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Wirtschaft Insel Poel: Saatzucht-Betrieb investiert sechs Millionen Euro
Mecklenburg Grevesmühlen Wirtschaft Insel Poel: Saatzucht-Betrieb investiert sechs Millionen Euro
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00:05 19.05.2016
Rotraud Radloff, Mitarbeiterin bei der Genbank Malchow, ist hier in einem Gewächshaus mit Rapspflanzen.

Drastisch sinkende Milchpreise und der Glaubenskrieg um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat bestimmen in diesen Tagen die Schlagzeilen, wenn es um Landwirtschaft geht. Mit Zukunftsfragen beschäftigen sich täglich auch zwei landwirtschaftliche Betriebe auf der Insel Poel: die Norddeutsche Pflanzenzucht Hans- Georg Lembke KG und die Genbank, eine Außenstelle des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung. Beide gewähren am Sonnabend, 21. Mai, Einblicke in ihre Arbeit.

Passend zum Tag der offenen Tür am Sonnabend ist das neue Gebäude der Norddeutschen Pflanzenzucht Malchow fertig / Auch die Genbank gewährt Einblicke

„Wir betreiben in Malchow eine moderne Forschung. Viele können sich aber nicht vorstellen, was wir machen. Darum ist so ein Tag der offenen Tür gut geeignet, dass wir uns und unsere Arbeit präsentieren“, sagt Sabine Brauer von der Norddeutschen Pflanzenzucht.

Passend zum Ereignis am Sonnabend ist eine Zukunftsinvestition fertig geworden. Sechs Millionen Euro hat NPZ für ein neues Gebäude mitten auf dem Betriebsgelände in die Hand genommen. Die alte Ruhland-Halle aus VEB-Zeiten (Volkseigener Betrieb) ist weg, entstanden ist ein funktionelles Saatzuchthaus mit Backsteinen, großen Fensterfronten, Faserzementplatten in unterschiedlichen Rottönen, begrünten Innenhöfen sowie im Innern Sichtbeton und im Eingangsbereich großflächigen Raps- und Kleemotiven, die von einem Farbkünstler gestaltet wurden. Einziger „Makel“: Das repräsentative Gebäude ist nicht von der Straße einsehbar.

„Mit dem neuen Gebäude werden wichtige Arbeitsabläufe in der Saatgutbearbeitung optimiert“, so Dietmar Brauer, Geschäftsführer der Norddeutschen Pflanzenzucht. Beim Rundgang erklärt seine Frau Sabine, dass vorher die Abteilungen über mehrere Stellen auf dem Gelände untergebracht waren, „jetzt sind sämtliche Arbeitsabläufe der Züchtung unter einem Dach“. Im Erdgeschoss werden die Rapspflanzen angeliefert, einzeln gedroschen, die Samen getrocknet und von Schmutz befreit, eingetütet und versandfertig gemacht. Für die 30 bis 40 Mitarbeiter in dem Gebäude gibt es eine Stiefelkammer und im ersten Obergeschoss eine Küche und einen gemütlichen Frühstücksraum zum Beispiel mit Stehtischen. In weiteren Räumen werden die Samen auf Inhaltsstoffe überprüft (Öl-Ertrag, Eiweiß, Wasser) oder auch der Ertrag pro Quadratmeter mittels Zählmaschine errechnet. „Und hier kommt unsere Schatzkammer“, führt Sabine Brauer in das kühl temperierte Saatgutlager, eine Art Archiv mit Saatgut aus den letzten Jahrzehnten.

All das und noch weit mehr wird den Besuchern am Sonnabend gezeigt. Die Norddeutsche Pflanzenzucht beschäftigt 80 Mitarbeiter am Standort Malchow. Sie arbeiten an neuen, leistungsfähigen Rapssorten für die moderne Landwirtschaft.

Gleich in der Nachbarschaft wird in der Genbank des Leibniz- Instituts darauf geachtet, dass die 14000 eingelagerten Kulturpflanzenmuster als Grundlage für die zukünftige Nahrungsproduktion erhalten und vermehrt werden. Hier sind neun Mitarbeiter tätig. Besucher können sich über die Sortimente an Öl- und Futterpflanzen und den wissenschaftlichen Umgang informieren.

Wer möchte, kann sich am Sonnabend außerdem zu Ausbildungs-, Berufs- und Studienangeboten beraten lassen.

Das wird Besuchern am Sonnabend geboten

In Malchow auf der Insel Poel öffnen die Norddeutsche Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG und die Genbank, eine Außenstelle des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) am Sonnabend, 21. Mai, von 10 bis 14 Uhr ihre Türen.

Nach der Eröffnung um 10 Uhr werden geboten: Führungen durch die neuen Arbeitsräume der NPZ sowie durch die Arbeits- und Lagerräume der Genbank, Landtechnikschau, Filmvorführungen, Kartoffelausstellung im Gewächshaus, Schädlingserkennung mit dem Mikroskop, Pflanzenmarkt, Kräuterölherstellung, Rapsölverkostung und -verkauf.

Die Band Midnight Smile spielt bis 14 Uhr, Linedancer treten auf, es gibt Kinderspiele, Teestube, Kuchenbuffet und Erbsensuppe aus der Gulaschkanone.

Guter Zweck: Mit den Einnahmen vom Samstag wird der Schulverein der Poeler Inselschule in Kirchdorf unterstützt.

Heiko Hoffmann

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