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Wird „Küstenwald Priwall“ unter Schutz gestellt?

Lübeck Wird „Küstenwald Priwall“ unter Schutz gestellt?

Für das Großprojekt Waterfront wurde viel Wald gefällt / Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer fordert, den Rest zum Landschaftsschutzgebiet zu erklären

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Matthias Braun an der Ecke Mecklenburger Landstraße/Kohlenhof. Hier beginnt der Wald, den er schützen möchte.

Quelle: Sabine Risch

Travemünde. Er ist hier auf dem Priwall aufgewachsen, sein Spielplatz waren der Wald, die Dünen und der Strand. Jetzt erlebt Matthias Braun (57), Vorsitzender des Landschaftspflegevereins Dummersdorfer Ufer, wie seine Heimat mehr und mehr bebaut wird. „Das touristische Großprojekt ,Waterfront’ hat auf dem Priwall den Verlust von circa 17000 Quadratmetern Waldfläche bewirkt“, sagt Braun. Nun möchte er, dass wenigstens der noch verbliebene Waldbestand nördlich der Mecklenburger Landstraße und südlich des Passathafens nachhaltig geschützt wird.

OZ-Bild

Für das Großprojekt Waterfront wurde viel Wald gefällt / Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer fordert, den Rest zum Landschaftsschutzgebiet zu erklären

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Vor allem, um das charakteristische Landschaftsbild und das Lokalklima auch für den Tourismus zu erhalten. Braun: „Zusammen mit den unter Biotopschutz stehenden Dünenbereichen am Priwall-Ostseestrand wäre dann die gesamte ostseetypische Serie der natürlichen Dünenentwicklung vom Spülsaum des Meeres bis zu den alten Dünenwaldbeständen an der Mecklenburger Landstraße für heutige und künftige Generationen gesichert.“

Unter Landschaftsschutz gestellt wissen möchte er „alles, was an der Bebauungsgrenze liegt.“ Er macht jedoch ganz deutlich: „Wir wollen keine Zäune ziehen, es geht nur darum, dass die jetzigen Waldflächen nicht auch noch irgendwann bebaut werden.“ Braun erhofft sich einen interfraktionellen Antrag, den – möglichst noch im November – die Bürgerschaft beschließen könnte.

Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) kann das Vorhaben nicht ganz nachvollziehen, denn: „Im Bebauungsplan ist ein Großteil der Flächen als Wald oder Grünfläche festgesetzt.“ Und wenn etwas im Bebauungsplan festgesetzt sei, bedürfe es keines Landschaftsschutzgebietes. Er wolle sich aber dem Thema nicht versperren. „Wir können ja gemeinschaftlich überprüfen, ob es sinnvoll ist, Landschaftsschutz festzusetzen“, so Boden. Für Matthias Braun ist das gar keine Frage, denn nach seinen Berechnungen ist nur etwa die Hälfte der rund 13 Hektar noch vorhandener Waldfläche im Bebauungsplan festgesetzt.

Ursula Wind-Olßon, umweltpolitische Sprecherin der CDU, verweist darauf, dass Landschaftsschutzgebiete „Gebiete sind, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist.“ Bei dem von Matthias Braun vorgeschlagenen Gebiet handele es sich jedoch um einen Kiefern- und Buchenwald. Und dessen besondere Bedürftigkeit könne sie, vor allem im Hinblick auf die Ge- und Verbote eines Landschaftsschutzgebietes, nicht erkennen.

Rolf Müller (FDP) findet es „grundsätzlich sinnvoll, Landschaftsschutzgebiete auszuweisen.“ Aber: „Mir fehlen in der Sache einfach Informationen und eine genauere Abgrenzung des Gebietes.“ Silke Mählenhoff (Grüne) kennt das Thema, weil die Grünen vor etwa einem Jahr eine öffentliche Fraktionssitzung auf dem Priwall abgehalten hatten. Brauns Ansatz sei gut, „aber es gibt sehr unterschiedliche Meinungen zu dem Thema, eine bunte Gemengelage.“ Sie halte es für sinnvoll, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen und darüber zu reden. Ähnlich sieht es Marek Lengen, umweltpolitischer Sprecher der SPD: „Wir sind offen für die Anregung und sind bereit, das Anliegen zu prüfen und zu diskutieren.“

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Ein Landschaftsschutzgebiet kann durch kreisfreie Städte ausgewiesen werden. Es dient dazu, das Landschaftsbild zu bewahren und die Erholungsfunktion zu sichern. Lübeck hat 13 solcher Gebiete. Verboten sind zum Beispiel das Zelten und offenes Feuer.

6 Naturschutzgebiete hat die Hansestadt, darunter der südliche Priwall und das Dummersdorfer Ufer. Naturschutzgebiete bieten den höchsten Schutzstatus. Hier gibt es deutlich mehr Ver- und Gebote als im Landschaftsschutzgebiet.

Sabine Risch

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