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Grevesmühlen Wirtschaft im Kreis boomt, Fachkräfte sind aber rar
Mecklenburg Grevesmühlen Wirtschaft im Kreis boomt, Fachkräfte sind aber rar
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14:04 03.01.2018
Aufschwung im Baugewerbe: Wie hier in der Mecklenburger Straße ist die gute Konjunktur in der Bau-Branche zu sehen. Es fehlen aber dennoch oft Fachkräfte. Quelle: Michaela Krohn
Wismar/Grevesmühlen

Gute Nachrichten gibt es von zahlreichen Unternehmen in der Region, laut dem aktuellen Bericht der Industrie- und Handelskammer Schwerin (IHK), die auch für den Kreis Nordwestmecklenburg zuständig ist, plant etwa jedes vierte Unternehmen Investitionen in diesem Jahr, um auf der guten Konjunkturwelle mitzuschwimmen. Insbesondere für das Baugewerbe laufen die Geschäfte gut. Der IHK-Konjunkturindex habe im vergangenen Jahr einen Rekordwert erreicht. „Das zeigt, welche Dynamik sich in Westmecklenburg gerade voll entfaltet“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach. Und: Die Zeichen stehen gut, dass auch 2018 ein wirtschaftlich starkes Jahr für die Region werden kann.

Auftragsbücher in der Bau-Branche sind voll

Dass es vor allem in der Bau-Branche gut läuft, bestätigt auch der Wismarer Bauunternehmer Rolf Klewe von Klewe-Bau. Die Auftragsbücher seien voll. „Im Baugebiet an der Erwin-Fischer-Straße haben wir den Bauplan für 27 Häuser selbst mitentwickelt“, sagt Klewe. Die seien nun fast alle fertig. Als nächstes großes Projekt für das Jahr 2018 stehen die Seeblick-Villen im Stadtteil Wendorf an.

Doch wie viele Bauunternehmen plagt auch Rolf Klewe der Fachkräftemangel. „Wir suchen krampfhaft nach Mitarbeitern - nach Maurern, Fliesenlegern, Bauleitern und auch Lehrlingen“, sagt er. Zurzeit habe er unter seinen rund 40 Mitarbeitern nur zwei Auszubildende. „Wir hätten aber gern mehr, sind auch auf vielen Berufsmessen unterwegs“, sagt Klewe.

Betriebe halten und vergrößern Belegschaft

Dabei laufen auch und gerade im Handwerk die Geschäfte gut. „Der durchschnittliche Auftragsvorlauf liegt mittlerweile bei rund drei Monaten“, betont Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für den Kammerbezirk Schwerin, zu dem auch der Kreis Nordwestmecklenburg gehört. Obwohl 93 Prozent der Betriebe ihre Belegschaft gehalten oder aber sogar vergrößert haben, verstärkt die hohe Nachfrage weiter den Fachkräftemangel im Handwerk.

Job-Center: Größtes Problem ist der Fachkräftemangel

Das bestätigt auch das Job-Center Nordwestmecklenburg. Das größte Problem, das die Firmen in Nordwestmecklenburg derzeit umtreibt, ist die Suche nach Fachkräften. Zwar meldet das Jobcenter für Nordwestmecklenburg immer noch rund 8000 Arbeitssuchende. „Doch die Schere zwischen den Fähigkeiten der Kunden, die wir hier betreuen, und den Ansprüchen der Unternehmen wird immer größer“, erklärt Cornelia Pollin, Bereichsleiterin beim Jobcenter Nordwestmecklenburg. Zwar ist die Arbeitslosenquote in der Region so niedrig wie seit der Wende nicht mehr. „Doch das löst die Probleme auf dem Arbeitsmarkt nicht.“

Aufgabe des Jobcenters sei es, die Männer und Frauen fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Laut Cornelia Pollin sei der Großteil des Klientels des Jobcenters für Helferarbeiten zwar geeignet. „Doch der große Bedarf an Fachkräften ist auf diese Weise nicht zu decken.“ Auch beim Thema Nachwuchs ist die Bilanz eher durchwachsen. Die steigende Zahl der Abbrecher in den verschiedenen Ausbildungsberufen sorgt ebenfalls nicht für Entlastung beim Fachkräftemangel.

Euroimmun will Standorte in Nordwestmecklenburg ausbauen

Dennoch: Die Wirtschaft in Nordwestmecklenburg ist auf einem Hoch - so wie beim Lübecker Diagnostikunternehmen Euroimmun. Dieses rechnet für 2017 mit einem Rekordumsatz von 280 Millionen Euro. Das Unternehmen will die Standorte im nordwestmecklenburgischen Dassow und Selmsdorf ausbauen, hieß es in einem Bericht. Derzeit arbeiten in Dassow rund 690 Mitarbeiter, in Selmsdorf knapp 100.93 Prozent der Unternehmen in Nordwestmecklenburg haben ihre Belegschaft gehalten oder vergrößert.

Michaela Krohn

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