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Grevesmühlen Wegen Straßensperrung: Autos fahren durch den Wald
Mecklenburg Grevesmühlen Wegen Straßensperrung: Autos fahren durch den Wald
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00:00 04.05.2016
Sohn Christian Wiencke eröffnete den Stand in Grevesmühlen.
Grevesmühlen

Das weiße Schild mit der grünen Aufschrift ist am Waldrand deutlich zu erkennen. „Nichtöffentlicher Waldweg, für das Befahren mit Kraftfahrzeugen durch Unbefugte gesperrt“, ist darauf zu lesen. Doch davon lassen sich Pkw-, Transporter- und sogar Baggerfahrer derzeit nicht abhalten. Sie ignorieren diese Ausschilderung am Ende des Rudolf-Tarnow-Rings in Grevesmühlen. Denn für viele dient der Pfad durch den Wald als Abkürzung in Richtung Rehna. Weil die Straße L 02 durch Wotenitz noch bis mindestens Ende Mai gesperrt ist, umgehen viele Verkehrsteilnehmer auf diesem Wege längere Umleitungen in den Grevesmühlener Ortsteil.

Durch die Sperrung in der Straße durch Wotenitz weichen Fahrzeuge auf Waldwege aus / Anwohner sind genervt / Forstamt droht mit der Schließung der Wege

Sehr zum Ärger von Forstamtsleiter Peter Rabe: „Die Leute sind auf verbotenen Wegen unterwegs und verstoßen gegen das Waldgesetz. Wir können das nicht wochenlang dulden. Das führt zu Frust. Ich bitte darum, das einzustellen.“ Das Ökosystem Wald werde durch das illegale Verhalten gestört. „Auch andere Menschen, die den Wald als Erholungsort nutzen, fühlen sich belästigt“, sagt Rabe. Spaziergänger oder Nordic Walker hätten sich bereits mehrfach beschwert. Nicht zuletzt würden durch die Fahrzeuge auch Schäden an der Natur entstehen.

Auch die Anwohner im Rudolf-Tarnow-Ring sind genervt. „Einige fahren hier viel zu schnell. Es gab schon Vollbremsungen“, erzählt ein Mann, der anonym bleiben will. In den zurückliegenden Tagen habe es durch das trockene Wetter auch immer wieder stark gestaubt. Der gestrige Regen hat den Weg nun zu einer Matschpiste gemacht. „Der ganze Dreck wird aus dem Wald nach oben getragen“, moniert der Anwohner weiter. „Das geht so nicht. Der Weg müsste gesperrt werden.“

Diesen Schritt will Forstamtsleiter Rabe gern vermeiden. „Das wäre der letzte Ausweg“, sagt er und hofft darauf, dass sich die Autofahrer besinnen. Rabe könne zwar verstehen, dass man es eilig habe, „doch jeder sollte die ein, zwei Kilometer Umweg in Kauf nehmen und den Wald schützen“. Wer sich nicht daran hält, könnte mit einem Verwarngeld in Höhe von 35 Euro belangt werden. Doch auch so eine Strafwelle wolle man ungern auslösen. Gleichzeitig betont Rabe: „Wir werden als Behörde dafür sorgen, dass die Gesetze eingehalten werden.“ Notfalls auch mit einer Sperrung der Waldwege.

Für Autofahrer, die nach Wotenitz wollen, hat Rabe einige Vorschläge: So sei der Ortsteil über Upahl, Kastahn und Sievershagen zu erreichen. Auch über den Börzower Weg und die Rufschranke könne man nach Wotenitz gelangen, ebenso über den Ortsteil Questin.

Für Ärger sorgte die Straßensperrung auch bei Peter Wiencke. Der Chef des gleichnamigen Gartenbaubetriebs in Wotenitz war von der Baumaßnahme überrascht worden. „Es ist klar, dass gebaut werden muss.

Doch ich war enttäuscht, nicht informiert worden zu sein. Ich habe es aus der Zeitung erfahren“, sagt er. Weil sein Betrieb durch die Sperrung nun schwerer zu erreichen ist, bleiben Kunden aus. „Es ist nicht drastisch“, so Wiencke. Doch er fühlte sich zum Handeln gezwungen. Gestern eröffnete er deshalb einen Verkaufsstand in der Grevesmühlener Innenstadt vor dem ehemaligen Markant-Markt.

„Dieser wird über die Zeit der Sperrung bleiben“, sagt Wiencke.

Von Daniel Heidmann

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