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Wer macht das Rennen an den Bahnschienen?

Einzelhandel in Grevesmühlen — Ringen um Verkaufsflächen Wer macht das Rennen an den Bahnschienen?

Die Pläne für das Güterbahnhofsgelände und das ehemalige Lidl-Gelände wurden offiziell vorgestellt. Die Vorhaben spalten die Gemüter der Grevesmühlener.

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Markant will auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände bauen.

Grevesmühlen. Zwei Supermärkte, die es noch nicht einmal gibt, sorgen für Diskussionen in Grevesmühlen. Während die einen die Neuansiedlung von Aldi und Markant am Güterbahnhof favorisieren, unterstützen wiederum andere das Vorhaben, das ehemalige Lidl-Gelände in unmittelbarer Nähe zu reaktivieren. Seit Dienstag ist auch der Kampf zwischen den Investoren eröffnet. „Ich kann die Haltung von Markant nicht nachvollziehen, dass jetzt einfach ein paar Shops gestrichen werden, und dann soll das funktionieren“, griff David Corleis Markant-Geschäftsführer Klaus Stechhöfer während der Sitzung des Bauausschusses an. Der stichelte zurück: „Wir haben den Lidl-Standort überprüft und gesagt, der funktioniert nicht. Herr Corleis wird Probleme haben, dort nachhaltig Einzelhandel zu etablieren.“

Markant reduziert

Nach der Mediation im März stellte Markant am Dienstag die überarbeitete Planung vor. Statt ursprünglich 2700 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen es künftig nur noch 2500 werden. Dafür wurden die kleinen Läden im Gang zwischen den beiden Supermärkten Aldi und Markant gestrichen. Die Verkaufsflächen für Aldi (1000 Quadratmeter) und Markant (1500 Quadratmeter) bleiben unverändert.

Unklar ist, ob damit die Landesplanung umzustimmen wäre. Die hatte nämlich auch die Größe der Verkaufsflächen moniert, gar eine Halbierung gefordert. „Die Hälfte der Verkaufsfläche steht nicht mehr zur Rede“, sagte Bauamtsleiter Lars Prahler. Es sei als Ergebnis der Mediation ein „inhaltlicher Kompromiss“ gefunden worden. Ob die Landesplanung signalisiert hat, dass die neue Planung positiv beschieden würde, ließ er offen. Grundvoraussetzungen dafür, so hieß es nach der Mediation, seien „klare Aussagen zur Innenstadtverträglichkeit, dass das Vorhaben von den Rahmenbedingungen des Einzelhandelsgutachtens nicht abweicht und dargestellt wird, ob dieses Vorhaben die Nahversorgung weiterer Stadtteile gefährdet.“

Lidl-Investor drängt

Der Hamburger Investor David Corleis geht davon aus, dass zwei seiner drei Varianten für die Reaktivierung des ehemaligen Lidl-Geländes ohne erneutes B-Plan-Verfahren, das seine Planungen um etwa ein Jahr verzögern würde, umsetzbar sind. 600 Quadratmeter Verkaufsfläche nur für den Supermarkt wären es, wenn das Gebäude so wie jetzt genutzt würde. Corleis möchte das Gebäude auf 800 Quadratmeter Supermarkt-Verkaufsfläche erweitern. Weil sowohl Fragen der Nutzung als auch verkehrsrechtliche Fragen nicht geklärt seien, müsse ein B-Plan-Verfahren in allen Fällen durchlaufen werden, so Bauamtsleiter Lars Prahler. Die Stadt bezieht sich dabei auf eine Antwort des Kreises auf eine Bauvoranfrage, in der zwar eine Spielothek, eine Sportsbar und ein Solarium positiv beschieden worden sind, jedoch jede weitere Nutzung des Gebäudes einer Bauleitplanung bedürfe. Genehmigungen seien noch keine erteilt worden. Zudem zweifelt die Stadt daran, dass Corleis das Gelände im rechtlichen Sinne wirklich gekauft hat, da der Kaufvertrag nach wie vor nicht notariell beurkundet ist.

