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Garnelen aus Grevesmühlen bald gerettet?

Grevesmühlen Garnelen aus Grevesmühlen bald gerettet?

Nach der Pleite von einer der beiden Garnelenfarmen gibt es wieder Hoffnung

Grevesmühlen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus hat gestern in einer medienwirksamen Aktion seine Unterstützung für die Garnelenzucht dokumentiert. Nach der Pleite der Fluxx2, die eine von zwei Garnelenfarmen in Grevesmühlen betrieben hat, hat der SPD-Politiker vor laufender Kamera Garnelen gefischt und verkündet, dass der Standort Grevesmühlen nicht nur innovativ und wichtig sei, sondern auch sehr gute Chancen habe, weiterzuwachsen.

 

OZ-Bild

Minister im Einsatz: Till Backhaus fischt Garnelen.

Quelle: M. Prochnow

Die Anlage in Grevesmühlen ist ein Leuchtturm der Aqua- kulturen.“ Till Backhaus, Minister

Cara Royal

In Grevesmühlen werden seit 2014 Shrimps der Marke „Cara Royal“ produziert. Die Larven werden aus Florida angeliefert. Etwa sechs Monate brauchen die Tiere, um bei 28 Grad Wassertemperatur ein Gewicht von rund 25 Gramm zu erreichen.

Derzeit läuft ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Wie der Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff gestern erklärte, gehe er davon aus, dass das Verfahren noch im Laufe des Monats eröffnet werden könne. „Es gibt mehrere Interessenten“, hieß es. Einer von ihnen ist York Dyckerhoff, der die zweite Garnelenfarm in Grevesmühlen betreibt und für den Betrieb der insolventen Anlage zuständig war. Er hatte sich mit dem Investor über die gestiegenen Betriebskosten entzweit, daraufhin war es zum Produktionsstopp gekommen.

Der Geschäftsführer von Cristalle Garnelen, Andreas Kleinselbeck, hatte im September Insolvenz angemeldet. Als Grund gab er an, dass die Betreibergesellschaft nicht genug Garnelen produziert habe und er die Kunden nicht mehr beliefern konnte. Den Betriebsführungsvertrag hatte er mit der benachbarten baugleichen Farm „Cara Royal“ abgeschlossen.

Der Chef der Betreiberfirma, York Dyckerhoff, sagte dagegen, er habe den Betriebsführungsvertrag zum 1. September gekündigt, weil Kleinselbeck die vereinbarten Raten über Monate nicht gezahlt habe.

Er habe die Anlage nicht länger mitfinanzieren können.

Dyckerhoff hat gestern erneut signalisiert, dass er die Anlage kaufen würde. Er sichert mit seinem Team den Betrieb der Garnelenfarm bis zum Jahresende. Dann könnten die Tiere geerntet werden. Ziel sei es jedoch, so Backhaus, dass die Produktion weiterlaufe. Aus diesem Grund gab es gestern Gespräche hinter verschlossenen Türen mit Vertretern der Stadt, des Ministeriums, York Dyckerhoff und den Stadtwerken. Der Energieversorger ist einer der Gläubiger der Fluxx2 GmbH. Laut Geschäftsführer Heiner Wilms belaufen sich die ausstehenden Zahlungen für Strom und Wärme auf rund 25000 Euro. Wie York Dyckerhoff sagte, würde die Produktionsstätte pro Tag rund 1000 Euro verschlingen. Er hat nach eigenen Angaben seit der Pleite mehrere Hunderttausend Euro in den Betrieb investiert.

Das Landwirtschaftsministerium hatte beide Zuchtanlagen in Grevesmühlen mit jeweils mehr als einer halben Million Euro gefördert. Laut Backhaus werde derzeit geprüft, ob für das insolvente Unternehmen Rückzahlungsforderungen geltend gemacht werden könnten. Backhaus wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, Fördergelder seien leichtfertig verteilt worden. „Das Konzept wurde ganz genau geprüft, die Wirtschaftlichkeit wurde untersucht. Es ist alles nach Vorschrift gelaufen.“ Er betonte auch die Bedeutung der Aquakultur für das Land. Gestern besuchten Wissenschaftler aus Dänemark die Garnelenzucht in Grevesmühlen. „Wir sind führend auf diesem Gebiet“, so Backhaus.

Michael Prochnow

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