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Ernüchternd: Nur 30 E-Autos gibt es in Nordwestmecklenburg

Grevesmühlen/Wismar Ernüchternd: Nur 30 E-Autos gibt es in Nordwestmecklenburg

Rund 118 000 Kraftfahrzeuge gibt es im Landkreis. Die Zahl der elektrisch betriebenen ist verschwindend gering / Nun wirbt die Landrätin für die saubere Sache

Grevesmühlen/Wismar. Noch bis morgen ist Nordwestmecklenburgs Landrätin umweltfreundlich unterwegs. Im Rahmen eines Umweltprojektes hat das Land einen Audi Hybrid, eine Mischung aus Elektro- und Benzinantrieb, zur Verfügung gestellt. „Eine gute Sache“, sagt Kerstin Weiss. „Aber so ganz rund ist die Sache noch nicht.“ Denn die Reichweite des Elektroantriebs beträgt maximal 40 Kilometer. Dann muss der Wagen entweder wieder an die Steckdose oder er fährt mit Benzin weiter. „Keine Frage, die Industrie muss noch kräftig nachlegen, aber ich bin überzeugt davon, dass das die Zukunft ist.“ Der Landkreis hat für die Poststelle ein E-Auto angeschafft, das zwischen Wismar und Grevesmühlen pendelt. Für die kurzen Strecken reicht die Kapazität. Für mehr allerdings noch nicht.

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Rund 118 000 Kraftfahrzeuge gibt es im Landkreis. Die Zahl der elektrisch betriebenen ist verschwindend gering / Nun wirbt die Landrätin für die saubere Sache

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Der Audi A 3, den Kerstin Weiss zwei Wochen lang testet, wurde gestern an der E-Tankstelle der Grevesmühlener Stadtwerke betankt. Das kommunale Unternehmen bietet kostenlos Strom an. „Wir haben den Service ins Internet gestellt, es kommen immer mehr Nutzer, vor allem Urlauber laden ihre Fahrzeuge hier auf“, erklärt Uwe Dramm, Prokurist bei den Stadtwerken. Im vergangenen Sommer zählte die Tankstelle, die rund um die Uhr zugänglich ist, 60 Nutzer. „Das klingt im ersten Moment nicht viel, aber die Nachfrage steigt“, so Uwe Dramm.

Der Vorteil der Stadtwerke, die selbst ein E-Auto nutzen: Der Strom kommt aus den Photovoltaik- und Biogasanlagen des Unternehmens. Rein rechnerisch ist ein Elektrofahrzeug weder in der Anschaffung noch im Unterhalt wesentlich billiger als ein herkömmliches Fahrzeug. Der VW up der Stadtwerke (Foto) kostet laut Liste um die 20000 Euro, die Stromkosten pro 100 Kilometer belaufen sich auf etwa 20 Kilowattstunden, was auf dem normalen Markt fünf Euro Kosten bedeuten würde — ein Diesel liegt in ähnlicher Reichweite. „Die Vorteile des E-Autos“, so Katy Jurkschat, Sprecherin der Stadtwerke, „sind der Fahrkomfort und die Reichweite von rund 100 Kilometern. Für uns und vor allem unsere Techniker und Servicekräfte passt der Wagen.“

Das würde Kerstin Weiss über den Audi auch gern sagen. Aber: „Die Reichweite ist für die Praxis ungenügend. Aber trotzdem werden wir darüber nachdenken, wie die nächste Generation der Dienstwagen angetrieben wird. Das Thema ist wichtig und wir sind auf dem richtigen Weg.“ Dass erst 30 E-Autos im gesamten Landkreis zugelassen sind, vor fünf Jahren war es gerade einmal ein Einziges, zeigt das Dilemma der elektrisch betriebenen Fahrzeugflotte: Sie sind aufgrund der hohen Preise derzeit etwas für Enthusiasten. „Keine Frage, wir müssen in Sachen Marketing etwas tun“, betonen Kerstin Weiss und Stadtwerke-Geschäftsführer Heiner Wilms. Die Kampagne der Landesregierung, in deren Rahmen Kerstin Weiss ein Fahrzeug der E-Flotte testen durfte, ist dabei nur der Anfang.

Denn auch die Angebote für das Aufladen sind derzeit noch rar gesät. Die einzige freie Tankstelle befindet sich bei den Stadtwerken. An der Malzfabrik steht zwar auch eine Säule, aber um diese zu nutzen, müssen die Fahrer sich einen Schlüssel holen.

Spannend: Hochvolt-Klasse an der Berufsschule

Der Antrag läuft , die Protagonisten sind zuversichtlich: In rund zwei Jahren könnte am Berufsschulzentrum Nord des Landkreises in Wismar eine Spezialklasse für Mechatroniker eingerichtet werden, in der es vor allem um Technik, Wartung und Reparatur von Elektroautos geht. Unter dem Arbeitstitel „Hochvoltklasse“ (die Spannung der Akkus beträgt 750 Volt) läuft der Antrag beim Schweriner Bildungsministerium. Die Idee dazu stammt übrigens von Landrätin Kerstin Weiss. Die Ausbildung in der Wismarer Berufsschule übernimmt Ausbildungsleiterin Birgit Schulz. Ulrich Martens, KfZ-Innungsmeister in Nordwestmecklenburg, unterstützt das

Projekt, das auch dazu dienen soll,

den Schulstandort in der Hanse- und Kreisstadt zu stärken. Berufsschuldirektor Volker Stein: „Eine gute Sache, die hoffentlich bald umgesetzt wird.“

Von Michael Prochnow

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