall, so heißt es in der Stellungnahme, habe es an dem betreffenden Tag auf der Linie 400 (Grevesmühlen—Proseken) nicht gegeben. Und weiter: „Wir sind ganz besonders in der derzeit von vielem rechten Gedankengut geprägten politischen Debatte zur bundesdeutschen Flüchtlingspolitik daran interessiert, das derartige Sachverhalte allumfassend aufgeklärt werden.“

Bei der Auswertung der Daten des Fahrtenschreibers des Busses sei kein „Halt“ an der von den Schülern beschriebenen Haltestelle registriert worden, teilt der Geschäftsführer mit. Zudem handelt es sich bei dem beschuldigten Busfahrer „um einen Mitarbeiter mit mehr als 40 Jahren Berufserfahrungen im Linien-, Schüler- und Reiseverkehr, der in seinem langen Berufsleben keine Verstöße hinsichtlich der gültigen gesetzlichen Bestimmungen in der Personenbeförderung hatte und auch nicht derartige benannte Äußerungen gegenüber Fahrgästen tätigen würde.“

Die Schüler hingegen bleiben bei ihrer Version. Sie betonten auch gestern auf Nachfrage, dass der Busfahrer den Flüchtling bewusst habe an der Haltestelle stehen lassen. „Er ging zum Bus und wollte einsteigen“, berichtet einer der Schüler. Der Zwölfjährige war es auch, der zusammen mit seinem Freund (13) den Fahrer auf die ungewöhnliche Situation ansprach. „Aber der sagte nur, wir sollen uns wieder hinsetzen.“ Dass der Fahrer die Sache abstreitet, sorgt bei den Schülern für Unverständnis. „Es war so, das können wir bezeugen.“

Doch es geht auch anders: Einen Fall schildert eine Grevesmühlenerin, die vor wenigen Tagen mit der neu eingerichteten Busverbindung von Grevesmühlen nach Schwerin gefahren war. Die 67-Jährige beobachtete, wie am Busbahnhof in Schwerin ein Gruppe von männlichen Flüchtlingen ratlos vor dem Fahrplan stand. „Der Fahrer hat auf englisch den Männern erklärt, zu welchen Bahnsteig sie müssen und wo sie die Tickets bekommen. Ich fand es wirklich gut, dass sich jemand diese Mühe macht.“



Michael Prochnow

In Grevesmühlen bietet Dorina Reschke ein entspanntes Wochenende an

27.02.2016

Die Klassen 9a und 9b der Regionalen Schule aus Grevesmühlen landeten auf den Plätzen zwei und drei

27.02.2016

Die Veranstaltung, die bislang alle zwei Jahre rund um das Vereinshaus stattfand, soll in diesem Jahr an die Regionalmesse angegliedert werden

27.02.2016
Anzeige