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Wie Rentner sich vor falschen Polizisten schützen können

Wismar Wie Rentner sich vor falschen Polizisten schützen können

Senioren-Sicherheit ist in Wismar ein aktuelles Thema. Am gestrigen Informationstag im Foyer der Mehrzweckhalle wurde Präventionsarbeit geleistet.

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Michael Schubbe von der Kriminalpolizei zeigt Klaus und Monika Konkiel (beide 72), wie leicht ein Fenster ge�ffnet werden kann. Fotos (5): Kopp

Quelle: Vanessa Kopp

Wismar. Ein, zwei, drei — und das eigentlich verschlossene Fenster ist nach wenigen Hangriffen offen. Am gestrigen Senioren-Sicherheitstag im Foyer der Mehrzweckhalle Wismar informierte die Polizei über Trickbetrüger und Einbrecher. Kriminalhauptkommissar Michael Schubbe, für die technische Prävention zuständig, demonstrierte, wie einfach mit einem herkömmlichen Schraubenzieher ein Fenster aufgebrochen werden kann. „Eine gute Technik ist notwendig“, erklärte Schubbe. „Ich zeige den Besuchern, welche neuen Vorrichtungen es gibt.“ Gegen Trickbetrüger helfe das jedoch nicht.

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Wir sind zwar gesichert durch ein gutes Türschloss, doch man weiß nie. Ich will mich informieren, was es Neues gibt.“Rudolf Unger (84) aus Wismar

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Darüber informierte Hans-Jürgen Schröder, Präventionsberater der Polizei Wismar.„Das Thema ist aktueller denn je“, meinte Schröder. „Die Masche des falschen Polizisten passierte in dieser Woche in Wismar und in Ludwigslust.“ Für seinen Informationsstand hatte er deshalb die Abbildungen eines echten Dienstausweises groß ausgedruckt. Das Wissen über die möglichen Betrugsmaschen sei bereits ein wichtiger Schutz. „Information ist entscheidend“, appellierte Schröder. Michael Schubbe ergänzte: „Wer gut informiert ist, sendet auch die richtigen Signale aus, um gar nicht erst Opfer zu werden.“

Das richtige Tragen der Handtasche sei bereits ausschlaggebend.

Ines Buchholz, ebenfalls von der Polizeiinspektion Wismar, gab Tipps, wie Falschgeld erkannt werden kann. „Es gibt einige kleine Handgriffe, um einen Geldschein zu testen“, erklärte die Präventionsberaterin. „Wichtig ist, sich den Geldschein anzuschauen, bevor er eingesteckt wird.“

Die Besucher deckten sich mit der nötigen Fachlektüre ein: „Wir sind hier, um uns auf den aktuellen Stand zu bringen“, sagte Klaus Konkiel. „Ich finde es schön, dass dank der Veranstaltung für uns Senioren alle wichtigen Informationen gebündelt zu bekommen sind. Zuhause werde ich mir die Broschüren durchlesen.“ Ebenso Rudolf Unger: „Ich will hören, was es Neues gibt“, meinte der 84-Jährige.

„Meiner Frau habe ich schon gesagt, dass Sie keinen Fremden ins Haus lassen soll, wenn ich weg bin.“ Hundert Prozent geschützt sei man jedoch nie.

Für musikalische Unterhaltung sorgte eine Abordnung des Landespolizeiorchesters, die „Harmonika Freunde“. „Wir machen aber nicht nur Musik“, erzählte der Leiter des Trios, Hagen Domann. „Mit Michael Schubbe sind wir in den Altersheimen der Region unterwegs.“ Musik und Prävention lautet das Motto: „Michael Schubbe erklärt, wie sich die Senioren gegen Betrüger schützen können. Wir lockern das Ganze mit bekannten Liedern auf“, berichtete Domann.

Doch nicht nur die Polizei war zur Präventionsarbeit gekommen, denn Senioren-Sicherheit kann auch anders aussehen. „Wir bieten eine Sturz-Prävention an“, erklärte Ilona Scheufler vom Fachdienst Öffentlicher Gesundheitsdienst des Landkreises. „Es gibt einen Test, den die Besucher sofort machen können.“ Ohne Hilfe für 15 Sekunden auf einem Bein stehen sowie mehrmals schnell von einem Stuhl aufstehen — das verrate bereits viel über die Standhaftigkeit.

An den weiteren Ständen gab es Informationen zur richtigen Ernährung, einen Hör- und Sehtest oder Tipps, wie der Rollator richtig eingestellt wird. Der Seniorenbeirat Wismar informierte über das Rentnerleben in der Hansestadt.

Tricks an der Haustür
Die Polizei rät: Misstrauisch bleiben! Wenn Sie sich an jemanden nicht mehr erinnern, dann ist er ein Fremder. Lassen Sie keine fremden Personen in Ihre Wohnung. Bauen Sie in Ihre Haus- oder Wohnungstür einen Weitwinkel-Spion (mindestens 180°-Winkel) ein, damit Sie sehen, wer zu Ihnen will. Wenn Sie einem Unbekannten öffnen, dann nur mit vorgelegten Sperrbügel oder einer Sicherheitskette.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Bei Verdacht die Polizei über 110 informieren.

Weitere Tipps gibt es bei der Präventionsstelle der Polizei Wismar unter ☎ 0 38 41/ 203 361

Vanessa Kopp

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