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Grevesmühlen Wieder keine Entscheidung zur künftigen Schullandschaft
Mecklenburg Grevesmühlen Wieder keine Entscheidung zur künftigen Schullandschaft
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00:05 17.05.2017
Wie geht es weiter mit der Kinderarzt- praxis in der August- Bebel-Straße in Grevesmühlen? Quelle: Foto: J. Franke
Grevesmühlen

Kleiner Rückschlag für die Stadtverwaltung und Bürgermeister Lars Prahler: Eigentlich sollte während der Stadtvertretersitzung über die künftige Schullandschaft in Grevesmühlen abgestimmt werden. Nach einem Antrag der SPD-Fraktion ist das jedoch vertagt worden. Zunächst wolle sie eine Konzeptstudie vorgelegt bekommen, die genaue Zahlen zu vorgesehenen Klassenräumen, zur Fläche des Schulgebäudes und zu Schülerzahlen liefert. Denn das sei laut Stefan Baetke, SPD-Fraktionsvorsitzender, in den von einem Architekten erarbeiteten Unterlagen viel zu kurz gekommen. Mehrheitlich stimmten die Stadtvertreter dem Antrag zu.

Stadtvertreter fordern Studie / Kinderarztpraxis weiterhin geschlossen

Externer Gutachter soll Fragen klären

Die monierte skizzenhafte Darstellung sei bewusst gewählt worden, so Lars Prahler. Schließlich gehe es zunächst um einen Grundsatzbeschluss, wie die Schulentwicklung bis 2030 aussehen soll. Nun aber muss die Stadtverwaltung einen externen Gutachter beauftragen, der die offenen Fragen der Stadtvertreter beantwortet. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Um dem Platzmangel an den beiden Grundschulen und in der Regionalen Schule gerecht zu werden, stehen nun zwei Varianten im Raum: der Neubau eines Schulcampus’ auf der Bürgermeisterwiese vor der Regionalen Schule oder die bestehende Förderschule umzubauen. Auch hier gibt es die Idee eines Campus’. „Wir wollen so bauen, dass wir 2030 stolz darauf sind“, führte Lars Prahler aus. Schon in den Sitzungen der Fachausschüsse gab es keine Beschlussempfehlungen.

Erarbeitet wurden die Ideen in der Arbeitsgruppe Schulentwicklung, die sich im vergangenen Jahr aus politischen Mandatsträgern, Elternvertretern aus Schulen und Hort, Schulleitungen sowie Vertretern der Diakonie, des Landkreises und der Stadtverwaltung bildete. Alle beschäftigten sich gezielt mit Schwerpunkten wie Ganztagsangebote, Inklusion und Hortbetreuung. „Wir wollen die Arbeit der Gruppe keinesfalls schlecht machen, aber alles sollte Hand und Fuß haben“, begründete Stefan Baetke den Antrag der SPD-Fraktion.

Oberste Priorität, darin waren sich die Stadtvertreter am Montagabend einig, habe zunächst die Hortbetreuung. Die müsse zeitnah gesichert werden – zum Beispiel mit einem Neubau eines Gebäudes an der Grundschule „Fritz Reuter“.

Kinderarztpraxis weiterhin geschlossen

Keinen Fortschritt gibt es auch in Sachen Kinderarztpraxis in Grevesmühlen. Nach Informationen des Bürgermeisters könnte das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) den kassenärztlichen Sitz in der August-Bebel-Straße verlieren. Der Zulassungsausschuss – in der Schweriner Kassenärztlichen Vereinigung organisiert und aus niedergelassenen Ärzten und Vertretern von Krankenkassen zusammengesetzt – gab dem MVZ als Betreiber der Praxis bis zum 1. Juli Zeit, eine Lösung zu finden. Die ist scheinbar nicht in Sicht, eine vorgesehene Ärztin scheiterte an einer entscheidenden Prüfung.

MVZ-Geschäftsführer Friedel Helms-Ferlemann hielt sich auf OZ-Nachfrage gestern bedeckt. „Wir müssen uns nach der Ärztezulassungsverordnung richten und schauen, was rechtlich möglich ist“, sagte er.

Der Betrieb der Praxis solle schnellstmöglich und dauerhaft gesichert werden. Im Gespräch ist eine private Kinderarztpraxis aus einem anderem Bundesland, die Interesse an den Räumlichkeiten zeigt.

Entschieden sei aber noch nichts, so Friedel Helms-Ferlemann.

Prüfantrag für Videoüberwachung

Nur hören, was in Sachen Videoüberwachung datenschutzrechtlich nicht geht, davon haben die SPD- und die CDU-Fraktion die Nase voll. Gemeinsam fordern sie die Verwaltung auf, die gesetzlichen Voraussetzungen zum Errichten einer Videoüberwachung für den geplanten neuen Spielplatz auf der Bürgerwiese zu prüfen. So könnten Alternativen einbezogen werden wie das Betreiben des Spielplatzes durch einen Dritten. „Im Freibad, das von einem Verein betrieben wird, ist auch eine Videokamera“, merkte der CDU-Fraktionsvorsitzende Roland Anderko an. Das öffentliche Interesse sei da, ergänzte er und bezog sich damit auf eine Umfrage der OZ, nach der 75 Prozent der Bevölkerung für eine Videoüberwachung sind. Sollte die grundsätzlich möglich sein, so besagt es der Antrag der Fraktionen, solle die Verwaltung eine Beschlussvorlage fertigen, über die in der nächsten Stadtvertretersitzung abgestimmt werden soll.

Jana Franke

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