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Wirtschaft Besucherzahlen: Stadt wird Schönfärberei vorgeworfen
Mecklenburg Grevesmühlen Wirtschaft Besucherzahlen: Stadt wird Schönfärberei vorgeworfen
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00:10 21.02.2015

Die Für-Wismar-Fraktion wirft der Stadtverwaltung beim Umgang mit Besucherzahlen Augenwischerei vor. Positive Zahlen im Tourismus in der Hansestadt sind demnach nur ein Teil der Wahrheit.

Nach Angaben von Fraktionsgeschäftsführer Tommy Klein wurde die Bürgerschaft im Februar seitens der Verwaltung über die aktuellen Zahlen informiert. Klein: „Der Bericht verdeutlicht, dass die Besucherzahlen gerade in den Stadtkirchen seit Jahren stark rückläufig sind. So besuchten zum Beispiel noch 2010 etwa 224000 Menschen die Georgenkirche, während es 2014 nur noch etwa 157000 Besucher waren — trotz des als Besuchermagneten dargestellten seit 2014 neuen Aufzugs zur Besucherplattform.“

Klein unterstreicht, dass es sich in der Ausstellung im Rathauskeller und bei St. Marien ähnlich verhält. Im Jahr 2010 wurden etwa 190000 Besucher und 2014 nur noch etwa 131000 Besucher registriert.

Darum sagt der Fraktionsvorsitzende der Für-Wismar-Fraktion, Gerd Zielenkiewitz: „Statt die Öffentlichkeit davon zu unterrichten, dass die Besucherzahlen rückläufig sind, wird genau das Gegenteil dargestellt. Das grenzt an Vertuschung.“ Zielenkiewitz weiter: „Wir müssen uns doch die Frage stellen, warum die Besucherzahlen in den letzten Jahren so stark abgenommen haben und nicht so tun, als wenn alles toll und schön ist. Wir haben ein ernsthaftes Problem, wenn die Zahlen noch weiter sinken, weil das bedeuten würde, dass Wismar an Attraktivität verliert. Die Öffentlichkeit muss darüber informiert werden und die Politik muss Maßnahmen ergreifen, um dem Trend entgegenzuwirken.“

Fraktions-Vize Sabine Mönch-Kalina fordert: „Wir brauchen ein touristisches Gesamtkonzept und nicht punktuelle Maßnahmen wie Jahreskarten für touristische Einrichtungen oder die sogenannte Bettensteuer.“ Wismar habe in den letzten Jahren beziehungsweise Jahrzehnten viel investiert. „Zu Lasten eines überschuldeten Haushaltes und zu Lasten der Bürger, die diese Entscheidungen auch mitfinanzieren. Daraus erwächst eine große Verantwortung. Professionelle und abgestimmte Maßnahmen müssen folgen“, so Mönch-Kalina.

Bei Anlässen wie dem Neujahrsempfang oder der Verleihung des Qualitätssiegels für die Tourist-Information im Januar hatte die Stadt ein positives Bild von der Entwicklung des Tourismus gezeichnet. So ist der Anteil internationaler Übernachtungsgäste in Wismar nach Angaben von Tourismusamtsleiter Norbert Huschner auf 10,4 Prozent gestiegen, in MV beträgt er 3,5 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen von Januar bis Oktober 2014 ist um 1,5 Prozent gestiegen. 2,5 Tage hielten sich die Besucher in Wismar auf. Huschner: „Das ist ein sehr guter Wert für den Stadttourismus.“ Er liege über dem von Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit.

Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) schwärmte beim Neujahrsempfang: „2014 konnten wir die Aussichtsplattform St. Georgen mit dem Aufzug einweihen. Die Inanspruchnahme dieses Angebotes ist mehr als erfreulich.“ Seit der Eröffnung am 9. Mai hat sich die Aussichtsplattform von St. Georgen zu einem Besuchermagnet entwickelt. Im April hatte die Stadt die Besucherzahlen für 2014 mit 28000 und die Einnahmen auf 70000 Euro brutto kalkuliert. Stattdessen nutzten 47175 Personen den Besuch auf der Aussichtsplattform. Die Einnahmen beliefen sich auf rund 135000 Euro.

Seit November 2014 gilt ein Kombi-Ticket für die Aussichtsplattform der Georgenkirche, für die Ausstellung zur Stadtgeschichte im Rathauskeller, für die geführte Besteigung des Marienkirchturms sowie für die Vorführung des 3-D-Films „Gebrannte Größe — Wege zur Backsteingotik“ in St. Marien. Das Ticket kostet neun statt zwölf Euro als Summe der Einzeleintrittspreise, ein ermäßigtes Ticket sechs statt acht Euro.









Ausstellungsgelände St. Marien St. Georgen Rathauskeller
Jahr Besucher  
2010 190739 224802  36137
2011 175799 215320  30783
2012 177772 198002  32687
2013 168565 200182  30285
2014 131003 157984  25735
Summe 843878 996290 155627



Heiko Hoffmann

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