3100 Quadratmeter plus

Durch den Vorstoß zum ehemaligen Lidl-Gelände hat sich die Situation verändert. Man müsse nun beachten, dass es in dem Gebiet um die Bahnschienen herum nicht mehr nur um 2700, 2500 oder 600 Quadratmeter gehe, so Volkmar Schulz. Zur Rede stünden mehr als 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche und deren Einfluss auf die Innenstadtgeschäfte. Denn die, da sind sich alle einig, sollen nicht geschädigt werden. Die Argumente dazu differieren jedoch. „Durch den Neubau von Aldi und Markant gewinnen wir Kaufkraft. Es kommen mehr Leute nach Grevesmühlen. Dadurch wird die Innenstadt belebt“, sagte Thomas Krohn (parteilos/CDU-Fraktion). „Der neue Markt kann eine Bereicherung für die Innenstadt werden. Wir sollten weiter machen“, sagte Stefan Baetke (SPD). Wiederum andere sind für den Lidl-Standort. „Es geht um eine vernünftige Lösung. Ich freue mich, dass sich auf dem Lidl-Gelände endlich was ergibt“, sagte Christiane Münter (parteilos). Auch Gert Bentin von der Bürgerinitiative Pro Innenstadt sprach sich für das Lidl-Gelände aus: „Die Situation hat sich vollkommen gändert. Warum kann man das Markant-Projekt nicht einfach sterben lassen?“

Und nun?

Entscheidend ist unter anderem, wie sich die Stadtvertreter in Sachen Aldi/Markant entscheiden. Wird ein Aufstellungsbeschluss gefasst, hängt das Vorhaben erneut am Votum der Landesplanung. In Sachen Lidl ist der Landkreis am Zug. David Corleis hat laut eigener Auskunft Bauanträge gestellt. Der Kreis entscheidet, ob eine Genehmigung erteilt wird. Wenn nicht, muss ein B-Plan-Verfahren her. Dann ist wieder die Stadtvertretung am Zug. Für Mai ist eine Sondersitzung angekündigt.

Neues Wohngebiet für Grevesmühlen
Grünes Licht für Häuslebauer in der ehemaligen Kreisstadt. Das neue Wohnbaugebiet an der Klützer Straße hinter Marktkauf soll erschlossen werden. Der Bauausschuss beschloss am Dienstag, einen entsprechenden städtebaulichen Vertrag zur Erschließung des Gebietes abzuschließen. „Mitte/Ende Mai sollen die Arbeiten beginnen. Ab September soll dort gebaut werden können“, sagte Uta Woge, Geschäftsführerin der Grevesmühlener Kommunale Bau GmbH, die die Erschließung und auch die Lärmschutzmaßnahmen umsetzen soll.
Norma darf nicht erweitern
Der Lebensmitteldiscounter Norma darf seinen Standort in Grevesmühlen vorerst nicht erweitern. Der Grund ist, dass der geplante Ausbau des Gebäudes die Bebauungsgrenzen überschreiten würden. „Bereits 2013 wurde das gemeindliche Einvernehmen zu dem Bauantrag versagt. Auch der Landkreis hat angekündigt, den Bauantrag nicht zuzulassen“, sagte Grevesmühlens Bauamtsleiter Lars Prahler während der Bauauschussitzung am Dienstag.
Dort hatten das Unternehmen und das beauftragte Baubüro aus Wismar die Pläne vorgestellt. Derzeit 650 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen auf etwa 900 Quadratmeter vergrößert werden. Das Unternehmen Norma strebt eine schnelle Lösung an. Ein Auszug sei möglich, sollte die Erweiterung nicht zugelassen werden. Der Eigentümer des Grundstücks meinte, dass eine Neuvermietung dann schwierig würde. Die Landesplanung in Schwerin habe keine Probleme mit der Erweiterung.
Einige Mitglieder des Bauausschusses folgten der Argumentation der Stadt. Ein städtebauliches Planverfahren sei notwendig.

 



Robert Niemeyer

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Grevesmühlen
Auf der Fläche rechts neben den Bahnschienen will Markant einen neuen Supermarkt bauen. Das ehemalige Lidl-Gelände liegt oben links.

Aldi und Markant sind gegen das ehemalige Lidl-Gelände. Die Grevesmühlener sind gespalten. Investoren giften sich an.

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