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Elf Varianten für Neubau der Hochbrücke

Wismar Elf Varianten für Neubau der Hochbrücke

Der Grund des Mühlenteiches wird für die Trassenführung untersucht / Baubeginn ist frühestens im Jahr 2020

Wismar. Seit einigen Tagen wird der Grund des Mühlenteiches untersucht. Die Arbeiten sind Teil der Planungen für eine neue Hochbrücke, denn die jetzige ist wegen Baumängeln nur noch eingeschränkt nutzbar. „Mit einem Baubeginn rechnen wir nicht vor 2020“, sagt Steffen Wehner, Sprecher des Schweriner Infrastrukturministeriums.

Damit stehen Wismar heiße Jahre bevor. Denn vorher ist die Unterführung der Poeler Straße an der Reihe. Voraussichtlich ab Frühjahr 2019 wird diese voll gesperrt. Die Bahn als Bauherr will die Poeler Straße Ende 2020 für den Verkehr wieder freigeben.

Im Jahr 2012 wurde die erste Grobplanung für die Hochbrücke vorgestellt. Damals hieß es, dass sie wegen der Baumängel noch zehn Jahre nutzbar ist. Daran hat sich nichts geändert. Wehner: „Die Brücke wird regelmäßig überprüft. Derzeit haben wir keine Erkenntnisse, die darauf schließen ließen, dass sich die Restnutzungsdauer verkürzt.“

Zunächst sollten sechs Varianten für den Neubau geprüft werden. Daraus sind inzwischen elf geworden. „Diese werden vertieft untersucht. Noch gibt es keine Vorzugsvariante“, so Wehner.

Teuer wird es auf jeden Fall. „Wir gehen von Kosten in der Größenordnung um die 20 Millionen Euro aus. Je nach Variante könnte es etwas günstiger oder auch teurer werden“, so der Ministeriumssprecher.

Noch vor vier Jahren war davon die Rede, dass eine Brücke mit zwei Fahrspuren, aber ohne Rad- und Gehweg geplant wird. Die derzeitige Planung geht bei allen elf Varianten von zwei Fahrspuren und jeweils beidseitig einem kombinierten Geh- und Radweg aus. Wehner: „In der endgültigen Abstimmung mit der Stadt wird letztendlich festgelegt werden, wie die Ausstattung der neuen Brücke mit Geh- und Radwegen erfolgen wird.“ Im Klartext heißt das, dass zunächst eine Maximalvariante untersucht wird. „Würden wir umgekehrt zu den laufenden Untersuchungen einen schmaleren Querschnitt heranziehen, könnten bei einer späteren möglichen breiteren Ausführung Probleme auftreten“, erläutert der Sprecher.

Mitarbeiter der Bohrgesellschaft Vormann & Partner aus Stralsund nehmen derzeit im Auftrag des Straßenbauamtes Schwerin unter anderem Bodenproben vom Mühlenteich. Diese bilden eine Grundlage für die weitere Planung.

Ein wichtiger Punkt in dem gesamten Verfahren ist die Umweltverträglichkeit. „Es laufen derzeit die Variantenuntersuchungen, welche natürlich auch umweltfachliche Aspekte umfassen, mit der Zielstellung, eine Vorzugsvariante zu ermitteln. Nach Möglichkeit soll dies im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Dann folgen die Entwurfs- und abschließend die Genehmigungsplanung“, so der Sprecher. Die Bauzeit wird bei rund zwei Jahren liegen.

Die unwahrscheinlichste Variante ist die alte Rostocker Straße. Gegen diese Möglichkeit sprechen die vielen Fahrzeuge, die unmittelbare Nähe zur angrenzenden Wohnbebauung und zum Lindengarten.

Baulich günstig erscheint der jetzige Verlauf der Brücke. Vorhandene Fundamente etwa könnten mit einbezogen werden. Aber: Bei einer Bauzeit von rund zwei Jahren muss eine ortsnahe Alternative her.

Das wird schwierig. Das trifft auch bei den Varianten zu, die die jetzige Hochbrücke kreuzen.

Bei Parallelvarianten könnte dies entfallen. Als problematisch könnte sich aber die neue Führung über den Mühlenteich erweisen. Der Naturschutz spielt eine gewichtige Rolle.

Heiko Hoffmann

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