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Kreuzfahrt nimmt in Wismar weiter Tempo auf

Wismar Kreuzfahrt nimmt in Wismar weiter Tempo auf

Im nächsten Jahr gibt es den ersten Doppelanlauf / Für CCCW-Chef Veit Hürdler war die Hansestadt eine richtige Entscheidung / Wichtig für ihn, dass die Einwohner mitziehen

Wismar. Nach der Saison ist vor der Saison. Am 19. Dezember läuft die „Black Watch“ – 205 Meter lang und 25 Meter breit, Reederei Fred Olsen Cruise Lines – als letztes Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr in die Wismarbucht ein. Die rund 800 vorwiegend britischen Gäste werden in Norddeutschland für einen Tag Weihnachtsmarktluft schnuppern. Legt der Kreuzliner am frühen Abend wieder ab, endet für Wismar eine erfolgreiche Kreuzfahrtsaison. „Wir hatten rund 4500 Passagiere und neun Anläufe“, berichtet Veit Hürdler, Geschäftsführer des Columbus Cruise Centers Wismar (CCCW). „Besonders erfreulich für uns war der kurzfristige Besuch der ,Azamara Quest’ Anfang August.“ Aufgrund des schlechten Wetters im schwedischen Visby hatte der treue Gast – das Schiff war bereits 2014 und 2015 zu Besuch – in Wismar festgemacht. „Wir konnten beweisen, dass wir innerhalb von 24 Stunden unser System hochfahren können“, erklärt Hürdler. „Außerdem hat uns das gezeigt, dass internationale Reeder Wismar bereits anerkannt haben.“ Seit drei Jahren legen die großen Urlauberschiffe in Wismar an. „Und da Kreuzfahrtschiffe in der Regel einen zeitlichen Vorlauf von zwei bis drei Jahren haben, ist das eine schöne Bestätigung für uns. Wir haben uns einen Namen gemacht.“

Für das nächste Jahr sind elf Schiffe mit circa 8000 Gästen angemeldet – bisher. Die CCCW rechnet noch mit einigen mehr, der offizielle Plan wird deshalb erst Ende des Jahres veröffentlicht. „Bei den Briten läuft das immer etwas spontaner als bei den anderen Anbietern“, sagt Hürdler. Verraten kann er allerdings schon, dass bisher fünf Neuanläufe angekündigt sind und am 17. August sogar ein Doppelanlauf, sprich zwei Schiffe werden am gleichen Tag anlegen. „Das Schönste an allem ist das positive Feedback, das wir von den Reedereien bekommen“, freut sich der CCCW-Chef. „Die Gäste finden Wismar klasse und das macht Spaß.“ Für ihn war deshalb die Entscheidung für die Hansestadt absolut richtig.

Was auch daran liegt, dass die Stadt mitzieht. „Die Wismarer haben Lust darauf. Dieses breite Interesse an der Basis macht sehr viel aus“, ist sich Hürdler sicher. „Es ist rührig, wie viele Bürger sich ehrenamtlich betätigen.“ So beispielsweise der Shantychor „Blänke“, der zum Abschied der Kreuzfahrtgäste für maritimes Flair sorgt. „Genau das brauchen wir“, betont Hürdler. „Wenn die Bevölkerung von den Touristen genervt ist, wird das schwer. Doch in Wismar passt das sehr gut.“ Auch vonseiten der Politik und der Stadt, die den Ausbau der Kreuzfahrtpier in der Stockholmer Straße in Auftrag gegeben hat. „Optisch passiert sehr viel am Hafen, das ist natürlich auch schön für die Kreuzfahrtbranche.“ Der Anlegeplatz für die großen Schiffe wird derzeit ausgebaut, ein „deutliches Bekenntnis der Stadt für die Kreuzfahrt“, lobt Hürdler.

Dadurch wird Wismar in der Welt bekannt. Unter dem Motto „Klein aber fein“ wirbt die CCCW international für die Hansestadt. Und dieses Konzept soll auch in Zukunft bestehen bleiben. „Natürlich freuen wir uns, wenn die Fahrrinne tatsächlich ausgebaut werden soll“, erzählt Hürdler. Aber nicht, um künftig die großen Pötte nach Wismar zu locken. „Uns reicht das schon, wenn wir unser Maximum von bisher 250 Meter Schiffslänge, um etwa 40 Meter erweitern können. Dadurch hätten wir noch eine nennenswerte Anzahl an Schiffen mehr, die in Wismar anlegen könnten.“ Sicher ist für ihn aber: Die großen Schiffe sind in Rostock besser aufgehoben, die kleinen in Wismar. Gerne dürften sich in den kommenden Jahren noch mehr Kreuzliner anmelden.

Vanessa Kopp und Hans-Joachim Zeigert

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