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Wirtschaft Kreuzliner nur für Millionäre
Mecklenburg Grevesmühlen Wirtschaft Kreuzliner nur für Millionäre
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00:01 03.06.2016
Der Kreuzliner „The World“ aus der Vogelperspektive. Das Schiff liegt im Wismarer Hafen und hat nur Millionäre an Bord. Quelle: Uli Jahr

Einige Frühaufsteher wollten es gestern trotz vorangegangener heftiger Regenschauer gegen 8 Uhr auf der Wendorfer Seebrücke bereits wissen, wie der Luxusliner „The World“ aussieht. Denn auf diesem, wie es heißt, teuersten und weltweit navigierenden Wohnschiff gibt es keine Passagiere im herkömmlichen Sinne. Dafür mehr als 140 sehr gut situierte Eigentümer, die alle an Bord ihr eigenes Zuhause besitzen. Dies setzt zudem für solche zur See fahrenden Residenzbewohner mindestens zwei Dinge voraus: Geld und viel Zeit.

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Das Luxusschiff „The World“ liegt im Wismarer Hafen und verlässt heute um Mitternacht wieder die Hansestadt

Erster Eindruck bei der Vorbeifahrt: Ein äußerlich sehr gepflegtes Schiff mit schneeweißem Outfit und vom Haupt- bis zum Sonnendeck komplett mit Balkonkabinen bestückt. Dort wohnen überall die Dauerweltreisenden – in 40 Studios, 31 Quadratmeter groß, sowie in 125 Mehrzimmerwohnungen, 63 bis 300 Quadratmeter groß, und in einem Penthouse-Appartement. Auffällig ist dagegen die geringe Anzahl der Rettungsboote.

Doch statt der üblichen mindestens 800 bis 1000 Passagiere, die solch ein 196 Meter langes und knapp 30 Meter breites Schiff locker aufnehmen könnte, beträgt die durchschnittliche Zahl der Mitreisenden knapp 160. Und diese nutzen ihren „sozialen Status“, um sich ganz privat und wer will und kann, zeitlich unbegrenzt, von einer etwa 240-köpfigen Multikulti-Crew zu den schönsten Seereisezielen der Welt „schippern“ zu lassen.

Dass Wismar durch seinen Welterbe-Status diesmal dazugehört, scheint ehrenvoll. Denn sonst würden die reichen Gäste nicht gleich zwei Tage in unmittelbarer Altstadtnähe an der Stockholmer Pier verweilen – ein Novum übrigens in der bisherigen Kreuzfahrtgeschichte der Hansestadt. Denn erst heute Nacht heißt es wieder: „Leinen los!“ In Anbetracht des späten Auslaufens erfolgt die traditionelle Verabschiedung durch den Shantychor „Blänke“ und die Ehrenformation der Wismarer Salutschützen bereits zwischen 21.15 und 22.30 Uhr.

Nächstes Ziel ist der lettische Ostseehafen Riga. Die offiziellen Grüße anlässlich des Erstanlaufes überbrachten gestern als Repräsentanten der Hansestadt Senator Michael Berkhahn sowie der Leiter der Tourismuszentrale, Andreas Nielsen. Im Namen des Columbus-Cruise Centers Wismar war Kreuzfahrtkoordinatorin Claudia Altmann zugegen. Begleitende Medienvertreter durften allerdings nicht an Bord.

Aus der Sicht der betreibenden Reederei, The World – Residences at Sea, Ltd. im amerikanischen Fort Lauderdale, sollte die Intimität der „Bewohner“ gewahrt bleiben. Schließlich soll die kleine, geballte Macht der Wohlhabenden mit Millionärsstatus unter sich bleiben, ungestört, unbelästigt bei unbedingter Diskretion.

Es heißt, wer hier eigenen Wohnraum, ein neues oder zeitweiliges Zuhause erwirbt, muss Bonität nachweisen. Konkret sollten da locker ab acht bis zehn Millionen US-Dollar oder Euro verfügbar sein.

Dabei dürfte die Verpflegungspauschale über das Jahr mit 24000 Euro noch der geringste abzuführende Posten sein.

Für ein kleines Studio beträgt der diesbezügliche Unterhalt pro Jahr ab 60000 Euro, größere Domizile bis hin zum Penthouse steigern sich kostenmäßig in Größenordnungen bis weit in den Millionenbereich. Auch wohnen auf Zeit ist möglich.

Mindestbuchungen von sechs Nächten sind zwischen 950 bis 3200 Euro zu haben. Sie alle, die 142 Familien aus 19 Ländern als Eigentümer, leben auf der teuersten Yacht der Welt wie auf einer Arche Noah der Superreichen und kennen kaum noch das wirkliche Leben. Ob das wirklich die Perfektion des Glückes ist, sei dahingestellt.

Hans-Joachim Zeigert

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