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Wirtschaft Erste Bilanz zur Ernte: Ausfälle geringer als befürchtet
Mecklenburg Grevesmühlen Wirtschaft Erste Bilanz zur Ernte: Ausfälle geringer als befürchtet
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03:31 10.08.2013
Ernte im Scheinwerferlicht: Die Norddeutsche Pflanzenzucht bringt von ihren Feldern auf der Insel Poel den Raps ein. Fotos (2): Georg Hundt
Wismar

Die Gerste ist vom Halm, der Raps fast geerntet und die Erdbeeren sind gepflückt. Beim Weizen warten die Landwirte noch. „Das Korn ist noch nicht so weit“, sagt Jörg Hünemörder vom Landwirtschaftsbetrieb Jörg und Ralf Hünemörder GbR in Stofferstorf. Das bestätigt Jan van Leeuwen, Geschäftsführer des Erdbeerhofes Glantz in Hohen Wieschendorf. „Das Korn ist doch noch sehr klein, es fehlt Feuchtigkeit“, sagt er.

Insgesamt sei die Ernte bis jetzt aber besser verlaufen, als es nach dem langen Winter mit Schnee bis Mitte April zu erwarten war, erklärt Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg. „Durch die Verzögerung in der Vegetation haben wir mit deutlich geringeren Erträgen gerechnet“, sagt sie. Sie lägen aber nur bei fünf Prozent unter denen des Vorjahres, „und das war ausgesprochen gut“.

Von den 130 Hektar mit Raps bestellten Feldern konnte er etwa zehn Prozent weniger ernten als 2012, sagt Jörg Hühnemörder. „Jetzt liegen wir mit dem Ertrag im Durchschnitt.“ Insgesamt bewirtschaftet die GbR 465 Hektar Ackerland und baut auch Weizen, Zuckerrüben und Kartoffeln an.

Auch Hans-Joachim Lembke, Leiter des Landwirtschaftsbetriebes der Norddeutschen Pflanzenzucht auf Poel, geht beim Raps von einer zehn Prozent geringeren Ernte aus. Rund 250 Hektar hat der Betrieb auf der Insel bestellt und im Schnitt würden 50 Doppelzentner pro Hektar geerntet, in diesem Jahr seien es etwa 45 Doppelzentner. „Dafür hat uns das trockne Wetter aber eine trockne Ernte geschenkt“, sagt Hans-Joachim Lembke. Die Feuchtigkeit in der Frucht liege bei acht bis neun Prozent. „Das passt“, so Lembke, „neun Prozent gilt als Abrechnungsbasis. Das heißt, wir müssen nicht extra trocknen.“

Was ihm angesichts der Strompreise ganz lieb sei.

380 Hektar groß ist Erdbeerhof Glantz in Hohen Wieschendorf — und längst nicht alles ist mit Erdbeeren bepflanzt. „Das ist schon unsere Hauptfrucht und wir bauen sie auf einem Drittel der Fläche an.

Aber wir haben auch Weizen, Raps und Zuckerrüben. Und natürlich unsere Weihnachtsbäume“, erklärt Jan van Leeuwen. Die Erdbeerernte sei gut verlaufen, die Qualität auf hohem Niveau zufriedenstellend gewesen, „aber wir hatten keine exorbitant hohen Erträge“. Dafür habe es zu wenig geregnet und durch die Hitze in den vergangenen Wochen sei jetzt schon Schluss mit den Erdbeeren. „Zehn Tage mehr hätten es gern sein dürfen“, sagt der Geschäftsführer. Jetzt warten er und seine Kollegen darauf, dass der Weizen reif wird.

Petra Böttcher erklärt die bisher geringen Ernteausfälle damit, dass es im Frühjahr ausreichend Wasser gegeben habe und die Sonne zum richtigen Zeitpunkt gekommen sei. „Sie kam in der wichtigen Phase, als die Körner angelegt wurden und reiften.“ Daher könne man auch mit guten Qualitäten rechnen. Genaue Ergebnisse liegen allerdings noch nicht vor. „Der Raps wird derzeit auf den Ölgehalt geprüft“, sagt zum Beispiel Jörg Hünemörder.

Ganz hat die Natur den langen Winter nicht aufholen können. Der Erntebeginn verschob sich um ein bis zwei Wochen nach hinten. „Das war eine große Geduldsprobe für die Bauern“, sagt Petra Böttcher und fährt fort: „Bei dem herrlichen Wetter nicht ernten zu können, das tut jedem Landwirt weh.“

Jetzt wird alles nachgeholt. Noch nach Einbruch der Dunkelheit leuchten die Scheinwerfer der Mähdrescher auf den Feldern. Die letzten Flächen mit Raps, zum Beispiel auf der Insel Poel, müssen noch abgeerntet werden.

Kreisbauernverband vertritt 250 Landwirte
Im Kreisbauernverband (KBV) Nordwestmecklenburg sind 250 Landwirte organisiert. Sie bewirtschaften insgesamt rund 100 000 Hektar. Hauptfeldfrüchte sind Raps, Weizen und Gerste.

Petra Böttcher (44) ist seit Jahresbeginn Geschäftsführerin des KBV. Sie lebt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Groß Voigthagen der Nähe von Dassow.

Der Kreisbauernverband hat seit dem 1. Mai seinen Sitz am Grünen Weg 7 in Grevesmühlen. Zu erreichen ist er werktags von 7.30 bis 13.30 Uhr telefonisch unter 0 38 81/71 20 53 sowie per E-Mail unter kbv.nwm@bv-mv.de.

Sylvia Kartheuser

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