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Grevesmühlen Weltstars aus Sand und bunte Brüste
Mecklenburg Grevesmühlen Weltstars aus Sand und bunte Brüste
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15:15 28.10.2018
Bodypainterin Claudia Kraemer aus Rostock zeigte ihr künstlerisches Können an Model Jessica Brach. Quelle: JANA FRANKE
Boltenhagen

Wenn nackte Mädels bemalt und aus Sandkörnern Stars wie Elvis Presley, Marilyn Monroe und Charlie Chaplin entstehen – dann ist die „Lange Nacht der Kunst“ in Boltenhagen.

Heiß war es Samstagabend in der oberen Etage des Kurhauses. Nein, liebe Männer, nicht was Sie jetzt denken. Zwar stand eine nur mit Slip bekleidete junge Frau im Flur, aber nackt sei sie doch nicht, reagierte Jessica Brach auf die fragenden Blicke der Gäste. Sie habe doch Farbe am Körper, die Bodypainterin Claudia Kraemer auf das Model zauberte. Und damit das nicht friert, war die Heizung eben großzügig aufgedreht.

Im Jahr 2005 machte Claudia Kraemer ihr Hobby zum Beruf. Sie lernte Kauffrau im Groß- und Außenhandel und ihre Eltern besitzen eine Klempnerei. Eigentlich schien der Weg für die junge Frau geebnet. Doch dann kam das Kinderschminken, an dem sie großen Gefallen fand. Erst waren es nur Gesichter, jetzt sind es ganze Körper, die die Rostockerin verziert und im UV-Licht erstrahlen lässt. Zwei Weltmeistertitel holte sie bereits – 2015 im Facepainting (Gesichtsmalerei) und ein Jahr später im Bodypainting (Körpermalerei). Mit Model Jessica Brach, von Beruf selbstständige Fotografin und Layouterin, arbeitet sie öfter zusammen. Deren Wasserverbrauch ist seitdem gestiegen. „Das dauert schon eine Weile, bis die Farbe wieder runter ist“, berichtet die Rostockerin lachend. „Mein Freund muss mir immer helfen.“ Welcher Mann würde sich da auch beschweren.

Claudia Kraemer weiß auch die eine oder andere Anekdote zu erzählen. „Ich war einmal von Kopf bis Fuß bemalt. Auf der Rückfahrt bin ich in eine Polizeikontrolle geraten. Die Kollegen haben sich aber absolut nichts anmerken lassen“, sagt sie. Das Publikum im Kurhaus war restlos begeistert, als plötzlich ein Halbmond auf der linken Hüfte der schlanken Jessica zu erkennen war. „Wirklich toll“, lobte Brigitte Hagel aus der Nähe von Schwerin.

Künstlerin Eva Aibaz zauberte aus Sand Stars wie Elvis Presley, Marilyn Monroe oder Charlie Chaplin Quelle: JANA FRANKE

Begeistertes Klatschen auch im Festsaal in Boltenhagen. Hier schuf die Künstlerin Eva Aibaz aus Sandkörnern wahre Meisterwerke, die per Videokamera auf eine Leinwand übertragen wurden. Aus Sandkörnern formte sie Stars und Denkmale wie das Brandburger Tor oder den Pariser Eiffelturm. Vor neun Jahren widmete sich die 32-Jährige der Sandmalerei. Feiner und vor allem sauberer Sand seien wichtig. „Und die Idee muss da sein“, umschreibt sie. In knapp einer halben Stunde zauberte sie immer wieder neue Motive zur passenden Musik zum Beispiel von Elvis Presley oder Michael Jackson auf die von unten beleuchtete Arbeitsfläche. Unterwegs ist die gebürtige Russin, die heute in Hamburg lebt, mit ihren Shows in der ganzen Welt.

Und so gab es in Boltenhagen am Sonnabend so einige Highlights. Die befreundeten Pianisten Andreas Güstel und Julian Eilenberger zum Beispiel waren mit einem mobilen Piano im Ort unterwegs und erfreuten mit tollen Songs. Es wurde gefilzt, getanzt, gelacht und mit der OZ-Fotobox, die im Seehotel aufgebaut war, konnten die Gäste auch eine Erinnerung an den tollen Abend mit nach Hause nehmen. Den Abschluss der „Langen Nacht der Kunst“ bildete am Sonntagvormittag die Kunstauktion im Festsaal mit Auktionator Michael Wagner aus Schwerin. 144 Bilder und Schmuckstücke hätten unter den Hammer kommen können. Doch das Interesse war so groß nicht. Knapp 50 Werke wurden verkauft. Vor Ort war die Besucherzahl verhalten, aber Angebote wurden über Internet und Telefon aus Holland, Belgien, den USA und Mexiko abgegeben.

Kunstauktion im Festsaal Boltenhagen: Die Beteiligung vor Ort war nicht groß, Gebote kamen per Internet und Telefon aber unter anderem aus Holland, Belgien, den USA und Mexiko. Quelle: JANA FRANKE

Glück mit ihrem Gebot hatten Erika (75) und Hans Hünersdorf (76) aus Kiel, die eine Radierung von Horst Janssen erwarben. Der Künstler lebte von 1929 bis 1995 in Hamburg und die Tante des Patenonkels ihres Enkels war mit ihm verheiratet, verrät Erika Hünersdorf. „Deshalb haben wir einen besonderen Bezug zu dem Bild“, begründet sie. In Auktionskreisen bewegt sich das Ehepaar schon seit Jahren. Unzählige Werke hätte es schon zu Hause, verrät Hans Hünersdorf. „Wir brauchen eigentlich nicht mehr tapezieren.“ Im Angebot waren auch Bilder von Armin Müller-Stahl, den beide persönlich kennen. „Unsere Kinder sind zusammen zur Schule gegangen“, sagt Erika Hünersdorf. Erworben hatte am Sonntag aber Anne Greipel-Bickel seine Farblithografien. „Er ist so vielfältig“, schwärmt die 66-Jährige aus Detmold.

Auktionator Michael Wagner (56) aus Schwerin bot 144 Werke an. Quelle: JANA FRANKE
Ersteigerte Werke von Armin Müller-Stahl: Anne Greipel-Bickel (66) aus Detmold. Quelle: JANA FRANKE

Jana Franke

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