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Grevesmühlen Winter sorgt für Arbeit in den Forstämtern
Mecklenburg Grevesmühlen Winter sorgt für Arbeit in den Forstämtern
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10:10 23.04.2018
Auch bei den Hünengräbern im Everstorfer Forst sind Bäume umgekippt. Quelle: Karl-Ernst Schmidt
Grevesmühlen

Eigentlich ist der Holzeinschlag längst abgeschlossen um diese Jahreszeit. Die Stämme werden bis Ende April aus den Wäldern gebracht und vermarktet. Doch in diesem Frühjahr ist alles anders. „Die Sturmschäden aus dem Herbst haben rund 2000 Festmeter in unseren Wäldern zerstört“, sagt Grevesmühlens Forstamtsleiter Peter Rabe. „Der nasse Schnee zu Ostern hat noch einmal 2000 Festmeter gekostet.“ Und diese Schäden zu beseitigen kostet Kraft und Zeit. Im landesweiten Vergleich sind die Schäden durch die extreme Witterung zwar überschaubar. Aber überall sehen Autofahrer und Spaziergänger ungeknickte oder entwurzelte Bäume. „Und das sind nur die Schäden, die an den Waldrändern zu sehen sind. In den Wäldern gibt es überall Inseln, in denen die Bäume beschädigt oder zerstört wurden.“ Auffällig sind vor allem jene Bäume, die „wie Bogenlampen aussehen. Durch die Schneelast sind die Fasern gerissen, die Bäume können sich nicht wieder aufrichten. Irgendwann brechen sie ab. Das sind zum Beispiel auch Folgeschäden durch den nassen und damit schweren Schnee.“

Die Stürme in den vergangenen Monaten haben den Wäldern arg zugesetzt, der nasse Schnee zu Ostern hat die Probleme noch verschärft. Grevesmühlens Forstamtsleiter Peter Rabe über zu viel Niederschlag, Borkenkäfer und Schneebruch.

Jetzt sitzt den Reviersförstern die Zeit im Nacken. Denn nach dem Schnee zu Ostern kommt nun die Hitze. Und die hilft dem ärgsten Feind der Wälder - dem Borkenkäfer. „Das grundlegende Problem besteht darin, dass der Borkenkäfer warmes und trockenes Wetter braucht. Eine gewisse Population dieser Insekten ist immer vorhanden, damit kann der Wald umgehen. Ein gesunder Baum kann sich wehren. Aber die Borkenkäfer suchen trockene Bäume, nisten sich unter der Rinde ein und vermehren sich schlagartig. Und dann wird es gefährlich.“ Sechs Wochen haben die Verantwortlichen nun Zeit, um die Schäden zu beseitigen. Zumindest zum größten Teil. Denn der Fachkräftemangel macht auch für den grünen Berufen nicht halt. „Wir haben ium Forstamt sieben Waldarbeiter und einen Rücker“, erklärt Peter Rabe. „Das ist in der Regel auch ausreichend.“ Doch die Stürme „Xavier“ und „Herwart“ im vergangenen Herbst und der nasse Schnee haben dazu geführt, dass in den Wäldern mehr Arbeit liegt als die Fachkräfte bewältigen können. „Es gibt einfach zu wenig Firmen, die das können“, sagt der Forstamtsleiter. „Es fehlen Leute, bei uns genauso wie bei den Firmen, die wir beauftragen.“

Das Argument, die Bäume liegen und den Wald sich selbst zu überlassen, kennt Peter Rabe nur zu gut. „Aber so funktioniert es leider nicht. Natürlich reguliert sich die Natur irgendwann von allein, aber diese Zeitspanne umfasst Jahrzehnte. Aus ökonomischer Sicht ist das nicht vertretbar.“ Neben dem staatlichen Wäldern haben die sechs Revierförster, die im Amt Grevesmühlen arbeiten, auch die privaten Wälder im Blick. Und davon gibt es allein in Rabes Abschnitt rund 2000. „Die meisten haben Wälder zwischen 0,5 und zwei Hektar, das hängt noch mit der Bodenreform zusammen, damals bekam jeder, der einen Acker bewirtschaftete, auch ein Stück Wald dazu.“ Heute sind die Wälder derart zerstückelt, dass der Überblick schwerfällt. Und so schauen die Revierförster sich überall um und versuchen, wenn Gefahr droht, mit den Waldbesitzern kontakt aufzunehmen. „Was bisweilen schwierig ist, weil wir nicht immer wissen, wem was gehört oder Erbengemeinschaften die Eigentümer sind.“

Jetzt hofft Peter Rabe auf einen guten Sommer 2018. Nicht zu trocken, damit die Borkenkäfer-Population nicht ausufert. Aber mit deutlich weniger Regen als 2017. Die Niederschlagsmengen lagen deutlich über den Schnitt der Vorjahre. „Die Böden waren so durchweicht, dass die Bäume im Sturm keine Chance hatten und wir Probleme hatten, in den Wald zu kommen. So eine Situation gab es lange nicht.“ Die Folge ist, dass das Forstamt bei der Bewirtschaftung deutlich hinter dem Plan zurückliegt, weil die Zeitfenster für den Holzeinschlag viel zu kurz waren. „Aber so ist das nunmal, wenn man mit und in der Natur arbeitet.“

Prochnow Michael

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