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Die größte Kaffeemaschine im Norden steht in Upahl

Upahl Die größte Kaffeemaschine im Norden steht in Upahl

Am vergangenen Wochenende war der internationale Tag des Kaffees / Ein guter Grund, hinter die Kulissen der Norddeutschen Kaffeewerke in Upahl zu blicken

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Die Kaffeebohnen im Rohzustand: Erst nach dem Rösten erhalten die Bohnen ihre braune Farbe und entfalten ihr Aroma.

Upahl. Wer regelmäßig auf der A 20 in Nordwestmecklenburg unterwegs ist, hat es mit Sicherheit schon erlebt: Plötzlich duftet es im Auto nach frisch geröstetem Kaffee.

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Am vergangenen Wochenende war der internationale Tag des Kaffees / Ein guter Grund, hinter die Kulissen der Norddeutschen Kaffeewerke in Upahl zu blicken

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Passieren kann das auch, wenn man das Gewerbegebiet Upahl passiert. Denn dort steht eine der größten Kaffeemaschinen Norddeutschlands, wenn man es bildlich beschreiben will. Und der Kaffeeduft entweicht immer dann, wenn eine Ladung Kaffee geröstet und der heiße Dampf abgelassen wird.

Die Norddeutschen Kaffeewerke der Strauss-Gruppe stellen dort seit sechs Jahren Instant-Kaffee her, 2008 war Baubeginn. Am Sonnabend, zum internationalen Tag des Kaffees, hatte das Werk seine Mitarbeiter und die Angehörigen eingeladen, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die OSTSEE-ZEITUNG war exklusiv dabei, als Standort-Chef Kai Wassermann durch das Werk führte. 110 Mitarbeiter sind in Upahl beschäftigt. Das Werk stellt vor allem Instant-Kaffee für den russischen und ukrainischen Markt her, eine erste Lieferung ging auch nach Israel. Trotz des Embargos gegen Russland laufen die Geschäfte in Upahl unverändert weiter. „Zum Glück steht Kaffee nicht auf der Liste“, erklärt Kai Wassermann. Pro Jahr verlassen rund 4500 Tonnen Kaffee das Werk in Nordwestmecklenburg in Richtung Osten.

Das Prinzip des Upahler Werkes beschreibt der Geschäftsführer kurz und knapp: „Wir machen hier nichts anderes als Kaffee zu kochen und hinterher das Wasser wieder herauszuholen.“ Wie das funktioniert, davon konnten sich am Sonnabend die Angehörigen der Mitarbeiter überzeugen. Nahezu sämtliche Bereiche der Fabrik wurden vorgestellt.

Der Ablauf ist folgender: Die Kaffeebohnen kommen als grüne Bohnen im Werk an – entweder in Bigpacks, die eine Tonne wiegen, oder in 60-Kilo-Säcken aus Afrika. Nach der groben Reinigung, bei der Reste der Ernte entfernt werden, wird der Kaffee in riesigen Trommeln geröstet. Alle zehn Minuten durchlaufen 360 Kilogramm diese Prozedur. Anschließend wird der Kaffee unter hohem Druck bei 185 Grad gekocht. „Was dann herauskommt, ist nichts anderes als ein kräftiger Espresso“, so Kai Wassermann. Danach wird dem fertig gekochten Kaffee das Wasser entzogen, die Masse wird auf mehr als minus 40 Grad heruntergekühlt und die Platten zu Granulat geschreddert – fertig ist der Instant-Kaffee.

„Das hört sich einfach an, aber gerade in der Anfangsphase hatten wir zu tun, um die Prozesse zu optimieren. Das hat eine ganze Weile gedauert“, beschreibt der Geschäftsführer den schwierigen Beginn.

Mittlerweile hat das Unternehmen Lösungen gefunden, um beispielsweise das Abwasser vorzureinigen – weil keine Kaffeereste in die Kläranlage in Grevesmühlen gelangen dürfen – und das Wasser vor dem Prozess zu enthärten. „Der Kalkgehalt ist zu hoch, so können wir mit dem Wasser nicht arbeiten, deshalb wird es vorbehandelt.“

Der Tag fand seinen Ausklang mit einem Familienfest auf dem Grundstück in Upahl.

Michael Prochnow

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