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„Wenn man patzt, kann man das nicht mehr rückgängig machen“

Grevesmuehlentheater „Wenn man patzt, kann man das nicht mehr rückgängig machen“

Peter Bond ist der neue Star im Piraten Open Air Theater Grevesmühlen. Im OZ-Interview spricht der 60-Jährige über sein Image, Daniel Craig und seine Oma.

Grevesmühlen Er stand zehn Jahre lang für die Ratesendung Glücksrad vor der Fernsehkamera. In diesem Jahr steht Peter Bond beim Piraten Open Air Theater in Grevesmühlen auf der Bühne. Im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG verrät der 60-Jährige, woher sein Künstlername stammt, was im Theater anders ist als beim Fernsehen und wie weit er es eigentlich zur Bühne hat.

OSTSEE-ZEITUNG: Welcher Bond gefällt Ihnen am Besten?

Peter Bond: Also mein Favorit war all die Jahre Sean Connery. Mittlerweile muss ich sagen, dass Daniel Craig der erste ist, mit dem sich die Leute identifizieren. Der macht die Stunts zum Teil selbst. Der Junge hat es wirklich drauf.

OZ: Also stimmt es, dass Sie sich nach James Bond benannt haben?

Bond: Das stimmt nicht ganz. Meine Oma hieß Bondowski, da kam eigentlich die Abkürzung her. Nachdem James Bond weltweit bekannt wurde, habe ich mich dafür entschieden.

OZ: Was macht Ihre Rolle als Gouverneur Woodes Rogers hier beim Piraten Open Air Theater in Grevesmühlen aus?

Bond: Das Drehbuch, das Peter Venzmer geschrieben hat, ist hervorragend. Er hat mir eine Rolle zukommen lassen, die ich sonst im wirklichen Leben nicht haben darf. Ich sammle nämlich ständig Geld ein. Der Gouverneur steht ein bisschen über den Dingen, die auf der Insel New Providence passieren. Er ist eigentlich der verlängerte Arm des Königs von England. Doch von den florierenden Einnahmen der Insel zweigt er auch gerne etwas für die eigene Tasche ab.

OZ: Wohnen Sie hier in Nordwestmecklenburg?

Bond: Ich wohne in einer Pension in Grevesmühlen, weil ich keine langen Wege haben wollte. Es ist wunderbar. Ich brauche drei Minuten mit dem Auto bis zur Bühne. Das passt.

OZ: Sie besitzen reichlich Film- und Fernseherfahrung. Was ist am Theater anders als vor der Kamera?

Bond: Film und Theater kann man überhaupt nicht vergleichen. Es gibt Schauspieler, die im Theater glänzen und brillieren, aber vor der Kamera überhaupt nicht zurechtkommen. Umgekehrt gibt es das natürlich auch. Der Unterschied ist, dass man beim Film Szenen so lange wiederholen kann, bis sie sitzen. Beim Theater spielt man live. Wenn man patzt, kann man das nicht mehr rückgängig machen.

OZ: Wie groß ist die Umstellung für sie persönlich?

Bond: Es ist keine so große Umstellung, weil ich während meiner langjährigen Moderation im Fernsehen auch sehr viele Live-Sendungen hatte. Da wurde auch geprobt und da musste auch alles auf den Punkt sitzen. Der kleine Vorteil einer Live-Geschichte ist, dass man noch konzentrierter ist, als wenn man im Hinterkopf hat, dass man alles wiederholen kann.

OZ: 2002 waren Sie eine Zeit lang in Nordwestmecklenburg tätig. Sind Sie auch danach öfter hier gewesen?

Bond: Ich war über all die Jahre immer mal wieder in Nordwestmecklenburg, weil ich die Gegend kennen und lieben gelernt hab. Mir kam sehr viel Herzlichkeit von den Menschen entgegen. Und wenn man wie ich das Meer liebt, dann ist die Nähe zur Ostsee natürlich ideal, unabhängig vom Wetter. Ich finde einen Spaziergang an der See auch bei Sturm sehr schön.

OZ: Haben Sie einen Lieblingsstrand?

Bond: Ich bin sehr gerne in Boltenhagen unterwegs.

OZ: Polen ist nicht weit entfernt. Welche Verbindungen haben Sie noch zu Ihrem Geburtsland?

Bond: Ich habe leider keine Verwandten mehr in Polen. Es gibt also keinen wirklichen Grund für Besuche. Aber wenn ich in der Nähe bin, fahre ich auch mal rüber.

OZ: Wie oft hören Sie den Satz „Sie sind doch der vom Glücksrad“?

Bond: Den höre ich, Gott sei dank, sehr oft. Das Glücksrad hat mich in Deutschland bekannt gemacht. Die meisten Menschen nehmen mich ja nicht als Schauspieler, sondern als Moderator wahr, obwohl ich sehr viele Serien gedreht habe. Aber Gastrollen gehen immer ein bisschen unter. Wenn man allerdings zehn Jahre ein Format wie Glücksrad moderiert, dann prägt das. Mein Glück ist, dass mich sowohl junge als auch ältere Menschen kennen. Die klopfen mir noch immer auf die Schulter. Das ist ein schönes Gefühl.

OZ: Sie sind Schauspieler, Sänger, nun auch Buchautor. Wie schwierig ist es, sich von dem Moderatorenimage zu lösen?

Bond: Mir steht das überhaupt nicht im Weg. In Deutschland wirkt es offenbar immer etwas suspekt, auch von der Medienseite her, wenn jemand mehrere Schienen bedienen kann. Ich freue mich darüber, dass ich so flexibel bin.

 

Interview von Robert Niemeyer

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